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Strom aus dem Kasten: Was Sie über die Wallbox wissen sollten

September 2022 Ich gebe es zu: Ich traue der Elektro-Mobilität noch nicht. Ich fahre auf langen Strecken lieber meinen modernen Diesel. Aber ich mache mir Gedanken über die Klima-Zukunft und überlege, wann es Zeit ist, zum Beispiel das Fahrzeug zu wechseln. Ich recherchiere und lese jeden greifbaren Hintergrundbericht, zudem fahre ich jedes verfügbare Elektro-Fahrzeug zum Testen.


Immer mehr Besitzer von Elektroautos setzen auf eine eigene Ladestation.
© Phönix Contact
Immer mehr Besitzer von Elektroautos setzen auf eine eigene Ladestation.
Unsicher machen mich die nach wie vor unzureichend verfügbaren und unterschiedlich schnellen Ladepunkte. Ende April dieses Jahres gab es rund 1,3 Millionen Elektroautos aber nur 74.000 Ladepunkte. Also teilen sich 17 Autos einen Ladepunkt. Verbringt jedes dieser Autos 2,5 Stunden zum Laden an der Ladestation, kann ich, statistisch gesehen, gerade mal alle zwei Tage Strom tanken.

Also brauche ich auf alle Fälle eine Wallbox zu Hause. Denn die lädt, je nach Ausstattung, die Batterie schnell und komfortabel auf. Immer mehr Besitzer von Elektroautos setzen deshalb zuhause auf eine eigene Ladestation. Als Mitglied im Verband Wohneigentum habe ich ein eigenes Häuschen und könnte mir vorstellen, solch eine Box anzuschaffen. Der Platz ist vorhanden und die technischen Voraussetzungen lassen sich einrichten.

nach obenWelche Wallbox soll ich nehmen?

Im aktuellen ADAC-Test überzeugten zehn von zwölf untersuchten Ladeboxen mit dem Gesamtergebnis „gut“, zwei Modelle fielen wegen Sicherheitsmängeln durch. Erfreulich: Einer der beiden Testsieger, die HOMEfix 11kw von goeCharger, war mit 675 Euro gleichzeitig die günstigste Box im Test.

Das wichtigste Ergebnis: Bei mehr als 400 Testladungen gab es nur zwei Abbrüche. Was die Ladefunktion angeht, ist auf die Boxen also Verlass. Anders bei der Sicherheit: Hier versagte bei den beiden Testverlierern mehrmals die Schutzeinrichtung, die mögliche Personenschäden durch Stromfluss verhindern sollen. Diese integrierte Fehlergleichstrom-Überwachungseinrichtung löste gar nicht oder zu spät aus. Damit konnten beide Produkte die Sicherheitsanforderungen der DIN-Norm nicht erfüllen – ADAC Gesamturteil: „mangelhaft“. Beurteilt wurden beim Test insgesamt die Kriterien Sicherheit, Funktion und Zuverlässigkeit, Ausstattung, Lieferumfang bzw. Montage sowie Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität der App.

Testsieger: Homefix von go-eCharger.
© ADAC
Testsieger: Homefix von go-eCharger.
Testsieger: Wallbox Charger von go-eCharger.
© ADAC
Testsieger: Wallbox Charger von go-eCharger.

Die beiden Testsieger von go-eCharger und Wallbox Chargers (1300 Euro) boten dabei das beste Gesamtpaket. Sie überzeugten neben guten Werten bei Funktion und Sicherheit vor allem durch eine nutzerfreundliche Handhabung und Steuerung per App oder direkt am Display der Ladestation. Bei beiden Gewinnern lässt sich der Ladestrom in Echtzeit an der Box einstellen. So kann man die Ladeleistung der Box bei hohem Strombedarf im Haus sinnvoll drosseln. Bei drei weiteren Produkten lässt sich das Laden immerhin manuell per App einstellen. Bemerkenswert: Nur fünf der zwölf Testkandidaten verfügen über eine moderne App-Steuerung, über die sich die Wallboxen komfortabel einstellen und Ladestatistiken auslesen lassen.

Alle ausführlichen Ergebnisse der einzelnen Wallboxen sowie weitere Informationen zum Test, den der ADAC mit der Stiftung Warentest durchgeführt hat, gibt es unter www.adac.de. Außerdem findet sich der Test in der März-Ausgabe der Zeitschrift test und ist online unter www.test.de/wallboxen abrufbar.

ADAC Test Wallboxen 2022
© ADAC
ADAC Test Wallboxen 2022

nach obenTipps vom ADAC

Vor dem Kauf einer Wallbox sollten sich Interessent*innen über mögliche Förderprogramme für den Kauf oder Einbau von Kommunen oder Bundesländern informieren. Der KfW-Fördertopf des Bundes ist aufgebraucht – ob er wieder aufgefüllt wird, ist derzeit unklar. Da eine Wallbox eine wesentlich höhere Leistung als eine Steckdose liefert, darf sie nur von einem Fachbetrieb eingebaut und angeschlossen werden. Dieser erledigt auch alle weiteren Anmeldeformalitäten.

