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Zukunft Rasenmähen: Aufsitzer und Roboter?

März 2013 Eigentlich ist noch gar nicht die Zeit, übers Rasenmähen zu schreiben. Draußen schneit es ohne Ende – im Rheinland wurde gerade die wichtigste Jahreszeit gefeiert: Karneval. Und jetzt also Rasenmähen …


In Familienheim und Garten wird schon fast traditionell über des Deutschen liebstes Hobby, das Rasenmähen, berichtet. Aber ist es das wirklich? Haben doch unsere Leser mit die größten privaten Gärten Deutschlands – von 350 bis 2.000 m2 – im Mittel sprechen wir laut jüngerer Leserbefragung von rund 630 m2. Dabei ist auch der Anteil der Rasenflächen enorm. Macht da Rasenmähen wirklich noch Spaß?

Politik und Statistik führen uns immer wieder die älter werdende Gesellschaft vor Augen – und das Alter macht auch nicht vor den Eigenheim-Besitzern halt. Da wird klar, dass das mindestens wöchentliche Mähen in den Sommermonaten auch zur Last werden kann. Für "Rasenmäherromantik" mit dem guten Handmäher bleibt da nicht mehr viel übrig. Bei den großen Flächen bindet das Mähen viel Zeit und Mühe – und dann noch der Rasenschnitt. Aber auch ein zum Rasen umfunktionierendes Gemüsebeet macht nicht immer weniger Arbeit.

Familienheim und Garten berichtete in den letzten Jahren immer wieder über aktuelle Entwicklungen wie Roboschafe, Akkumäher, Aufsitzer, Elektro- und Motormäher mit und ohne Antrieb oder unterzog die Geräte Langzeittests. Dies aus dem Wissen heraus, dass jährlich weit über 10 Prozent unserer Leser mit dem Ersatz ihrer alten Mäher konfrontiert werden. In Zahlen sind das mehr als 35.000 Mäher pro Jahr.

Da stellen sich viele Fragen: Womit kann ich mir diese Arbeit leichter machen – und vielleicht sogar Spaß daran bekommen? Kann ich selbst weitermähen oder brauche ich Hilfe aus der Nachbarschaft?

Aus der Erfahrung heraus und den aktuellen Entwicklungen im Rasenmäher-Markt zufolge scheinen sich zwei Geräteklassen heraus zu kristallisieren, die den Bedürfnissen nach weniger Aufwand und Mühe gerecht werden: kleine, wendige und auch für kleinere Grundstücke geeignete Aufsitzmäher wie die so genannten Rider und die Robotermäher, die derzeit für Furore sorgen. Fast alle Markenhersteller haben dazu Geräte im Angebot.

Wir haben uns stellvertretend zwei Geräte besorgt und in der letzten Gartensaison parallel zueinander laufen lassen: den neu entwickelten Rider der Firma Viking und den Rasenroboter von John Deere mit dem schön klingenden Namen Tango. Wir wollten wissen, wie sich die Geräte im täglichen Umgang bewähren und ob Sie die eingangs aufgestellten Kriterien nach einfacher Bedienung und wenig Aufwand bedienen können.

Direkt zu Anfang schon unser erstes Fazit: Ja, sie können.

