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Energetisch sinnvoll: Neue Fenster

Januar 2021 Wer sich über undichte Fenster und hohe Heizkosten geärgert hat, sollte die Modernisierung nicht auf die lange Bank schieben. Und warum sind die neuen Fenster so viel besser?


Bodentiefe Fenster und Terassentüren erweitern den Wohnraum.
© Pro Holzfenster/Sorpetaler
Bodentiefe Fenster und Terassentüren erweitern den Wohnraum.
„Sind Fenster älter als 15 Jahre, generell nur einfach verglast, der Rahmen undicht oder die Heizkosten viel zu hoch, wird es Zeit für neue Fenster. Denn eines der wichtigsten Argumente für einen Fenstertausch ist ihre gute Wärmedämmung. Fenster mit Einfachglas und bis 1995 übliche Fenster mit unbeschichtetem Isolierglas sind wahre Energieverschwender“, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster + Fassade (VFF) aus Frankfurt am Main. 10 bis 30 Liter Heizöl bzw. Kubikmeter Erdgas pro Quadratmeter Fensterfläche können im Vergleich zu einem neuen Fenster unnötig verloren gehen. Moderne Fenster halten Hitze und Kälte fern, sorgen für ein gutes Raumklima und schützen vor Lärm und Einbrechern.

nach obenBehaglicher Wohnen

Die schlanken Rahmen der bodentiefen Holzfenster fügen sich optimal in das Wohnambiente ein.
© epr/Josko
Die schlanken Rahmen der bodentiefen Holzfenster fügen sich optimal in das Wohnambiente ein.
Der Austausch nicht mehr zeitgemäßer Fenster ist ein zentraler Baustein des energetischen Sanierens, da sie das Wohlfühlklima in den eigenen vier Wänden durch wärmere Oberflächen und höheren Wohnkomfort erhöhen. Um eine ältere Immobilie energetisch fit zu machen, sind oft mehrere Maßnahmen notwendig. Doch in welcher Reihenfolge? Oft wird zunächst über den Austausch der Heizung nachgedacht. Bauexperten empfehlen jedoch, erst einen Blick auf die Fenster und die Fassade zu richten. Wenn zeitgleich die Fassade gedämmt werden soll, gilt das als idealer Zeitpunkt für den Fenstertausch. Denn dann können die neuen Fenster gleich in die Ebene der Fassadendämmung verschoben werden. So lassen sich Wärmebrücken in den Bereichen von Fensterlaibung, -brüstung und -sturz vermeiden.

nach obenDer ideale Zeitpunkt

„Wenn Sie wissen wollen, wie alt Ihr Fenster ist, schauen Sie in den Zwischenraum der Isolier-Verglasung. Dort sind normalerweise das Herstellerdatum und der Isolierwert eingestempelt. Fenster aus der Zeit von 1995 und älter haben in der Regel einen Wärmedämmwert – den sog. U-Wert – von 2,7 W/(m2·K) also 2,7 Watt pro Quadratmeter mal Kelvin. Dagegen liegt dieser Wert bei modernen Fenstern, die den Förderbedingungen zum Klimaschutz entsprechen, bei 0,95 W/(m2·K). Hier lohnt sich also ein Austausch in jedem Fall“, so Frank Lange.

nach obenWelcher Rahmen passt?

Naturliebhaber wählen Fenster aus Holz.
© epr/Rehau
Naturliebhaber wählen Fenster aus Holz.
Als Klassiker gilt sicherlich Holz unter den Rahmenmaterialien. Kunststoff ist mit einem Marktanteil von 57 Prozent heute mit Abstand das führende Rahmenmaterial für moderne Fenster. Dann folgen Metallfenster (vor allem Alu) auf Platz zwei mit einem Marktanteil von rund 18 Prozent sowie Holzfenster mit rund 15 Prozent. Zunehmend kommen auch Kombinationen auf den Markt, zum Beispiel Kunststoff-Holz, Aluminium-Kunststoff oder Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe (WPC) mit Aluminiumverblendung. Dominierend sind jedoch diese klassischen vier:

