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Brennstoffzellen fürs Eigenheim

März 2013 Interview mit Prof. Dr. Wolfram Münch, Sprecher des Praxisttests Callux.


Bereits heute sorgen zahlreiche Brennstoffzellen-Heizgeräte in Ein- und Zweifamilienhäusern für Wärme und Strom. Der Sprecher des bundesweit größten Feldtests, Prof. Dr. Wolfram Münch, ist unter anderem angesichts der vielen Betriebsstunden zuversichtlich, dass die Technologie bald marktreif sein wird.
© Callux
Bereits heute sorgen zahlreiche Brennstoffzellen-Heizgeräte in Ein- und Zweifamilienhäusern für Wärme und Strom. Der Sprecher des bundesweit größten Feldtests, Prof. Dr. Wolfram Münch, ist unter anderem angesichts der vielen Betriebsstunden zuversichtlich, dass die Technologie bald marktreif sein wird.

Callux-Feldtestkunden, wie zum Beispiel Marion Rennies aus Oldenburg, haben gute Erfahrungen mit den Anlagen gemacht.
© Callux
Callux-Feldtestkunden, wie zum Beispiel Marion Rennies aus Oldenburg, haben gute Erfahrungen mit den Anlagen gemacht.

FuG: Wann geht die Brennstoffzellen-Heizung in Serie?

Brennstoffzellen-Heizgeräte werden derzeit in Kleinserien gefertigt. Im Zuge der Durchführung weiterer Feldtests und größerer Demonstrationsprojekte werden auch die Vorbereitungen für eine Serienfertigung getroffen und weitere Produktionsschritte automatisiert. Die Markteinführung der innovativen Anlagen soll spätestens bis 2016 erfolgen.

FuG: Was kostet ein Brennstoffzellen-Heizgerät für Ein- oder Zweifamilienhäuser?

Die exakten Kosten der Geräte lassen sich erst zur Markteinführung benennen. Da sich aber Brennstoffzellen-Heizungen mit Konkurrenztechnologien messen lassen müssen, ist bereits durch den Heizgerätemarkt ein Preisrahmen festgelegt. Entsprechende Förderprogramme sollen später einen Anreiz schaffen, auf eine aufwendigere, aber auch sehr effiziente Technologie zu setzen.

FuG: Wie viel Energie werden Brennstoffzellen-Heizgeräte weniger als eine Gas-Brennwertgeräte verbrauchen und wie viel Emissionen lassen sich vermeiden?

Je nach Anwendungsfall können im Vergleich zu einem Gas-Brennwertkessel und zentralem Strombezug aus dem Netz Brennstoffzellen-Heizgeräte zwischen 25 und 35 Prozent Energie und CO2 einsparen.

FuG: Welcher Heizungsbauer beherrscht bis dahin die Technik?

Im Rahmen des bundesweit größten Praxistests Callux engagieren sich Heizgerätehersteller und Energieversorger auch für die Berufsbildung. Mit entsprechenden Schulungsprogrammen wird das Heizungshandwerk rechtzeitig auf die Markteinführung der Brennstoffzellentechnologie vorbereitet. Bereits heute sind motorbetriebene Mikro-KWK-Anlagen erhältlich, deren Installation vergleichbar ist.

FuG: Wie oft muss die Brennstoffzelle gewartet werden, wie aufwendig ist das und was kostet es?

Da sich Brennstoffzellen-Heizgeräte noch in der Feldtestphase befinden, liegt die Wartungshäufigkeit derzeit noch über heutigen konventionellen Technologien. Bei einem marktfähigen Gerät wird sich die Wartungsintensität im Rahmen vergleichbarer Anlagen halten.

FuG: Ist die Brennstoffzellenheizung sicher?

Brennstoffzellen-Heizgeräte erfüllen alle Sicherheitsanforderungen, die der Gesetzgeber an Heizungsanlagen stellt. Hauseigentümer müssen keine anderen Vorsichtsregeln als bei jeder anderen Gasheizung beachten.

FuG: Muss an meiner alten Heizanlage (Heizkörper + Leitungen) etwas verändert werden?

Brennstoffzellen-Heizgeräte lassen sich in bestehende Heizanlagen problemlos integrieren. Heizkörper und Leitungen müssen normalerweise nicht modernisiert werden. Wer allerdings mit einem sehr alten Gaskessel heizt, zum Beispiel mit einem Niedertemperaturgerät, der muss – wie auch bei Brennwert-Heizungen – ein geeignetes Abgassystem einbringen lassen. Hierfür gibt es kostengünstige Montagesysteme.

FuG: Welche Lebensdauer hat solch eine Heizung?

Brennstoffzellen-Heizungen lassen sich bei regelmäßiger Wartung ebenso lang wie andere Gasheizsysteme betreiben. So werden zum Beispiel gemäß VDI-Richtlinie 2067, die für Wirtschaftlichkeitsvergleiche herangezogen wird, für Gas-Brennwertgeräte rechnerische Nutzungszeiten von 18 Jahren zugrunde gelegt.

FuG: Hat die neue Technik auch schlechte Eigenschaften?

Ein Brennstoffzellen-Heizgerät wird mit Erdgas betrieben – eine klimaschonende, aber natürlich im ersten Schritt nicht CO2-freie Art zu heizen. Aber die Energieversorgung in Deutschland befindet sich in einem raschen Wandel. Immer mehr Bio-Erdgas aus regenerativen Quellen wird in das Erdgasnetz eingespeist und kann auch von Brennstoffzellen-Anlagen genutzt werden. Durch den Ausbau der Windkraft und das neue Verfahren, überschüssigen Strom zur Wasserstoffproduktion zu nutzen, der sich ins Erdgasnetz einspeisen lässt, steigt der Anteil regenerativen Erdgases weiter an.

FuG: Welche Fördermittel kann man erwarten?

Um die Technologie erfolgreich in den Markt zu bringen, ist anfangs nach unserer Meinung ein Markteinführungsprogramm notwendig. Über die inhaltliche Ausgestaltung eines Förderprogramms lässt sich heute noch nichts sagen.

FuG: Wird es möglich sein, wie beim Callux-Feldtest, dass die Heizung von meinem Sanitär-Installateur über DSL überwacht und gesteuert werden kann?

Im Zuge des Feldtests Callux wurde die so genannte Callux-Box entwickelt. Sie stellt eine zentrale Kommunikationsschnittstelle dar, die Fernüberwachung und -steuerung von Brennstoffzellen-Heizungen ermöglicht. Grundsätzlich wird es möglich sein, dass ein Heizungsfachmann ein Brennstoffzellen-Heizgerät fernüberwacht und -steuert.



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