nach obenAufsitzmäher Rider von Viking

Rider von Viking: Gute Erreichbarkeit der Bedienelemente.
© Böker
Rider von Viking: Gute Erreichbarkeit der Bedienelemente.
Rider von Viking: Großer Fangkorb.
© Böker
Rider von Viking: Großer Fangkorb.
Äußerst komfortabel: die Vorwärts-Rückwärtsschaltung am Lenkrad. Damit ist der Rider richtig gut manövrierbar.
© Böker
Äußerst komfortabel: die Vorwärts-Rückwärtsschaltung am Lenkrad. Damit ist der Rider richtig gut manövrierbar.
Rider von Viking: Verschütt-Schutz um den Tankstutzen.
© Böker
Rider von Viking: Verschütt-Schutz um den Tankstutzen.
Für größere wie kleinere Gärten bestens geeignet - kurze Bauform, übersichtliche Sitzposition, alle Bedienelemente gut erreichbar. Durch den großen Fangkorb ein großartiges, durch wenige Pausen gestörtes Mäherlebnis. Der Rider von Viking glänzt auch mit Details wie dem Verschütt-Schutz um den Tankstutzen und das Ablagefach für Getränke (siehe weitere Bilder).
© Böker
Für größere wie kleinere Gärten bestens geeignet - kurze Bauform, übersichtliche Sitzposition, alle Bedienelemente gut erreichbar. Durch den großen Fangkorb ein großartiges, durch wenige Pausen gestörtes Mäherlebnis. Der Rider von Viking glänzt auch mit Details wie dem Verschütt-Schutz um den Tankstutzen und das Ablagefach für Getränke (siehe weitere Bilder).
Fangen wir mit dem Rider an: Wie der Name schon vermuten lässt reitet man auf dem Rider und das recht bequem. Durch seine kurze Bauart ist er äußerst wendig und lässt sich sehr gut um Bäume, Büsche und Beete herum navigieren. Bemerkenswert ist die Vorwärts-Rückwärts-Schaltung per Lenkrad-Hebel und die äußerst sensitive Geschwindigkeitsregelung übers automatische hydrostatische Getriebe – damit ist der Rider perfekt und feinfühlig zu steuern. Zwar hat man bei einem Aufsitzer, wenn kein Mulchkit montiert ist (das aber beim Rider nachrüstbar ist), immer noch die leidige Rasenschnitt-Entsorgung – aber die ganze Sache bringt dauerhaft Spaß. Insgesamt machte der Rider einen rundherum sehr guten Eindruck, die Sitzposition weit vorn verschafft dem Fahrer einen sehr guten Überblick. Er ist ausreichend stark motorisiert und recht flott unterwegs. Größere Grundstücke kann er natürlich auch! Nur zwei Punkte fielen auf: Der große Fangkorb neigte bei "hubbeligem" Gelände zum Aufspringen – das wurde aber zwischenzeitlich von Viking konstruktiv behoben. Und bei hohem, fettem Gras verstopfte er gerne mal. Da ist es besser, in zwei unterschiedlichen Höhen zu mähen.

Viking Rider in Aktion

  • Der große Fangkorb lässt sich leicht aufklappen und entleeren. | © Böker
  • Selbst größere Rasenflächen lassen sich ohne viele Zwischenstopps zügig mähen. | © Böker
  • Höheres, fettes Gras mäht man besser in zwei Durchgängen – damit vermeidet man das Verstopfen des Auswurfkanals. | © Böker
  • Einziges Manko beim Testgerät: Auf welligem Gelände sprang der Fangkorb gerne einen Spalt auf. Dies ist aber laut Hersteller Viking konstruktiv behoben worden. | © Böker
  • Durch seine Kompaktheit ist der Rider äußerst gut zu manövrieren. | © Böker
  • Auch Kantennahes mähen ist durch die sehr gute Übersichtlichkeit kein Problem. | © Böker
  • Das Mähwerk wird durch Knopfdruck hydraulisch zu- beziehungsweise abgeschaltet. | © Böker
  • Gas- und Bremspedalerie – der Rider ist sehr feinfühlig zu bewegen. Recht flott auf geradem Gelände und ganz vorsichtig um Ecken und Kanten. | © Böker
  • Der große Lenkeinschlag, die feinfühlige Steuerung und das komfortable Umschalten für Vor- und Rückwärtsfahren bringen Fahrspass und die nötige Beweglichkeit auch für kleinere bis mittelgroße Gärten. | © Böker

nach obenMähroboter Tango von John Deere

Der Tango von John Deere mit Ladestation. Gut zu sehen: das Bedienfeld mit LCD-Bildschirm. Der Tango ist rundum dicht und kann bei jedem Wetter draußen bleiben.
© Böker
Der Tango von John Deere mit Ladestation. Gut zu sehen: das Bedienfeld mit LCD-Bildschirm. Der Tango ist rundum dicht und kann bei jedem Wetter draußen bleiben.

Tango von John Deere: Das vierflügelige Federstahlmesser, das auch mal einen Stein verschmerzen kann. Die Mähhöhe wird am Messergehäuse eingestellt.
© Böker
Tango von John Deere: Das vierflügelige Federstahlmesser, das auch mal einen Stein verschmerzen kann. Die Mähhöhe wird am Messergehäuse eingestellt.
Der Tango von John Deere – baugleich mit dem Mowit von Sabo – macht optisch ebenso viel her wie der Rider. Einen hohen Spaßfaktor besitzt auch er – allein beim Zuschauen, wenn er seine Runden dreht und man in der Zeit grillen kann. Ein großer Vorteil ist aber, dass er als Mulcher keinen, oder besser einen kaum sichtbaren, Rasenschnitt hinterlässt. Und das sehr feine Mulchmaterial gibt dem Rasen Nahrung.

