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Erneuern Sie Ihre Leitungen! − Seite 2

November 2016


nach obenBrandgefahr durch alte Elektroanlagen

Wurden die Elektroanlagen bereits saniert, so geschah dies in vielen Gebäuden oft nur oberflächlich: Es gibt zwar modernere Steckdosen und Lichtschalter, Kernkomponenten wie Elektroleitungen, Zählerplatz-Systeme und Schutzeinrichtungen sind aber meist deutlich älteren Datums. Vielfach wird aus Mangel an Steckdosen mit Mehrfachsteckern hantiert − das kann gefährliche Folgen haben: Leitungen und Steckdosen werden schnell überlastet. Auch wird die elektrische Leistung für die angeschlossenen Elektrogeräte nur über wenige Stromkreise verteilt, die damit ständig am Belastungslimit arbeiten. Die Brandgefahr erhöht sich dadurch erheblich: Jedes Jahr geraten tausende Wohnungen in Brand, rund 15 Prozent dieser Brände gehen auf marode und überlastete Elektroleitungen zurück.

Da sich der Zustand der elektrischen Einrichtungen von einem Laien kaum überprüfen lässt, rät Zander Bauherren, vor dem Kauf einen E-Check (siehe Erneuern Sie Ihre Leitungen! - Seite 4) durch einen Elektrofachbetrieb durchführen zu lassen. Dieser gibt Gewissheit, ob die Elektroinstallationen und geprüfte Elektrogeräte allen Sicherheitsaspekten und gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Auch Mängel, Ausstattungsumfang und Investitionsbedarf lassen sich mit dem E-Check herausfinden.

nach obenSchlitze schlagen, Leerrohre verlegen

Doch worauf kommt es an, damit die Elektroinstallation im Haus auch für die technischen Möglichkeiten von morgen gerüstet ist?

In den letzten Jahren haben sich sinnvolle Standarts etabliert, die unsere Häuser sicherer und komfortabler machen. Auch die unaufhaltsamen Trends der Digitalisierung wie Smart-Home-Funktionen erfordern eine moderne und zukunftsfähige Elektroinstallation. Je älter das Haus, desto eher wird eine Generalüberholung anzuraten sein, samt Austausch der Leitungen, Verteiler, Steckdosen. Dazu muss man nicht zwingend die Wände aufstemmen, Installationskanäle im Flur und Treppenhaus sind einen gute Lösung. In den Zimmern können die Leitungen etwa in Fußleistenkanälen untergebracht werden.

nach obenAusstattungswerte nach RAL

© Elektro+
"Eine gute Planungsgrundlage bieten die Ausstattungsempfehlungen für Elektroinstallationen nach RAL-RG 678", erklärt Hartmut Zander. Sie geben Auskunft darüber, wie viele Steckdosen, Beleuchtungs- und Kommunikationsanschlüsse für die einzelnen Räume eines Hauses oder einer Wohnung sinnvoll sind. Es wird unterschieden zwischen Mindest-, Standard- und Komfortausstattung. "Wir empfehlen die Anwendung der Standardausstattung, die dem Ausstattungswert 2 nach RAL-RG 678 entspricht, um den heutigen Ansprüchen an Funktionalität und Wohnkomfort gerecht zu werden", erläutert Zander. Darüber hinaus soll bei einer Sanierung die Elektroinstallation mit der heute üblichen Schutztechnik ausgerüstet werden.

FI- Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) sind im Badezimmer und im Außenbereich mittlerweile Pflicht, im Kinderzimmer sind sie sinnvoll. Diese reagieren innerhalb von Millisekunden auf kleinste Fehlerströme, etwa wenn ein Kind mit einem Draht in der Steckdose stochert und schalten den Strom ab. Unterschätzt wird immer noch die Gefahr, die ein Blitzeinschlag bei empfindlichen elektronischen Geräten verursachen kann. Daher ist es sinnvoll an den sogenannten Überspannungsschutz zu denken, der die Elektroinstallation sowie wertvolle Elektrogeräte schützt.

nach obenSo funktioniert ein Fehlerstrom-Schutzschalter

© GDV
Der Strom, der zu einem Elektrogerät fließt, muss genauso groß sein wie der zurückfließende Strom. Vereinfacht ausgedrückt, macht ein Fehlerstrom-Schutzschalter nichts anderes als hin- und rückfließenden Strom zu vergleichen und bei Abweichungen sofort abzuschalten. Solche sogenannten Differenzströme entstehen zum Beispiel, wenn durch einen Menschen oder eine beschädigte Isolierung Strom nicht zurück-, sondern in die Erde abfließt. Unter www.mein-haus-kriegt-kupfer.de gibt es mehr Informationen. djd

nach obenNicht an Stromkreisen sparen

Nach einem gewählten RAL Ausstattungswert weiß der Elektriker, wie er die Elektroinstallation im Haus grundsätzlich planen muss und wie viele Stromkreise erforderlich sind. Wer kennt das nicht: Wenn die Waschmaschine läuft, kann man Staubsaugen vergessen, weil dann die Sicherung rausfliegt. Was genau ist passiert? Da beide Geräte von einem gemeinsamen Stromkreis betrieben werden, ist dieser überfordert. Der Leitungsschutzschalter (die Sicherung) hat den Stromkreis vor Überlastung geschützt und den Stromkreis vom Netz getrennt. Mit einer neuen Installation können problemlos mehrere Geräte gleichzeitig arbeiten. Denn: Jedes Großgerät bekommt seine eigene Leitung und Absicherung. Stromkreise in den sensibleren Wohnbereichen wie Schlaf- und Kinderzimmer lassen sich automatisch spannungsfrei schalten, sobald alle angeschlossenen Geräte ausgeschaltet sind − mit einem Netzfreischalter.

Empfehlenswert ist die Trennung der Licht- und Steckdosenstromkreise. Auch sollten sich Bauherren für einen eigenen Stromkreis für den Heizkessel und seine Steuerung entscheiden. Vorteil: Gibt es etwa wegen eines defekten Gerätes einen Kurzschluss an einer Steckdose, bleiben Licht und Heizung weiterhin in Betrieb.



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Schlagworte dieser Seite:

Brandgefahr, Elektriker, Elektroanlagen, Elektroinstallation, Fehlerstrom-Schutzschalter, Kommunikationsanschlüsse, Leerrohre, Lichtschalter, RAL, Schlitze, Steckdose

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