Inhalt

Ausgezeichnete Möbel kaufen

Oktober 2021 Auf der Suche nach einem hochwertigen Möbelstück sind auch Gütesiegel wichtig. Doch welches Siegel steht wofür? Wir geben einen Überblick.


Hochwertige Möbel mit Gütesiegel.
© DGM/Hülsta
Hochwertige Möbel mit Gütesiegel.

Sehen, Tasten, Riechen, Hören, Schmecken und Fühlen: Unsere Sinne helfen bei Kaufentscheidungen. „Warum also sollte man seine Sinne nicht nutzen, um seine Entscheidung für ein neues Möbelstück zu bekräftigen?“, fragt Jochen Winning, Geschäftsführer der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM). Möchten Sie eine neue Couch kaufen, sollten Sie unbedingt ausgiebig Probesitzen, bei einem neuen Schrank empfiehlt der Experte die Türen und Schubladen mehrmals zu öffnen und zu schließen und dabei genau auf Geräusche und die Stabilität des Möbelstücks zu achten.

Neben der Prüfung mit allen Sinnen, lohnt es sich beim Möbelstück auf diverse Gütezeichen wie die der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel zu achten.

nach obenMöbel made in Germany

Möbel Made in Germany
© VDM
Möbel Made in Germany
Qualitätsprüfung
© DGM
Qualitätsprüfung
Seit etwa einem Jahr finden Kunden auf ausgesuchten Möbelstücken ein neues Label: „Möbel Made in Germany“ kennzeichnet Schränke, Stühle & Co. aus Deutschland, die nachweislich streng definierte Kriterien erfüllen. Der Begriff „Made in Germany“ bedeutet für viele Verbraucher, dass es sich um Qualitätsprodukte handelt. Jedoch erfüllte der Begriff bislang keine konkreten Kriterien. Das hat sich nun mit dem neuen, vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung (RAL) vergebenen Gütesiegel „Made in Germany“ geändert.

Die Einhaltung der Kriterien wird im Auftrag des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM) von der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) überwacht. Entwickelt und eingeführt hat das Zeichen der VDM gemeinsam mit RAL. Dazu VDM-Geschäftsführer Jan Kurth: „Viele Verbraucher erwarten von Produkten aus Deutschland per se eine hohe Qualität. Mit dem neuen Herkunftsgewährzeichen „Möbel Made in Germany“ stellen wir sicher, dass diese Erwartungen rundum bestätigt werden und geben Brief und Siegel auf den Herkunftsort und das daran geknüpfte Qualitätsversprechen.“

„Möbel Made in Germany“ – das bedeutet entsprechend der RAL-Registrierung 0191, dass die Konstruktion, Montage und Qualitätsprüfung in Deutschland stattfinden. Zudem muss der für die Qualität relevante Herstellungsprozess überwiegend in Deutschland erfolgen. Bislang haben sich etwa 60 Möbelhersteller für das sogenannte Herkunftsgewährzeichen zertifiziert. Sie dürfen ihre Möbelprogramme im Handel gut sichtbar für die Kunden mit dem neuen Label auszeichnen. Das Gütezeichen zeigt ein kleingeschriebenes, weißes M auf einem hellblauen Kreis mit den Worten „Möbel“ und „Furniture“ sowie dem Slogan „Made in Germany“.

nach obenDas goldene M

Gütezeichen Goldenes M
© DGM
Gütezeichen Goldenes M
Das goldene M ist das strengste Qualitätszeichen für Möbel in Europa.
© DGM
Das goldene M ist das strengste Qualitätszeichen für Möbel in Europa.
Außerdem gibt es noch weitere Gütesiegel, an denen man Qualitätsmöbel erkennt: Das RAL-Gütesiegel „Goldenes M“ der DGM basiert auf den umfassenden Kriterien und ist das strengste Qualitätszeichen für Möbel in Europa. Es wird an Küchen- und Badmöbel, Wohn- und Schlafzimmermöbel, Polstermöbel, Kinder- und Jugendmöbel sowie Matratzen und Objektmöbel vergeben. Jedes Möbelstück, das dieses Qualitätssiegel trägt, muss die Güte- und Prüfbestimmungen RAL GZ 430 einhalten, um den Weg vom Hersteller in den Handel erfolgreich zu meistern. Alle Sicherheits- und Grenzwertvorgaben werden regelmäßig in unabhängigen Laboren überprüft.