Holz
© Kneer
Holz
Naturliebhaber wählen Fenster aus Holz. Für den Rahmenbau eignen sich besonders einheimische Hölzer wie Fichte und Kiefer, gängig sind aber auch Meranti, Lärche oder Eichenholz. Der nachwachsende Rohstoff punktet mit besonderer Optik, angenehmer Haptik, mit Langlebigkeit und guten Wärmedämm-Eigenschaften. Ein Nachteil ist, dass man Holzrahmen regelmäßig mit Farbe oder Lasur streichen muss, auch wenn moderne Herstellungs- und Behandlungsverfahren die Streichintervalle inzwischen wesentlich verlängern. Diese chemischen, thermischen oder mechanischen Prozesse verbessern die Eigenschaften des Holzes, so dass es wetterbeständiger wird und Temperaturschwankungen besser verträgt.

Kunststoff
© epr/Weru
Kunststoff
Wie auch bei Holzfenstern ist ein hoher technischer und gestalterischer Anspruch bei Kunststoffenstern heute Standard. Kunststofffenster bestehen meist aus Hart-PVC, sind lichtbeständig und resistent gegen Wind und Wetter. Für die Dämmwirkung sorgen Luftkammern und gegebenenfalls zusätzliche Dämmmodule im Rahmenprofil. Kunststofffenster gibt es nicht nur in Weiß, sondern auch farbig in Dekor-, Acrylcolor- oder Spectraloberflächen. Sie sind in der Anschaffung in der Regel preisgünstiger als Holz- oder Aluminiumfenster.

Aluminium
© Schüco
Aluminium
Fenster und Terrassentüren aus Aluminium besitzen sehr gute statische Eigenschaften, weshalb auch große Fensterflächen oder Terrassentüren mit sehr dünnen Rahmen gefertigt werden können. Weitere Pluspunkte: Aluminiumfenster trotzen lange der Witterung und können in einer Vielzahl von Farben beschichtet und lackiert werden.

Holz und Aluminium
© epr/Unilux
Holz und Aluminium
Materialmischungen machen aus „normalen“ Fenstern besondere Hingucker mit hervorragenden Eigenschaften. Holz-Metall-Fenster bieten auf der Innenseite die schöne Haptik des Holzes, und außen sorgt eine robuste, pulverbeschichtete Aluminium-Schale für eine elegante Ansicht und Wetterschutz. Diese kann auch farbig pulverbeschichtet werden. Daher ist ein Erhaltungsanstrich hier im Gegensatz zum reinen Holzfenster in der Regel nicht nötig. Im Trend liegen auch Kunststoff-Aluminiumfenster. Das sind Kunststofffenster mit einer außenliegenden, in der Regel farbigen Aluminiumdeckschale. So profitiert der Bauherr von den Vorteilen des Kunststofffensters und kann außenseitig farbige Akzente setzten, da die Aluminiumschale hochwertig farbig pulverbeschichtet werden kann.

nach obenOft unterschätzt: Glas

Terrassentüren müssen sehr gute statische Eigenschaften besitzen.
© djd/Rehau
Terrassentüren müssen sehr gute statische Eigenschaften besitzen.
Ältere Fenstereinheiten haben entweder nur eine Einfachscheibe oder ein Zweischeibenisolierglas, das von einem einfachen Rahmen getragen wird und die Wärme nicht dauerhaft im Innenraum halten kann. „Gegen diesen irrwitzigen Energieverlust bringt man eine hauchdünne Beschichtung aus Edelmetall auf das Glas auf, welche die langwellige Wärmestrahlung reflektiert. Durch diese hauchdünne metallene Beschichtung kann die Emissivität, also die Wärmeabstrahlung, um über 90 Prozent gesenkt werden“, erklärt Jochen Grönegräs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Flachglas e. V. (BF). In der Regel wird dafür Silber verwendet, das trotz seiner geringeren Wärmedurchlässigkeit viel sichtbares Licht und Infrarotstrahlung in den Innenraum hindurchlässt. Das allein sorgt aber noch nicht dafür, dass aus den früheren Energielöchern effiziente Fenstergläser mit hohem Einsparpotential geworden sind. „Zusätzlich füllen wir in den Scheibenzwischenraum Edelgas, meist Argon oder Krypton. Diese Edelgase weisen eine viel niedrigere Wärmeleitfähigkeit auf als einfache, möglichst trockene Luft, die sich früher zwischen den Glasscheiben befand“, so Grönegräs. Heutzutage gelten Dreifach-Isoliergläser als Standard.

