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Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) − Holzfaserdämmstoff

Dezember 2013 Ende der fünfziger Jahre wurden erstmals Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) auf der Basis von Polystyrol-Hartschaumdämmstoffen eingesetzt. Über diese Dämmstoffe haben wir Sie in den letzten Monaten informiert. Seither wurden viele Systeme auf der Basis anderer Dämmstoffe entwickelt. Solche aus Holzfaser wurden seit Anfang der 90er Jahre zunächst für den Einsatz im Holzrahmenbau entwickelt. Inzwischen werden Sie auch im Massivbau eingesetzt.


Komplette WDVS-Maßnahme mit Holzfaserdämmstoff.
© INTHERMO
Komplette WDVS-Maßnahme mit Holzfaserdämmstoff.
In diesem Beispiel mit dem System von Intermo
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In diesem Beispiel mit dem System von Intermo

Anders als konventionelle WDVS benötigen Holzfaser-Systeme aufgrund ihrer höheren Steifigkeit keine außenseitige Beplankung der Holzrahmenbauelemente und ermöglichen zugleich die Ausführung diffusionsoffener Bauteile. Holzfaser-WDVS mit Dicken über 100 mm finden seit einigen Jahren Verwendung bei Gebäuden in Massivholzbauweise. Holzfaserdämmplatten werden ebenso zur Dämmung von Wandflächen mit mineralischen Untergründen, zum Beispiel Mauerwerksbauten, eingesetzt. Die Platten werden sowohl in Neubauten als auch bei der Renovierung oder Ertüchtigung von Altbauten verwendet.

Jedes Gebäude, jede Bauaufgabe ist anders. Wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bedürfen daher eines Gesamtkonzepts, das am besten mit einem Energieberater mit ausreichender Expertise erstellt wird. Dabei sind alle möglichen Maßnahmen der Energieeinsparung zu berücksichtigen, wozu Dämmmaßnahmen ebenso wie moderne Heizsysteme zählen.



nach obenBaurechtliche Grundlagen

WDVS müssen unter anderem einen dauerhaft wirksamen Wetterschutz des Tragwerkes gewährleisten. Es gibt zwar europäische Produktnormen für Dämmstoffe, aber noch keine nationale oder europäische Produktnorm für WDVS. Da WDVS Bauteile mit Sicherheitsanforderungen sind, werden sie derzeit entweder über nationale allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen des Deutschen Instituts für Bautechnik oder über Europäische Technische Zulassungen mit nationalen Anwendungszulassungen geregelt.

Die beiden Schnittzeichnungen zeigen Beipiele für Holzfaser-WDVS (hier Inthermo): links ein System zur Direkt-Montage auf dem Mauerwerk, rechts auf Mauerwerk mit zwischenliegender Holzlattung.
© INTHERMO
Die beiden Schnittzeichnungen zeigen Beipiele für Holzfaser-WDVS (hier Inthermo): links ein System zur Direkt-Montage auf dem Mauerwerk, rechts auf Mauerwerk mit zwischenliegender Holzlattung.

nach obenEigenschaften

Holzfasern schützen das Bauwerk einerseits dauerhaft wirksam vor negativen Witterungseinflüssen. Andererseits bieten sie bei korrekter Ausführung Schutz vor unzulässigem Tauwasseranfall innerhalb der Wandkonstruktion infolge Diffusion und Konvektion.

Wegen der Diffusionsoffenheit bei gleichzeitiger Feuchtepufferung können die Holzfaserdämmplatten im Bereich kleinerer Putzrisse eingedrungene Feuchte problemlos aufnehmen und wieder abgeben. Aufgrund ihrer Hydrophobierung können die Holzfaserdämmplatten im Bauzustand über eine vom Hersteller festgelegte Zeitdauer der Bewitterung ausgesetzt werden. Ein möglichst rascher Auftrag des Putzes auf die nach Maßgabe des Herstellers trockene Platte ist wichtig.

Durch die natürliche Feuchtespeicherfähigkeit der Holzfaserdämmplatten erhalten Konstruktionen zusätzliche Toleranz gegenüber Feuchteeinflüssen durch Dampfdiffusion. Bei einer Holzrahmenbauwand in diffusionsoffener Ausführung bildet die raumseitige aussteifende Beplankung mit Holzwerkstoffplatten bei geeigneter Abklebung zugleich die rauminnenseitige Ebene der Luftdichtheit. Auf den Einsatz von zusätzlichen Dampfbremsen oder -sperren kann verzichtet werden. Der Wandaufbau wird von innen nach außen immer diffusionsoffener.

