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Interview: Brennstoffzellen fürs Eigenheim

August 2014 Familienheim und Garten im Gespräch mit Markus Seidel, Sprecher der Initiative Brennstoffzelle, über die neue Heiztechnologie.


FuG: Wann wird die Brennstoffzellen- Heizung ausgereift und für jeden erwerbbar sein?
Die Markteinführung von Brennstoffzellengeräten für die Hausenergieversorgung hat bereits begonnen. Von den in der Initiative Brennstoffzelle vertretenen Herstellern verfügen schon drei über marktreife Produkte, vier weitere Unternehmen werden bis spätestens 2016 Geräte anbieten.

FuG: Wie teuer wird eine Heizungsanlage für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 110 bis 150 m² Wohnfläche sein?
Das Preisniveau von Brennstoffzellengeräten lässt sich mit dem anderer Effizienztechnologien wie der Wärmepumpe vergleichen. Unter Einbeziehung von Fördermitteln lassen sich in einigen Bundesländern Anschaffungskosten von 10.000 − 20.000 Euro realisieren.

FuG: Wie viel Fördergeld wird einem Haushalt, der die "Heizung der Zukunft" nutzt, gewährt?
Eine angemessene bundesweite Förderung gibt es bislang nicht. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben schon Programme aufgelegt, die aber für die flächendeckende Markteinführung nicht zureichend sind und die sich teilweise auch nicht an Privathaushalte richten. Die Initiative Brennstoffzelle führt derzeit Gespräche mit der Politik über ein bundesweites Technologieeinführungsprogramm und zur Verbesserung der Länderprogramme.

FuG: Wie umweltfreundlich ist die Brennstoffzellen- Heizung?
Brennstoffzellengeräte sparen im Vergleich zu veralteten, konventionellen Heizsystemen und dem Strombezug aus dem Netz etwa 50 Prozent Kohlendioxid und Primärenergie ein. Mit Bio-Erdgas erzielen Brennstoffzellengeräte eine noch bessere Umweltbilanz.

FuG: Was kostet es, wenn die Brennstoffzellen- Heizung per Wireless- Lan überwacht wird?
Die meisten Haushalte verfügen bereits über eine DSLInternetverbindung und WLAN, sodass dafür keine zusätzlichen Verbindungsentgelte anfallen. Grundsätzlich wird die Anbindung der Anlage an das Internet von allen Herstellern empfohlen. Diese bieten hierzu erprobte und sichere Lösungen an, die teilweise sogar ermöglichen, mit dem Smartphone die Energieersparnis oder die Menge selbst produzierten Strom per App abzulesen. Auch für die Durchführung von Fernwartung ist der Internetanschluss notwendig, um zum Beispiel die Anlage rechtzeitig vor dem Termin vor Ort herunterzufahren.

FuG: Ist bei der ComputerÜberwachung ein Schornsteinfeger zur Abgasmessung überflüssig?
Die Abgasmessung im Zuge der Bundes-Immissionsschutzverordnung ist bei Brennstoffzellengeräten nur notwendig, wenn ein Brennwertgerät integriert ist. Dies geschieht dann geräteabhängig im Zyklus von zwei bis drei Jahren. Die Fernwartung dient dazu, die Anlage effizient zu betreuen, zum Beispiel um die Brennstoffzelle vor Wartungsarbeiten rechtzeitig herunterzufahren.

FuG: Wie viel warmes Wasser und wie viel Strom werden im Durchschnitt im jährlichen Betrieb erzeugt?
Brennstoffzellengeräte verfügen je nach Hersteller über eine unterschiedliche elektrische Leistung. Diese reicht von derzeit 0,3 bis 1,5 kW. Auch die Wärmeleistung der Geräte ist unterschiedlich. Sie beträgt zwischen 0,6 und 1,8 kW. Je nach Haus reicht das aus, um einen großen Teil des Strom- und Wärmebedarfs zu decken. Über die technischen Details der einzelnen Modelle informiert die Initiative Brennstoffzelle auf ihrer Website unter www.ibz-info.de.

FuG: Welches Gas (Erdgas oder Bio-Erdgas) ist das effizienteste und welches Gas das preiswerteste zum Betrieb der Brennstoffzellen-Heizung?
Aufgrund der Beimischung regenerativ erzeugter Energie ist Bio-Erdgas im Vergleich zu herkömmlichem Erdgas teurer. Dies gilt auch für so genanntes Windgas, bei dem Strom aus Windkraft für die Produktion von Wasserstoff genutzt wird. Alle genannten Erdgastypen lassen sich problemlos mit Brennstoffzellengeräten nutzen.

FuG: Gibt es ein alternatives Heizsystem für die nähere Zukunft?
Die Innovationszyklen bei Heizgeräten sind im Vergleich zur Unterhaltungselektronik länger. Mit der Brennstoffzelle kommt ein System zum Einsatz, das nicht mehr auf Verbrennungsprozessen basiert, sondern elektrochemisch arbeitet. Die damit einhergehende Effizienzsteigerung wird in absehbarer Zeit nicht durch ein völlig neues Gerätekonzept ersetzt. Vielmehr werden die Anbieter die Produktlinie von Brennstoffzellen mit der Zeit stärker differenzieren.

Weitere Informationen:

Unter www.ibz-info.de bietet die Initiative Brennstoffzelle Broschüren und einen Info- Film zu Brennstoffzellengeräten an.

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Schlagworte dieser Seite:

Bio-Erdgas, Brennstoffzelle, Energieersparnis, Fernwartung, Fördermittel, Hausenergieversorgung, Heiztechnologie, Wärmepumpe, umweltfreundlich

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