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Natürliche Farben für ein gesundes Zuhause / Seite 2

März 2020


nach obenUmweltfreundliche Wandfarben

Naturfarben lassen sich gut verarbeiten.
© Auro
Naturfarben lassen sich gut verarbeiten.
Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann seine Wände mit Naturfarben streichen. Hersteller von Naturfarben verzichten vor allem auf chemische Lösungsmittel, die das Raumklima stark belasten können. Verlässliche Label sind auch hier der Blaue Engel, das Warenzeichen natureplus sowie das EU-Ecolabel („Euro-Blume“).

Die Hersteller bieten eine immer größere Farbpalette an. Außerdem muss man Naturfarben nicht mehr zwangsläufig selbst anrühren. Zu den natürlichen Wandfarben gehören Dispersionsfarben auf Naturharzbasis, Lehmfarben, Kalkfarben, Leimfarben, Silikatfarben und Kaseinfarben. Hier ein kleiner Überblick über gebräuchliche Naturfarben:

nach obenKalkfarbe vermeidet Schimmel

Kalkfarben bestehen aus verdünnter Kalklauge. Man bekommt die Farbe als Pulver, das mit Wasser gemischt wird. Einige Hersteller bieten aber auch streichfertige Kalkfarben an. Für eine bessere Streichfähigkeit wurden der Farbe Leinöl und weitere mineralische Pigmente zugesetzt. Kalk ist ein wahrer Alleskönner: Die behandelten Wände nehmen vom ersten Anstrich an überschüssige Luftfeuchtigkeit auf und geben sie später wieder ab. Diese natürliche, „atmende“ Funktion reguliert das Raumklima und entzieht Schimmel den feuchten Nährboden. Denn sein alkalischer pH-Wert ist dem Pilz äußerst unangenehm. Außerdem lässt sich der Anstrich einfach verarbeiten. Mit Bürste oder Flächenstreicher trägt man die Kalkfarbe gleichmäßig auf. Stark saugfähige, nicht grundierte Oberflächen sollten jedoch vorgenässt werden. Je nach Untergrund sind für eine vollständige Deckkraft zwei bis drei Anstriche notwendig. Die Farbpalette ist eher sanft; sehr kräftige Farben sind nicht möglich, da reine Kalkfarbe Pigmente nur bis maximal fünf Prozent bindet. Die Anstriche sind matt und ergeben eine feinkörnige Oberfläche. Man kann sie auf Untergründen wie Beton, Zementputzen, Kalk und Mauersteinen verwenden.

Kalkfarbe hat eine „atmende“ Funktion.
© epr/Leinos
Kalkfarbe hat eine „atmende“ Funktion.
Kalkfarbe
© tdx/Reinecke Naturfarben Leinos
Kalkfarbe

nach obenLehmfarbe – für ein besonderes Ambiente

Lehmanstriche in etlichen Farbtönen für den neuen Look.
© Auro
Lehmanstriche in etlichen Farbtönen für den neuen Look.
Lehmfarben bestehen aus fein gemahlenem Ton, sogenannten Tonmehlen, und verschiedenen Eiweißen sowie Zellulose, die für die notwenige Kleb- und Bindekraft sorgen, aus Pigmenten der gewünschten Farbe. Sie haben eine hohe Deckungskraft, gute Farbintensität und belasten, dank ihrer natürlichen Inhaltsstoffe, auch die Umwelt nicht. Die abwechslungsreiche Farbpalette der Lehmfarben reicht von erdigen Farbschattierungen über fröhliches Maisgelb bis Magenta. In Kombination mit Lehmputz erreicht man ein wohngesundes Raumklima. Lehmfarbe gibt es als trockene Farbe in Pulverform, die mit Wasser angerührt werden muss. Naturfarbenhersteller bieten aber auch bereits fertig angerührte, streichfertige Farbe im Eimer an. Die fertig angerührte Farbe enthält jedoch Konservierungsstoffe.

Lehmfarben
© Auro
Lehmfarben
Der Anstrich kann gerollt, mit dem Pinsel gestrichen, mit einem Quast gebürstet oder Airless gespritzt werden.
© Auro
Der Anstrich kann gerollt, mit dem Pinsel gestrichen, mit einem Quast gebürstet oder Airless gespritzt werden.

nach obenLeicht zu verarbeiten: Leimfarbe

Leimfarbe enthält Leim als Bindemittel und Kreide, Marmormehl oder Porzellanerde für die Deckkraft. Der Anstrich lässt sich leicht selbst herstellen, es gibt die Farbe aber auch als Fertigprodukt. Erst nach dem Trocknen zeigt sich die volle Deckkraft. Leider ist Leimfarbe wasserlöslich, und sollte nicht in Feuchträumen oder in der Küche eingesetzt werden. Dafür eignet sie sich gut für Deckenanstriche oder auch Stuck. Leimfarbenanstriche sind hoch diffusionsoffen und haben damit positive Auswirkungen auf das Raumklima. Aufgrund ihres geringen Preises wurden sie lange Zeit bevorzugt angewendet, haben aber mittlerweile durch Dispersionsfarben an Bedeutung verloren. Auch Leimfarben enthalten keine organischen Lösemittel.

nach obenReine Silikatfarben bestehen aus zwei Komponenten

Mit den neuen Silikatfarben erstrahlt die Fassade in neuem Glanz.
© erp/Leinos
Mit den neuen Silikatfarben erstrahlt die Fassade in neuem Glanz.
Silikatfarbe wird im Handel in zwei Formen angeboten: als reine Silikatfarbe und als gebrauchsfertige Silikatdispersionsfarbe. Reine Silikatfarbe besteht dabei immer aus zwei Komponenten: Flüssigkeit (Wasserglas) und Pulver (Pigmente, Füllstoffe). Silikatfarbe ist diffusionsoffen und besonders für kalk-, zement- und gipshaltige Untergründe geeignet. Die Verarbeitung braucht Erfahrung, für den Do-it-yourself-Bereich ist die Farbe nicht geeignet und daher auch nur im Fachhandel erhältlich. Mineralanstriche bilden keinen Film wie etwa Dispersionsfarben, sondern „verkieseln“ auf dem Untergrund. Die Anstriche sind matt und haben eine hohe Deckkraft.