Geprüfte Möbel erkennt man im Möbelhandel an einem Aufkleber oder Anhänger mit dem „Goldenen M“. Rund 100 Möbelhersteller aus Deutschland und Europa sind derzeit mit dem Gütesiegel zertifiziert. Die Kriterien werden regelmäßig aktualisiert, damit das „Goldene M“ – so Winning – „eine jederzeit sichere Entscheidungshilfe darstellt und vor Fehlkäufen im Möbelhandel bewahrt.“

nach obenNachhaltigkeit

Außerdem steht das Gütezeichen für einen effizienten und generationengerechten Einsatz von Ressourcen und Rohstoffen mit dem Ziel, hochwertige Möbel umweltgerecht zu produzieren sowie sicher und unbedenklich über einen langen Zeitraum nutzen zu können. Dafür muss das Holz der Möbel unter anderem aus nachhaltig und legal bewirtschafteten Wäldern stammen. Außerdem sind die Prinzipien einer „Recycling-gerechten Konstruktion“ zu beachten und recyclingfähige sowie biologisch abbaubare Materialien bevorzugt zu verwenden. „Das „Goldene M“ kennzeichnet alle wichtigen Kriterien, die nachhaltige Möbel einhalten müssen“, fasst der Möbelexperte zusammen.

nach obenKlimalabel

Label „Klimaneutraler Möbelhersteller“
© DGM
Label „Klimaneutraler Möbelhersteller“
Neben dem „Goldenen M“ hat die DGM weitere Labels für Qualität und Umwelt entwickelt, für die sich Möbelhersteller qualifizieren müssen, um die strengen Zertifizierungsanforderungen zu erfüllen. Auch beim Möbelkauf wird das Thema Klimaschutz für Hersteller und Kunden immer wichtiger. Bereits im Jahr 2016 hat die DGM den Klimapakt für die Möbelindustrie iniziiert. Das bedeutet, dass die teilnehmenden Möbelhersteller ihre CO2-Emissionen bilanzieren, diese reduzieren und damit ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt und dem Klima deutlich machen. Die Möbelstücke der teilnehmenden Hersteller tragen ein Label mit der Bezeichnung „Klimapakt für die Möbelindustrie“. Besonders klimafreundliche Unternehmen können ihre unvermeidbaren CO2-Emissionen durch den Kauf hochwertiger Klimaschutzzertifikate ablösen und werden dafür von der DGM mit dem Label „Klimaneutraler Möbelhersteller“ zertifiziert.

nach obenEmmisionslabel

Das Emissionslabel mit den Emissionsklassen A bis D.
© DGM
Das Emissionslabel mit den Emissionsklassen A bis D.
Das Emissionslabel wird z. B. für Kasten- oder Sitzmöbel vergeben.
© DGM
Das Emissionslabel wird z. B. für Kasten- oder Sitzmöbel vergeben.
Um dem Verbraucher die Suche nach wohngesunden Möbeln im Handel zu erleichtern, hat die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel (DGM) das Emissionslabel für Möbel entwickelt. Das Emissionslabel wird von der DGM in den Emissionsklassen A bis D sowie für verschiedene Möbelsegmente wie zum Beispiel Kasten- oder Sitzmöbel vergeben. Der Emissionsklasse A liegen die strengsten Grenzwerte zugrunde, die Emissionsklasse D entspricht den gesetzlichen Anforderungen für Schadstoffemissionen.

