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Nachhaltige Holzterrasse ohne Tropenholz

März 2020 Die Entscheidung ist gefallen, Holz für die Terrasse! Doch welches Holz soll gewählt werden, welche Verbundmaterialien? Gibt es überhaupt Alternativen zu Tropenholz?


Wohngesund, nachhaltig und optisch ansprechend: Für den entspannten Tagesausklang bietet sich eine schön gestaltete Holzterrasse an.
© epr/Kebony/René Sievert
Wohngesund, nachhaltig und optisch ansprechend: Für den entspannten Tagesausklang bietet sich eine schön gestaltete Holzterrasse an.

Ein Holzbelag punktet mit vielen Vorteilen: Holz wirkt besonders natürlich, heizt sich in der Sonne nicht auf, so dass man auch an heißen Tagen barfuß über die Terrasse laufen kann. Doch warum wird bei der Gartenplanung eigentlich so oft Tropenholz verwendet, statt einfach Holz aus heimischen Wäldern zu beziehen? Wer Wert auf Nachhaltigkeit legt, kann beim Bau einer Terrasse auf tropische Hölzer verzichten.

nach obenÖkologisch: Heimische Hölzer

Die heimische Robinie ist sehr hochwertig und übertrifft in Härte und Dauerhaftigkeit alle anderen heimischen Holzarten. Pilze und Schädlinge haben bei ihr in den ersten 15 Jahren wenig Chancen. Nachteil: Robinie ist oft schlecht verfügbar. Eiche eignet sich ebenfalls dank ihrer Widerstandsfähigkeit bestens für den Außenbereich und kommt meist aus Deutschland und Österreich. Sie ist wie die Robinie teurer, aber eine ideale Alternative zu hochpreisigen Tropenholzarten.

Unbehandelte Terrassendielen aus Lärche und Douglasie (stammt ursprünglich aus Nordamerika, wächst aber inzwischen auch hier) sind ebenfalls eine gute Alternative. Das Holz bringt es auf eine Lebensdauer von fünf bis acht Jahren. Sibirische Lärche ist dauerhafter als ihr europäisches Pendant, kommt aber nicht immer aus nachhaltiger Produktion. Wollen Sie sichergehen, dass Ihr Terrassenholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt, achten Sie auf die Siegel von FSC (Forest Stewardship Council) oder PEFC (Pan European Forest Certification). Und: Lärchen- und Douglasienholz sollten vor dem Verlegen gegen Bläue und Fäulnis behandelt werden, da sie anfällig für Pilzbefall sind.

nach obenDauerholz mit spezieller Imprägnierung

Mit Wachsimprägnierung haben Schädlinge, Pilze und Feuchtigkeit keine Chance.
© tdx/Dauerholz
Mit Wachsimprägnierung haben Schädlinge, Pilze und Feuchtigkeit keine Chance.
Kiefer, Buche oder Esche gehören zu den heimischen Hölzern, die unbehandelt nicht für den Außenbereich geeignet sind. Um weicheres oder empfindlicheres Holz haltbarer zu machen, wurden daher zwei Verfahren entwickelt: Eine Variante ist das Haltbarmachen von Holz durch Wachs. Die Terrassendielen werden dabei vollständig, bis ins Innerste in einer auf Wachs basierten Lösung getränkt und so nicht nur oberflächlich haltbar gemacht. Nach der Behandlung ist das Material dauerhaft haltbar, stabil und resistent gegen Pilze und Feuchtigkeit. Das sogenannte Dauerholz verbindet demnach die Materialvorteile von Tropenholz mit den Vorteilen der Produktion im eigenen Land: Der Transport über die Weltmeere entfällt und der Regenwald wird nachhaltig geschont.

nach obenThermoholz

Durch eine thermische Behandlung werden Dielen haltbar und formstabil.
© epr/Holzland
Durch eine thermische Behandlung werden Dielen haltbar und formstabil.
Eine andere Methode der Behandlung von Kiefer, Buche oder Esche beruht auf Wärme. Dafür wird das Holz 40 bis 60 Stunden lang einer Temperatur von 170 bis 280 °C ausgesetzt, wobei es zu einem enormen Feuchtigkeitsverlust kommt. Es wird im Handel als Thermoholz geführt und zeigt sich besonders langlebig und robust. Diese spezielle Temperaturbehandlung verleiht Buchen- oder Kiefernholz dieselbe Haltbarkeit wie Teakholz. Durch diese Behandlung erhalten die Dielen einen edlen, dunklen Braunton. Anfänglich riecht das Holz zudem leicht rauchig. Der Geruch verflüchtigt sich jedoch schnell. Zu bedenken ist aber hier auch der hohe Energieverbrauch beim Thermo-Verfahren. Insofern relativiert sich die auf den ersten Blick positive Ökobilanz von Thermobuche, Thermoesche und Thermokiefer.

nach obenBambusdielen für die Terrasse

Bambusdielen sind extrem belastbar, trotzen Schädlingen und der Witterung.
© epr/GS Götz Schmitt GmbH
Bambusdielen sind extrem belastbar, trotzen Schädlingen und der Witterung.
In den letzten Jahren erfreuen sich Terrassendielen aus Bambus großer Beliebtheit. Bei Bambus handelt es sich um eine Graspflanze und nicht um ein Holzgewächs im botanischen Sinne. Bambus wird bei der Verarbeitung zu Dielen längs gespalten, gebündelt und mit natürlichen Harzen vermischt. Unter Druck werden die Bündel in Bohlen gepresst und anschließend gehobelt. Bambusdielen zeigen ähnliche Eigenschaften wie Holzdielen; sie können auf die gleiche Weise verlegt und behandelt werden.

nach obenWPC Dielen – Was ist das?

Fegen und abspülen – eine WPC-Terrasse ist pflegeleicht und lange haltbar.
© epr/Osmo
Fegen und abspülen – eine WPC-Terrasse ist pflegeleicht und lange haltbar.
Eine sinnvolle Alternative zu Tropenholz auf der Terrasse sind die äußerst witterungsbeständigen WPC-Terrassendielen (Wood-Plastic-Composites, Bamboo-Polymer-Composite (BPC) oder Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff). Das Material besteht aus recyceltem Holz, Bambus oder Reishülsen und Kunststoffen. Dabei ist ein täuschend ähnlicher Holzlook möglich, aber auch andere Farbtöne. Die Hersteller versprechen eine mit einer UV- und Witterungsbeständigkeit einhergehende lange Haltbarkeit. Verbunddielen sind aufgrund der Materialzusammenstellung recht pflegeleicht und barfußfreundlich, da es wenig Splitterneigung gibt und sie bei Nässe deutlich rutschhemmender sind als Holz. Das Verarbeiten und Verlegen funktioniert wie bei Holzdielen recht simpel, wie Tropenhölzer können Verbund-Dielen aber ziemlich hart sein und erfordern ein Vorbohren der Bohrlöcher. Ohne Pflege vergraut auch hier die Oberfläche!


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Schlagworte dieser Seite:

Bambusdielen, DIY, Dauerholz, Holzterrasse, Imprägnierung, Terrasse, Thermoholz, WPC Dielen

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