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Wärmepumpen im Altbau? / Seite 2

November 2017


nach obenWelche Typen von Wärmepumpen gibt es?

Wärmepumpen unterscheidet man nach ihrer Wärmequelle (Luft, Wasser, Erdwärme), ihrem Einsatzgebiet (Raumwärme, Warmwasser) oder ihrer Leistung (Kilowatt). Wärmepumpen zur Raumheizung verwendet man oft auch zur Trinkwassererwärmung. Daneben gibt es spezielle Warmwasser-Wärmepumpen, die die Luft als Wärmequelle nutzen. Sie gelten als „Einsteiger-Wärmepumpen“, da die Raumwärme auch weiterhin mit einer fossilen Heizung bereitgestellt werden kann. Außerdem passt ihr Verbrauch perfekt zu den Erträgen einer Photovoltaikanlage – eine sinnvolle Kombination.

nach obenWas müssen Hausbesitzer beachten, die im Bestandsbau eine Wärmepumpe installieren möchten?

Bei der Modernisierung können neuartige Wärmepumpen eine gute Alternative zu anderen Wärmeerzeugern sein. Voraussetzung ist, dass das Gebäude hinreichend wärmegedämmt und die Systemtemperaturen der Heizungsanlage nicht zu hoch sind. Oft sind die Heizkörper in alten Heizungsanlagen sehr großzügig dimensioniert. Zudem wurden häufig im Rahmen früherer Modernisierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle Isolierglasfenster und Wärmedämmungen eingebaut, die die Heizlast deutlich senken. In diesen Fällen kann eine Wärmepumpe auch in solchen älteren Heizungsanlagen die benötigte Wärme wirtschaftlich bereitstellen und über die Radiatoren an die Wohnräume abgeben.

Der erste Schritt, bevor eine Entscheidung getroffen wird, ist deshalb ein Vorort-Termin mit einer Bestandsaufnahme durch einen Heizungsinstallateur. Er überprüft den Dämmstandard des Hauses, beurteilt die vorhandenen Heizungskomponenten und gleicht die Anforderungen an das Wärmepumpensystem sowie die Dimensionierung ab. Dabei sollte grundsätzlich auch eine Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 durchgeführt werden. Sie gibt exakt Auskunft über die benötigte Leistung des neuen Wärmeerzeugers, um selbst an den kältesten Tagen des Jahres für komfortable Wärme zu sorgen.

Der Heizungsprofi prüft auch, welche Wärmequelle – Außenluft, Erdwärme oder Eisspeicher – gegebenenfalls in Frage kommt: Außenluft ist als Wärmequelle am einfachsten und kostengünstigsten zu erschließen. Luft/Wasser-Wärmepumpen bestehen aus einem Innen- und einem Außengerät. Das Außengerät, das einfach neben dem Haus, zum Beispiel im Garten, aufgestellt wird, saugt die Umgebungsluft an und überträgt deren Wärme auf das Kältemittel. Über Rohrleitungen gelangt die Wärme zum Innengerät, wo sie an das Heizsystem übergeben wird. Moderneste Wärmepumpen arbeiten leise und können deshalb problemlos auch in dicht bebauten Reihenhaussiedlungen betrieben werden.

Erdwärme wird üblicherweise über vertikal in die Erde eingebrachte Sonden oder über horizontal verlegte Erdkollektoren erschlossen. Die zur Erschließung notwendigen Erdreichbewegungen lassen sich bei einem Neubau meistens ohne große Mehrkosten ausführen, hingegen sind bei einem bestehenden Gebäude die Kosten hierfür zumeist sehr hoch. Die bis zu 100 m tiefen Bohrungen für Erdwärmesonden müssen zudem immer von den zuständigen Behörden genehmigt werden.

nach obenWärmequellen

Erdreich; vertikale Erdwärmesonden
© BWP
Erdreich; vertikale Erdwärmesonden
Erdreich; horizontale Erdwärmekollektoren
© BWP
Erdreich; horizontale Erdwärmekollektoren
Grundwasser
© BWP
Grundwasser
Luft
© BWP
Luft



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Dämmstandard, Einsatzgebiet, Erdwärme, Photovoltaikanlage, Wärmepumpe
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