Darüber hinaus gibt es Mineralfarben auf natürlicher Silikatbasis. Diese enthält maximal fünf Prozent Kunstharzdispersion als Bindemittel. Dadurch lässt sich die Farbe einfacher verarbeiten als reine Silikatfarben. Sie ist wasserdicht, aber wasserdampfdurchlässig, witterungsbeständig, nicht gilbend und nicht brennbar. Auf gipshaltigen Untergründen haftet die Farbe nicht. Die Farbe ist atmungsaktiv, beugt Schimmel vor und eignet sich besonders für Allergiker. Die Produkte, die in vielen Bau- und Fachmärkten erhältlich sind, tragen das Gütesiegel „Blauer Engel“. Allerdings enthalten sogenannte Silikatdispersionfarben künstliche Zusatzstoffe und sind keine reinen Naturfarben.

nach obenKaseinfarbe: Die Quarkfarbe

Kaseinfarbe ist eine Wand- und Deckenfarbe für den Innenbereich. Es gibt Kasein-Dispersionsfarben (Naturharz-Dispersion mit Bindemittel Milchkasein) sowie Kalkkaseinfarben (eine Art modifzierte Kalkfarbe). Kaseinfarbe wird durch die Zugabe von Speisequark, der als Bindemittel dient, selbst hergestellt. Moderne Kaseinfarbe gibt es als Pulver, das kurz vor der Anwendung angerührt werden muss. Sie besteht aus Wasser, Kasein, Pigmenten sowie Kalk und wird als Wand- und Deckenfarbe für den Innenbereich verwendet. Die Farbe eignet sich allerdings nur bedingt für Feuchträume. In ungünstigen Fällen kann die Farbe mit alkalischen Untergründen reagieren und Ammoniak bilden. Kaseinfarbe ist hoch diffusionsoffen, wischfest und für Rauhfasertapete und alle mineralischen Untergründe geeignet. Sie lässt sich leicht verarbeiten.

nach obenWichtig: der passende Untergrund

Naturwandfarben sind diffusionsoffen und wirken feuchtigkeitsregulierend. Diese positiven Eigenschaften auf das Raumklima entfalten sie aber nur, wenn man sie auf den jeweils passenden Untergrund aufträgt. So wirken Lehmfarben beispielsweise nur feuchtigkeitsregulierend, wenn man sie auf einen Lehmputz oder einen anderen wasserdampfdurchlässigen Untergrund streicht. Mineralische Farben wie Kalk- oder Silikatfarben sollten auf mineralischen Untergründen aufgetragen werden.

nach obenQualitätsfarben sind ergiebiger

Beim Kauf von Wandfarben sollte man nicht am falschen Ende sparen. Wichtiger als der Einkaufspreis ist die Ergiebigkeit, die von Herstellern als „Verbrauch pro Quadratmeter“ angegeben wird. Der Kauf von Billigfarben lohnt nicht, denn oftmals benötigt man im Vergleich zu Qualitätsfarben die doppelte Menge. Das ist nicht nur teurer, sondern belastet unnötig Gesundheit und Umwelt. Bevor Sie zum Portemonnaie greifen, lassen Sie sich am besten von einem Maler beraten, der sich auf Farben mit natürlicher Basis spezialisiert hat oder einem Händler für Naturbaustoffe. Auch ein Baubiologe kann Sie in puncto „gesundes Wohnen“ beraten.

nach obenFarben verändern die Raumwirkung

Durch gezielt eingesetzte Farben kann man die Wirkung eines Raumes optisch verändern. Harmoniert die Farbe mit der Einrichtung und den Accessoires, entsteht ein stimmiges Bild.

Mehr Höhe: Niedrige Räume wirken höher, wenn die Decke und die oberen Zentimeter der Wände in einem helleren Farbton gestrichen werden. Umgekehrt lassen sich hohe Decken optisch „herunterholen“, wenn man für die Decke und die oberen Zentimeter der Wände einen dunkleren Ton wählt. Bei Dachschrägen gilt: Kurze Dachschrägen am besten in der Deckenfarbe streichen, damit sie den Raum nicht dominieren. Große Schrägen, die weit in den Raum hineinragen, sollten dagegen besser in der Wandfarbe gehalten werden. Das lässt den Raum höher wirken und bringt mehr Ruhe in die Gestaltung.

Mehr Licht: Weiß, zarte Neutraltöne, aber auch ein sonniges Gelb lassen Räume heller erscheinen. Großen Räumen, die kalt und ungemütlich wirken, verleihen warme Rottöne und Erdfarben eine angenehme Atmosphäre.

Mehr Raum: Helle, kühle Pastelltöne vergrößern Räume optisch. Dagegen wirken Räume umso kleiner, je intensiver und wärmer die Wandfarben gewählt wurden.

nach obenHersteller



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Schlagworte dieser Seite:

DIY, Farbe, Kalkfarbe, Lehmfarbe, Leimfarbe, Quarkfarbe, Raumwirkung, Schimmel, Silikatfarben, Wandfarbe, umweltfreundlich

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