nach obenGute Planung

Ein Fenstertausch sollte ganz genau geplant werden.
© VFF Hitzinger Fenster
Ein Fenstertausch sollte ganz genau geplant werden.
Ein Fenstertausch sollte, wie jedes teure Bauvorhaben, ganz genau geplant werden. Denn an dieser Stelle im Gebäude spielen bauphysikalische Zusammenhänge eine wichtige Rolle: Ersetzt man im Altbau einfach nur die veralteten Fenster, verändern sich die Dämm- und Luftdurchlässigkeitswerte an diesem Punkt, was zu neuen Herausforderungen für eine schlechter gedämmte Außenwand führen kann. Feuchtigkeit kann nicht mehr entweichen und sammelt sich an den weniger isolierten Bereichen. Feuchtigkeitsschäden und Schimmel können die Folgen sein. Zu einer guten Planung gehört es deshalb, das Zusammenspiel zwischen Außenwand, Fenstern und der Haustür zu beachten. Rat finden Hauseigentümer bei einem Energieberater oder Architekten. Dieser kann die Wunschvorstellungen mit der Substanz des Hauses abgleichen und Sanierungsempfehlungen geben.

nach obenWichtig: Fachkundiger Einbau

Neue Fenster müssen fachgerecht eingebaut werden. Am besten wählen Sie einen Fachbetrieb für den Fenstertausch aus, der gemäß Leitfaden zur Montage des RAL-Güteausschusses arbeitet. Profis bauen Fenster nach anerkannten Regeln ein und verankern sie mit langen Schrauben fest im Mauerwerk. Dabei spielt die Abdichtung eine große Rolle. Wichtig ist, dass das Prinzip „innen dichter als außen“ eingehalten wird. Der Bauanschluss muss von der Innenseite dampfdiffusionsdicht und außen schlagregendicht sein, um Wärmebrücken und Schimmelbildung zu vermeiden.

Profis bauen Fenster nach anerkannten Regeln ein und verankern sie fest im Mauerwerk.
© Veka/txn
Profis bauen Fenster nach anerkannten Regeln ein und verankern sie fest im Mauerwerk.
Fachgerechter Einbau
© Kneer Südfenster
Fachgerechter Einbau
Fenstermontage
© epr/Perfecta
Fenstermontage

Einen Überblick über alle Fachbetriebe mit RAL Gütezeichen finden Sie auf der Seite der Gütegemeinschaft Fenster, Fassaden und Haustüren e. V. www.window.de/guetegemeinschaft-fenster.

nach obenKeine Fördermittel verschenken

Finanzielle Anreize für die Fenster-Modernisierung gibt es in Form von Fördermitteln der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW im Programm „Energieeffizient Sanieren“. Darüber hinaus gibt es spezielle Förderprogramme der Bundesländer, Kommunen und auch Energieversorger. Dazu Frank Lange: „Ab diesem Jahr bietet die Bundesregierung die Möglichkeit, dass Eigenheimbesitzer und Modernisierer 20 Prozent ihrer Sanierungskosten von der Steuer absetzen und so bis zu 40.000 Euro sparen.“ Weiterhin bietet die KfW eine Reihe von Förderprogrammen.

Mehr Infos: www.fenster-koennen-mehr.de.

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Schlagworte dieser Seite:

Aluminium, Fenster, Fenstertausch, Fördermittel, Holzfenster, Planung, Wohlfühlklima, Wärmedämmung

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