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Neues Dach: Eindeckungsmaterial

nach obenWomit kann ich das Dach decken lassen?

Welches Eindeckungsmaterial verwendet wird, hängt nicht allein von den Wünschen der Bauherren ab. Häufig bestimmen Vorschriften Form, Farbe und Material. „Ein Blick in den Bebauungsplan vor der Eindeckung erspart Enttäuschungen und gegebenenfalls Ärger“, rät Oliver Kortendieck, Anwendungstechniker bei den Dachziegelwerken Nelskamp. Ist dagegen die Baumaßnahme nicht an Auflagen gebunden, kann sich der Bauherr frei entscheiden: Geradlinig, plan, elegant, matt, schwarz oder grau – das sind die aktuellen Trends auf Deutschlands Dächern laut dem Dachdecker Verband Nordrhein. Fest steht: Die Dacheindeckung prägt die Optik des Hauses entscheidend. Je nach Stil, Dachform, Dachneigung und Region kommen klassische Dachziegel aus Ton oder Betondachsteine in Frage. Außerdem kann man noch wählen zwischen Zink, Schiefer, Faserzement- oder Metallplatten.

Betondachstein
© Braas GmbH
Betondachstein
Dachziegel
© dach.de
Dachziegel
Schiefer
© dach.de
Schiefer
Titanzink
© dach.de
Titanzink

nach obenDachziegel oder Dachstein?

Schaut man sich die Dächer in der Umgebung genau an, sieht man am häufigsten Dachziegel auf Einfamilienhäusern. Sie werden aus den natürlichen Rohstoffen Ton, Sand und Steinmehl bei etwa 900 °C gebrannt und sind frei von Schadstoffen. Laut Hersteller halten sie rund sechzig Jahre und sind sehr witterungsbeständig. Steht eine Dachsanierung an, müssen sie nicht unbedingt ausgetauscht werden. Sind sie noch intakt, reicht es, fehlende und defekte Dachziegel zu ersetzen und die Unterkonstruktion sowie die Abdichtung zu erneuern.

Generell unterscheidet man die drei Hauptgruppen Flachziegel (z. B. Biberschwanz), Hohlziegel (etwa Nonnen) sowie Falzziegel. Seit einiger Zeit bieten die Hersteller auch Großflächenziegel an, die rund zwanzig Prozent größer sind als herkömmliche Ziegel, somit können die Kosten für die Dacheindeckung reduziert werden.

Aufgrund ihres Herstellungsverfahrens haben Dachziegel ein unverwechselbares Aussehen. Ihre charakteristische Naturfarbe, die zwischen hellrot und braun in allen Schattierungen spielen kann, entsteht durch die im Lehm/Ton enthaltenen Metallanteile wie Eisen oder Mangan, die beim Brennen oxydieren. Altern Dachziegel, bekommen sie eine unverwechselbare Patina: Die Farben einzelner Ziegel können sich leicht verändern, sodass ein schönes Farbenspiel auf der Dachfläche entsteht. In den letzten Jahren werden immer öfter Ton-Dachziegel mit farbiger Oberfläche (engobiert oder glasiert) angeboten. Bei der Engobe wird mineralischer Tonschlamm vor dem Brennen auf die Ziegeloberfläche aufgebracht. Je nach Art des Tonschlamms können so zahlreiche Farbvarianten erzeugt werden. Allerdings erlauben nicht alle regionalen Bauordnungen jede Dachfarbe. Dennoch stehen auch für die meist genehmigten Dachfarben Rot und Anthrazit zahlreiche Farbnuancen als Engobe zur Verfügung. Damit sind die Steine außerdem gut gewappnet gegen Vermoosen und chemische Gifte aus Luft und Regen.

Das Rohmaterial der Betondachsteine besteht aus Zement, Wasser und Farbpigmenten, welches maschinell zu einem Endlosstrang profiliert und dann auf die jeweilige Größe zugeschnitten wird. Nach dem Aushärten in einer Trockenkammer bei etwa 60 °C (eine Brennkammer ist nicht erforderlich) ist der Dachstein hochfest, wasserdicht, frostsicher und nicht brennbar.

Trotz guter Werkstoffeigenschaften blieben Dachsteine lange nur „Ersatz“ für Tonziegel. Tatsächlich blichen die Farben früher schnell aus, Algen und Moose setzten sich auf der Oberfläche fest. Auf den heutigen Pfannen findet Schmutz kaum mehr Halt. Moderne Oberflächen sind so porenarm, dass Schmutz und Feinstaub vom Regen einfach abgewaschen werden. „Diese Dachsteine sehen über Jahrzehnte wie neu aus“, bestätigt Oliver Kortendieck. „Sie erreichen ein Alter von 35 bis 50 Jahren.“

Betondachsteine punkten mit einer einfachen Verarbeitung und einem geringen Energiebedarf bei der Herstellung. Das macht sie günstiger als Ziegelsteine, denn die Kosten für Energie beeinflussen den Materialpreis maßgeblich: „Der Faktor Energie wird sich auch künftig im Quadratmeterpreis niederschlagen“, prognostiziert Kortendieck.

Neues Quartett der Finkenberger-Pfanne: Ziegelrot, Granit, Kupferbraun und Bordeauxrot gibt es jetzt in der Oberfläche 'Longlife matt'.
© Dachziegelwerke Nelskamp
Neues Quartett der Finkenberger-Pfanne: Ziegelrot, Granit, Kupferbraun und Bordeauxrot gibt es jetzt in der Oberfläche 'Longlife matt'.

nach obenFarbenfrohe Dächer

Auch Dachsteine sind in zahlreichen Farb-Nuancen erhältlich: von Rot bis Schwarz über Sonderfarben wie Blau oder individuellen Wunschfarben. Die Pfannen sind dabei vollständig durchgefärbt, weil die Pigmente schon während des Mischvorgangs in der Herstellung zugefügt werden.

Eine weitere Entwicklung in Richtung der „Veredelung“ sind Dacheindeckungen mit Lotus-Effekt: Nach dem Vorbild der Lotuspflanze hat man die Oberflächen der Deckelemente speziell strukturiert, damit sie nicht verschmutzen und sich quasi selbst reinigen.

© Decra-Dachsysteme

nach obenGibt es noch andere Möglichkeiten ein Dach zu decken?

Eine weitere Alternative stellen Eindeckungen aus Metall­elementen da. Optisch ähnelt eine solche Dacheindeckung einem klassischen Ziegeldach. Aufgrund des geringen Gewichts eignen sich diese Systeme auch für ältere, weniger tragfähige Dachkonstruktionen. Auch hier reicht die Farbauswahl von klassischen Ziegeltönen über Grauschattierungen bis zu kräftigeren Farben. Die etwa 0,5 m² großen Dachplatten lassen sich bereits ab einer Dachneigung von acht Grad zügig verlegen. Durch die kratzfeste, schmutzabweisende und äußerst glatte Oberfläche gilt ein Metalldachsystem als sehr pflegeleicht. Auch starke Stürme halten diese Dächer aus, da die Dachplatten fest verschraubt und nicht lose verlegt sind. Die Platten sind verzinkt und mit einer speziellen „Pulvereinbrennlackierung“ versehen und somit lange haltbar. 



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Schlagworte dieser Seite:

Dach, Dachdecker, Dachziegel, Flachziegel, Isolieren, Renovieren

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