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Möbel-Trends 2015: Gemütliches Sitzen

April 2015 Gemütlichkeit macht sich breit in Deutschlands Wohnungen. Vor allem Sitzmöbel werden wieder bequemer und verführen nicht mehr zu undamenhaftem Herumlümmeln, wie unsere Redakteurin Amal Khalil erleichtert feststellt.


Simply Suede
© Jab Anstoetz
Simply Suede

Schon in der März-Ausgabe hatten wir die Rückkehr zur Gemütlichkeit als einen der "Mega-Trends" bei Wohnmöbeln ausgemacht. Laut dem Verband der Deutschen Möbelindustrie sind "Entwürfe und Materialien mit Nostalgiecharakter mehr und mehr angesagt". Was muss man sich darunter vorstellen? Gelsenkirchener Barock 2.0? Die Rückkehr von Lampenschirmen mit Troddeln und Opas staubigem Hirsch an der Wand? Ein Blick ins aktuelle Möbelangebot gibt Entwarnung: Gemeint ist die Rückbesinnung auf ein wohnliches Zuhause mit bequemen Möbeln − von der Fachpresse gerne als "modernes Biedermeier" bezeichnet.

nach obenRUHEPOL BIEDERMEIER

Typisch für den ursprünglichen Biedermeier-Stil in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Möbel, die ein gemütliches, behagliches Zuhause schaffen sollten. Ein Gegengewicht zu den hektischen Zeiten der beginnenden Industrialisierung. Damals veränderten bahnbrechende Erfindungen wie die Dampflokomotive und eine aufkommende Technisierung der Arbeit das Leben. Das Heim wurde zum ruhenden Pol inmitten einer lauten Welt. Klingt irgendwie vertraut. Heute sorgen multimediale Dauerberieselung und ständige Erreichbarkeit für einen rasanten Alltag. Der Rückzug in die gemütlichen vier Wände erscheint als logische Konsequenz.

nach obenSITZEN STATT LÜMMELN

Wie aber sieht das Biedermeier des 21. Jahrhundert aus? Deutlich spürbar ist der Wunsch nach Gemütlichkeit besonders bei den Sitzmöbeln, und hier vor allem den Sofas. In den letzten Jahren war der Möbelmarkt beherrscht von bettähnlichen Sofas mit riesigen Sitzflächen, weniger zum Sitzen als zum Herumlümmeln − pardon: "Loungen" − gedacht. Menschen, die kleiner als das Model-Maß 1,75-m sind, können sich bei diesen Sofas nur schwer anlehnen. Sie ähneln regelmäßig dreijährigen Kindern mit in der Luft baumelnden Beinen. Und wer hat schon ein 50 m2 großes Wohnzimmer, in dem so ein Sofa gut aussieht? Zwar sind diese Möbel immer noch gefragt, aber es gibt auch mehr Alternativen. "Aktuelle Sofa-Angebote sind wieder kleiner, die Sitzfläche zwar gerne weicher gepolstert, aber ihr Ausmaß nicht mehr so voluminös. Man versinkt nicht mehr, das Sofa hat wieder eine Sitzfunktion", so Ursula Geißmann, Trend- und Designexpertin des Verbands der Deutschen Möbelindustrie. Viele Hersteller setzen auf zierliche Formen, die an die Möbel der 1950er und -60er Jahre erinnern.

Auch Opas Ohrensessel feiert sein Comeback − er ist ja auch einfach unschlagbar für eine gemütliche Lesestunde. Allerdings hat seine moderne Interpretation etwas klarere Formen, die Stoffe sind weniger plüschig. Farblich nimmt er sich nicht mehr dezent zurück, sondern wird vielfach durch wertige Bezugsstoffe − gerne in knalligen Farben − zu einem echten Hingucker.

Spitzenreiter bei den Bezugsstoffen für Polstermöbel ist naturbelassenes Leder mit rund 45 Prozent Anteil. Daneben sind Naturfasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle und Wollfilz beliebt. Aber auch Kunstfasern und Mischgewebe sind gefragt. "Sie bestechen durch ihre Strapazierfähigkeit, wenig Faltenwurf und wenig Pillingbildung", erklärt Wohnexpertin Geißmann. So wie der hochwertige Bezugsstoff SIMPLY SUEDE von JAB ANSTOETZ, der wie samtweiches Velourleder wirkt − auf dem Foto in angesagtem Pink (oben) zu sehen.

Und was ist jetzt mit Opas Hirsch? Funktioniert auch im 21. Jahrhundert, sofern man ihn mit einem Augenzwinkern inszeniert, z.B. als Kissen wie auf dem Sofa von Signet.

© Khalil, Amal

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Biedermeier-Stil, Leinen, Möbel, Möbelmesse, Polstermöbel, Sitzmöbel, Trend, Wolle, Wollfilz

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