nach obenTipps von der Stiftung Warentest

Wer Zeit hat, sollte sein E-Auto langsam laden, um den Akku zu schonen, zum Beispiel über Nacht. Die Ladeleistung der Boxen lässt sich jedoch nur bei wenigen Anbietern bequem drosseln. Auch sollte sich die Ladeleistung der Box nach den Anforderungen des Autos richten: Viele E-Autos erlauben maximal 11 Kilowatt Ladeleistung, manche 22 Kilowatt. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt und sein Auto zum Beispiel in der Tiefgarage lädt, sollte zusätzlich auf eine Zugangsbeschränkung achten. Nicht alle Modelle bieten diese.


nach obenNeues vom e-Mobility Pionier

Mennekes aus dem Sauerland hat mit AMTRON Compact 2.0 und 2.0s zwei neu entwickelte Wallboxen für das „einfache Laden daheim“ in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten herausgebracht. Die bewährte Wallbox AMTRON Charge Control verfügt dank eines Software-Updates jetzt über einen breiteren Funktionsumfang wie Solarladen und den Export von Ladestatistiken inklusive einer komfortablen Bedienung über das Smartphone. Mit neuester Elektronik und längerem (jetzt 7,5 m langem) Ladekabel ist das Produkt auf die wichtigsten Funktionen fokussiert und ist damit die richtige Wahl für alle, die einfach nur einstecken und ihr Auto laden möchten. Mit der AMTRON-Compact-2.0-Reihe hat MENNEKES jetzt auch eine Einsteiger-Wallbox mit 22 kW-Ladeleistung im Angebot.

AMTRON Compact 2.0
© Mennekes
AMTRON Compact 2.0
AMTRON Compact 2.0s
© Mennekes
AMTRON Compact 2.0s

Die 2.0s-Variante verfügt darüber hinaus über einen Zugangsschutz über RFID, so dass E-Auto-Fahrer*innen die Ladelösung auch im Carport oder auf dem Außenparkplatz aufstellen können. Das absolute Highlight der Wallbox beschreibt Dirk Burghaus, Leiter Produktmanagement bei MENNEKES: „Neben dem einfachen Laden ist auch eine Anbindung an eine Photovoltaikanlage möglich. Diese Funktion lässt sich unabhängig vom Hersteller der Solaranlage bzw. des Energiemanagement-Systems nutzen. Die Bedienung erfolgt dabei direkt am Gerät selbst. Ermöglicht wird dies durch eine Schnittstelle zu einem externen Zähler, ebenfalls erhältlich im MENNEKES Zubehör-Portfolio.“

nach obenLadeinfrastruktur in Wohngebäuden

Gedanken der Initiative Elektro Plus
Eine hohe Dynamik bei Zulassungen für Elektrofahrzeuge
© Initiative Elektro+
Eine hohe Dynamik bei Zulassungen für Elektrofahrzeuge
Elektromobilität wird zukünftig in Verbindung mit Erneuerbaren Energien einen wesentlichen Beitrag leisten, um verkehrsspezifische Umweltbelastungen deutlich zu mindern, sagt die Initiative Elektro Plus. Die Grafik unten zeigt, dass der deutsche Markt eine hohe Dynamik bei Zulassungen für Elektrofahrzeuge aufweist. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist dabei wichtiger Bestandteil der Elektromobilität. Zurzeit werden große Anstrengungen unternommen, um in Deutschland ein dichtes Netz öffentlich zugänglicher Ladeeinrichtungen aufzubauen. Weiterhin ist es notwendig, auch das „Laden zu Hause“ und damit den Ausbau von Ladeeinrichtungen auf privaten Grundstücken zu forcieren. Die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Elektrizitätsversorgungsnetzes sowie der privaten Elektroinstallation bestimmen dabei die Funktionalität und Sicherheit der Ladeeinrichtung.

© Initiative Elektro+
Die Elektro-Plus-Broschüre (www.elektro-plus.com/elektromobilitaet) beschreibt die Anforderungen an die Elektroinstallation, die erfüllt sein müssen, damit Ladeeinrichtungen sicher und zuverlässig angeschlossen und betrieben werden können. Sie wendet sich an interessierte Haus- und Grundstückseigentümer*innen, an Nutzer*innen von Elektrofahrzeugen sowie an Bauplaner*innen, Architekten*innen und Elektrohandwerker*innen gerichtet, denn im Neubau und im Rahmen umfangreicher Sanierungen können Ladeeinrichtungen einfacher installiert werden, wenn diese bereits bei der Planung berücksichtigt wurden.

Die in der Broschüre enthaltenen Empfehlungen für Planung und Ausführung von Elektroinstallationen zum Anschluss von Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge können angewendet werden bei:
  • Ein- und Zweifamilienhäusern mit eigenem Parkraum auf dem Grundstück (Abstellplatz, Carport, Garage) bis 22 kW Ladeleistung je Ladepunkt
  • Mehrfamilienhäusern mit eigenem Parkraum auf dem Grundstück (Abstellplatz, Carport, Garage) bis 22 kW Ladeleistung je Ladepunkt

Die Aussagen der Broschüre gelten für die Neuerrichtung von Elektroinstallationen für Ladeeinrichtungen von Elektrofahrzeugen und bei deren Nachrüstung im Bestand. Die beschriebenen Anforderungen müssen auch bei Anschluss von Ladeeinrichtungen/Ladepunkten an bestehende Elektroinstallationen erfüllt sein.

Anschlußschema einer Wallbox
© Initiative Elektro+
Anschlußschema einer Wallbox

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ADAC, Akku, E-Auto, Förderprogramme, KfW, Ladepunkte, Stiftung Warentest, Tipps, Wallbox
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