nach obenBoxspringlabel

Original-DGM Boxspringlabel
© DGM
Original-DGM Boxspringlabel
Boxspringbett mit Original-DGM Boxspringlabel zertifiziert.
© DGM
Boxspringbett mit Original-DGM Boxspringlabel zertifiziert.
Mit dem Original-DGM Boxspringlabel werden Betten ausgezeichnet, die nachweislich der exakten Qualitätsdefinition der DGM für Boxspringbetten entsprechen. „Der Begriff ‚Boxspringbett‘ ist rechtlich nicht geschützt, impliziert aber für viele Menschen ein per se hochwertiges Bettsystem. Bei Herstellern und Möbeln, die mit dem Original-DGM Boxspringlabel zertifiziert sind, können sie sich dessen absolut sicher sein“, so Winning.

Außerdem gibt es noch folgende Labels zur Orientierung beim Möbelkauf:

nach obenDer blaue Engel

Umweltzeichen Blauer Engel
© Blauer Engel
Umweltzeichen Blauer Engel
Deutschlandweit bekannt ist das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Es kennzeichnet umweltverträgliche, gebrauchstaugliche und gesundheitsschonende Produkte. Das Umweltzeichen wird vom Umweltbundesamt für verschiedene Produkte und Produktgruppen vergeben.




nach obenDas GS-Zeichen

GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“
© Geprüfte Sicherheit
GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“
Das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ wird von zugelassenen Prüfstellen, wie etwa dem TÜV, an Hersteller verschiedener Möbel vergeben. Hierzu gehören Kindermöbel, Bürostühle, Klapp- und Etagenbetten, Kücheneinrichtungen und Gartenmöbel. In jährlichen Überwachungen müssen ihre Hersteller die Einhaltung der Vorgaben aus dem Produktsicherheitsgesetz nachweisen. Hierzu gehören mechanische, elektrische und allgemeine Sicherheitsprüfungen. Eine Schadstoffprüfung findet nur im Rahmen der gesetzlichen Mindestanforderungen statt. Da insbesondere bei Billigimporten auch Fälschungen benutzt werden, empfiehlt es sich, genau hinzusehen. Das GS-Zeichen wird niemals alleine verwendet, sondern immer nur in Verbindung mit dem Zeichen der jeweiligen Prüfstelle, Beispiel: TÜV/GS oder VDE/GS.

nach obenDas DIN-Zeichen

Die vom Deutschen Institut für Normung in Berlin herausgegebenen DIN-Normen enthalten Anforderungen hinsichtlich Baumassen, Stärken und ähnlichem. Sie orientieren sich nicht selten an Mindestanforderungen. DIN-Normen werden anhand technischer Anforderungen festgelegt, die ein Produkt erfüllen muss. Die Anforderungen beziehen sich etwa auf die verwendete Materialstärke oder die Einhaltung einheitlicher Maße. Da Hersteller aber, ähnlich wie beim CE-Zeichen, die Normprüfung ihrer Produkte eigenständig durchführen dürfen, ist auch das DIN -Zeichen nicht besonders aussagekräftig.

nach obenCE-Zeichen

Das CE-Zeichen ist für Produkte, die innerhalb der EU verbreitet werden.
© CE
Das CE-Zeichen ist für Produkte, die innerhalb der EU verbreitet werden.
Das CE-Zeichen ist das Handelszeichen für Produkte, die innerhalb der Europäischen Union verbreitet werden. Trotz der weiten Verbreitung ist das CE-Zeichen als Qualitätssiegel wenig aussagekräftig, da es vom Hersteller bereits verwendet werden darf, wenn er nach eigener Prüfung davon überzeugt ist, dass sein Produkt allen zu erfüllenden EU-Verordnungen entspricht.

nächster Beitrag

Schlagworte dieser Seite

Gütesiegel, Kennzeichnung, Kriterien, Label, Möbel, Möbelhandel, Schadstoffe, TÜV
Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Diese Seite nutzt ausschließlich Session-Cookies. Permanente Cookies werden nicht verwendet!
Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.