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"Big Ben" im Wohnzimmer

September 2013 Alte Uhren müssen ihre meist schöne Technik nicht in großen Schränken verstecken. Dekorativ in Szene gesetzt, können sie zum Blickfang im Wohnzimmer werden, und mit dem sich stetig bewegenden Pendel den Lauf der Stunden reizvoll begleiten. Erst das Ticken einer Uhr macht die Stille hörbar.


Eine liebevolle Sammlung von Möbeln und schönen Stücken umgibt die freigelegte alte Uhr. Ein Zifferblatt mit exakt gemalten Stunden-Ziffern, Gewichte im Gehäuse aus Messing. Dazu ein Pendel mit hölzernem Steg und Messingteller. Auch Haken und Ketten sind aus Messing.
© Armin Schmolinske
Eine liebevolle Sammlung von Möbeln und schönen Stücken umgibt die freigelegte alte Uhr. Ein Zifferblatt mit exakt gemalten Stunden-Ziffern, Gewichte im Gehäuse aus Messing. Dazu ein Pendel mit hölzernem Steg und Messingteller. Auch Haken und Ketten sind aus Messing.
Ein Zifferblatt mit exakt gemalten Stunden-Ziffern
© Armin Schmolinske
Ein Zifferblatt mit exakt gemalten Stunden-Ziffern
Gewichte aus Messing
© Armin Schmolinske
Gewichte aus Messing
Die Stand-Uhren unserer Großeltern beweisen, dass schon vor hundert Jahren Uhren mit genauer Zeit sehr gefragt waren. Sogar in Grimms Märchen findet ein großer Uhrenkasten Erwähnung. Nämlich als Versteck für die "Sieben Geißlein". Doch die Gehäuse wurden nicht für Märchen, sondern je nach Zeitgeschmack hergestellt. Mit schönen Gründerzeit- oder Jugendstil-Ziffern und ebensolchen Ornamenten. Wichtiger sind jedoch die soliden Bauteile. Sie müssen rund 12 kg schwere Gewichte aus Gusseisen tragen können, ohne sich zu verbiegen oder auf Dauer zu verziehen. Die Gewichte liefern nämlich die Kraft für den Antrieb des Uhrwerks. Sie hängen an Ketten, deren Länge so bemessen ist, dass die Uhr mindestens 7 Tage läuft, bevor sie auf den Boden aufsetzen und der Mechanismus zum Stillstand kommt.

Heute werden alte Uhren in der Wohnung gern zu kleinen Kunstwerken aufgewertet. Schon ein anderer Anstrich kann die Optik dem Wohnstil anpassen und die Gehäuse zum Blickfang machen. Vorher sollte man jedoch immer prüfen, ob durch einen Anstrich die Möglichkeit einer späteren professionellen Renovierung verhindert wird. Manchmal genügt schon das Auftragen einer seidenmatten Lasur, um die alte Oberflächen in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Durch leichtes Anschleifen der Kanten bekommen die Holzteile dann wieder eine alte (abgegriffen wirkende) Optik.

© Armin Schmolinske
Um die Technik ganz bewusst in ihren einzelnen Bauteilen zu präsentieren, kann man – wie hier geschehen – die Uhr ganz auseinandernehmen, und das Uhrwerk mit seinem frei vorgebauten Zifferblatt ohne jegliche Verkleidung an eine freie Wand oder auch die Seitenfläche eines Hochschranks montieren. Die dafür benötigten neuen Bauelemente bekommt man in jedem Baumarkt. Regalträger werden einfach umfunktioniert zu Konsolen, auf denen jetzt das Uhrwerk Platz findet. Sie müssen jedoch aus einem Tragesystem für solide Regale stammen, denn nicht nur das Uhrwerk wird aufgesetzt, sondern auch die zur Uhr gehörigen Teile wie Zifferblatt und speziell die schweren Gewichte werden nebst ihren Ketten angehängt. Dazu das wichtige Uhrpendel. Alles muss von nur wenigen Schrauben getragen werden. Dafür sind auch in gemauerten Wänden gute Dübel wichtig. In Spanplatten entsprechend dicke Holzschrauben. An Gipskartonwänden sollte man jedoch keine schweren Uhren aufhängen, da sich durch die stetige Pendelbewegung die Schrauben im Gips lockern können.

Auf umgedrehten Regalträgern ruht jetzt das große Uhrwerk.
© Armin Schmolinske
Auf umgedrehten Regalträgern ruht jetzt das große Uhrwerk.
Es wird mit den alten Hakenschrauben auf den Tragekonsolen befestigt. Um vor dem Staub aus der Luft zu schützen, könnte ein leichtes Gehäuse um das Uhrwerk gebaut werden.
© Armin Schmolinske
Es wird mit den alten Hakenschrauben auf den Tragekonsolen befestigt. Um vor dem Staub aus der Luft zu schützen, könnte ein leichtes Gehäuse um das Uhrwerk gebaut werden.

Vorteilhaft ist auch, eine leichte Hülle (aus Pappe) zum Schutz des Uhrwerks vor Staub zu fertigen, der sich sonst in die geölten Zahnräder einlagert. Die Uhr läuft dann langsamer und wird auf Dauer ungenau. In Abständen von zwei Jahren sollte das Uhrwerk ohnehin gereinigt werden.

nach obenTipp: Nach 60 Jahren ganz in Weiß

Der große Uhrenkasten wurde mit viel Mühe und abgeklebten Glasflächen weiß gestrichen. Leichtes Anschleifen mit der Hand machte die Optik dann wieder antik (abgegriffener Shabbylook).
© Armin Schmolinske
Der große Uhrenkasten wurde mit viel Mühe und abgeklebten Glasflächen weiß gestrichen. Leichtes Anschleifen mit der Hand machte die Optik dann wieder antik (abgegriffener Shabbylook).
Ursprünglich präsentierte sich die Uhr mit schwarzer Mattierung. Düster und fast bedrohlich. Durch Abbeizen sollte eine schöne Holzoberfläche freigelegt werden. Doch das schlug fehl. Zutage kam nur billiges und angestücktes Fichtenholz. Deshalb wurde der große Uhrenkasten mit viel Mühe und abgeklebten Glasflächen weiß gestrichen. Leichtes Anschleifen mit der Hand machte die Optik dann wieder antik (abgegriffener Shabbylook). Heute ziert die schöne Uhr eine moderne Wohnung. Nur das alte Schlagwerk mit den abgestimmten Klangstäben wurde wegen seiner großen Lautstärke nicht wieder eingebaut.

Schlagwerk mit abgestimmten Klangstäben
© Armin Schmolinske
Schlagwerk mit abgestimmten Klangstäben

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Schlagworte dieser Seite:

Gründerzeit, Jugendstil, Standuhr, Uhr

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
4. Februar 2014

Kilian

Liebe Barbara und Joachim
Ich sammle solche uhren die möchte ich gerne haben was würde die kosten?? Läuft sie noch wie ist sie im Stand??


Liebe Grüsse KILIAN Schwizer

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