Fenster-, Tür- und Dachanschlüsse lassen sich auch mit den Holzfaser- WDVS präzise ausarbeiten.
© INTHERMO
Fenster-, Tür- und Dachanschlüsse lassen sich auch mit den Holzfaser- WDVS präzise ausarbeiten.
Fensteranschluss mit mit den Holzfaser-WDVS.
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Fensteranschluss mit mit den Holzfaser-WDVS.
Fensteranschluss mit mit den Holzfaser-WDVS.
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Fensteranschluss mit mit den Holzfaser-WDVS.

nach obenWärmeschutz

Mit WDVS kann der Wärmedurchgang durch die Wandbauteile erheblich reduziert werden. Dank der außenseitigen Anordnung der Dämmung kann weitestgehend wärmebrückenfrei konstruiert werden, in die Außenwände einbindende Bauteile wie Innenwände oder Decken werden überdämmt, die Tragkonstruktion wird nicht nur vor der Witterung geschützt, sondern auch von thermischen Schwankungen entkoppelt.

nach obenSommerlicher Hitzeschutz

Holzfaserdämmplatten besitzen eine vergleichsweise hohe Rohdichte. Mit Werten von 120 kg/m³ bis zu 250 kg/m³ sind sie deutlich schwerer als andere Dämmmaterialien, welche als Systemkomponenten für WDVS zum Einsatz kommen. Insbesondere bei den leichteren Konstruktionen des Holzbaus wirken sich die höhere Masse und die damit verbundene höhere Wärmespeicherfähigkeit der Holzfaserdämmplatten positiv auf den sommerlichen Hitzeschutz der Wandkonstruktion aus. Der Dämmstoff kann so viel Wärmeenergie speichern, dass die Oberflächentemperatur der Bauteilinnenseiten deutlich reduziert wird (so genannte Amplitudendämpfung) und die Spitzentemperatur zeitverzögert in der Nacht auftritt (so genannte Phasenverschiebung). Sie kann durch Nachtlüftung komfortabel abgeführt werden.

nach obenSchallschutz

Wiederum aufgrund der hohen Rohdichte, aber auch aufgrund der offenporigen Struktur, der niedrigen dynamischen Steifigkeit und des hohen Strömungswiderstandes werden mit Holzfaserdämmplatten sehr gute Schalldämmmaße erreicht. So sind im Holzbau Konstruktionen bis zu einem bewerteten Schalldämmmaß von 54 dB auf Mauerwerk und Verbesserungsmaße von bis zu 5 dB möglich.

nach obenBrandschutz

Holzfaserdämmplatten zur Verwendung in WDVS sind üblicherweise normal entflammbar (Baustoffklasse B2). Eine Behandlung der Platten mit Feuerschutzmitteln ist technisch möglich, aber unüblich.

Holzfaserdämmplatten verfügen über ein ausgesprochen gutmütiges Abbrandverhalten. Im Brandfall haben sie aufgrund der Temperaturspeicherfähigkeit und der sich beim Abbrand bildenden, wärmedämmenden Verkohlungsschicht keine brandfördernde Wirkung.

nach obenMechanische Eigenschaften

Die mechanischen Eigenschaften der Holzfaserdämmplatten sind im Wesentlichen vom Herstellverfahren, der Plattendicke sowie der Rohdichte abhängig und damit herstellerspezifisch.

Im Holzrahmenbau können Holzfaserdämmplatten aufgrund ihrer Festigkeitseigenschaften und ihrer Formstabilität ohne zusätzliche Beplankungen direkt auf die Rippen befestigt werden. Je nach Plattentyp und Kantenausprägung können die Platten endlos mit "fliegenden" Stößen verarbeitet werden. Dabei müssen die Platten nicht auf den Rippen gestoßen werden.

Gegen übliche Stöße sind Holzfaser-WDVS sehr unempfindlich. Sie erfüllen die Anforderungen an die Stoßfestigkeit gemäß europäischer Prüfvorschriften.

nach obenÖkologie/Nachhaltigkeit

Holzfaserdämmplatten werden aus den in der Holzindustrie anfallenden Hackschnitzel und Holzschwarten hergestellt. Das Holz stammt aus nachhaltig bewirtschafteten, häufig gemäß FSC oder PEFC zertifizierten heimischen Wäldern. Die Herstellung der Dämmstoffe erfolgt mit einem großen Anteil erneuerbarer Energien.

nach obenKurzüberblick: Holzfaser

Wandaufbauten mit Holzfaser …
  • sind wärmedämmend und bieten aufgrund der hohen Rohdichte und Wärmespeicherfähigkeit einen sehr guten sommerlichen Hitzeschutz.
  • neigen aufgrund der Wärmespeicherfähigkeit der Holzfaserdämmstoffe weniger zur Algenbildung.
  • sind diffusionsoffen sowie kapillaraktiv und damit für den Einsatz in den bauphysikalisch besonders robusten diffusionsoffenen Wandaufbauten geeignet.
  • verbessern aufgrund der hohen Rohdichte des offenporigen Dämmstoffs die Schalldämmwerte im Vergleich zu konventionellen WDVS.
  • sind aufgrund ihrer hohen Festigkeit und Steifigkeit robust gegenüber mechanischen Einflüssen.
  • basieren auf einem aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten, ökologisch unbedenklichen Dämmstoff aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern und sind damit weitestgehend frei von Erdölprodukten.
  • ermöglichen feuerbeständige Wandaufbauten.


Basiswissen Energie

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