Aber vor dem Spaß ist einmalig etwas Mühe gesetzt. Für Rasenroboter – das gilt generell für alle Geräte – muss erst einmal ein Induktionskabel als Außenbegrenzung verlegt und die "Garage" mit Strom versorgt werden. Die Kabelverlegung muss sehr sorgfältig geschehen – das Gerät hat Abstände und Mindestdurchfahrtbreiten, die beachtet werden müssen. Im Testfall war auf dem etwa 800 m2 großen Rasengelände für die Erstverlegung und die Fixierung des Kabels mit Erdnägeln ein ganzer Vormittag notwendig. Testläufe zeigten, wo nachgearbeitet oder beispielsweise Büsche etwas beigeschnitten werden mussten, damit der Tango dort besser fahren konnte.

Tango von John Deere: Das komplette Montagematerial inklusive Ladestation.
© Böker
Tango von John Deere: Das komplette Montagematerial inklusive Ladestation.
Tango von John Deere: Zur Verlegung des Induktionskabels wird erst der Rasen bis fast zur Narbe abgemäht. Die Platzierung des Drahtes erfolgt mit dem Zentimetermaß. Liegt das Kabel erst mal perfekt, kann es im Boden verschwinden.
© Böker
Tango von John Deere: Zur Verlegung des Induktionskabels wird erst der Rasen bis fast zur Narbe abgemäht. Die Platzierung des Drahtes erfolgt mit dem Zentimetermaß. Liegt das Kabel erst mal perfekt, kann es im Boden verschwinden.

Übrigens: Beete und andere Flächen, die nicht dem Mäher zum Opfer fallen dürfen, werden durch die Einbeziehung in die Induktionsschleife geschützt.

Später zeigte sich, dass es von Vorteil ist, das Kabel tiefer in den Boden zu legen. Hier kann es beispielsweise beim Arbeiten mit dem Rasentrimmer nicht verletzt werden.

Die Programmierung des Tango ist relativ einfach: Im Wesentlichen werden Grundstücksgröße, Mähzeiten und das gezielte Anfahren von Mähbereichen einprogrammiert. Der Tango fuhr seine Programme präzise ab und nach etwa drei Monaten bewahrheitete sich auch, dass das häufige Mähen tatsächlich zu einem sehr gleichmäßigen Rasenbild führte. Anfängliche Probleme mit Hanglagen und nassem Rasen wurden vom Hersteller über ein allgemeines Softwareupdate sehr gut behoben.

Wenn der Tango merkte, dass sein Lithium-Akku eine neue Ladung benötigt, fuhr er zuverlässig und automatisch zu seiner Garage, tankte auf und mähte anschließend weiter – sehr leise und ohne die Nachbarschaft beim Mittagsschläfchen im Garten zu stören.

John Deere Tango in Aktion

  • | © Böker
  • Ist festgelegt, welche Rasenflächen vom Roboter-Mäher bearbeitet werden sollen, wird am besten der Verlauf des Begrenzungsdrahtes ganz niedrig abgemäht. So lässt sich das dünne Kabel am einfachsten verlegen und mit Rasennägeln aus Kunststoff befestigen. Das Kabel wächst mit der Zeit in die Rasennarbe ein. | © Böker
  • Vorsicht ist aber geboten, wenn man in der Nähe des Verlaufs mit einem Rasentrimmer arbeitet. Letztendlich wird das Kabel später – wenn nach den Erprobungsfahrten alles exakt verlegt ist – in den Boden "versenkt". Bis etwa 10 Zentimeter tief kann es liegen.
    Wird das Kabel einmal "verletzt", kann man die durchtrennte Stelle mit entsprechendem Gerät aufspüren. Solche Geräte kann man meist beim guten Fachhändler ausleihen. | © Böker
  • Der Tango vor seiner Ladestation. Hierher findet er selbständig zurück, wenn die Batterieleistung zur Neige geht. An der Ladestation wird die Betriebsbereitschaft der Induktionsschleife angezeigt. Ist hier eine Störung – wie beispielsweise ein getrenntes Kabel – kann der Mäher seine Arbeit nicht aufnehmen. | © Böker
  • In der Detailaufnahme gut zu erkennen, die Kontakte für die Batterieaufladung. | © Böker
  • Der Antrieb läuft über die beiden hinteren großen Rädern mit jeweils einem eigenen Motor. Damit kann der Tango auf der Stelle drehen und seine Fahrt in eine andere Richtung fortsetzen.
    Die meisten Rasenroboter arbeiten nach dem Zufallsprinzip. Stoßen sie an die Außenbereiche der Induktionsschleife, fahren Sie im gleichen Winkel (Prinzip Billard) weiter. Über einen bestimmten Zeitraum hinweg ist eine nahezu vollkommene Abdeckung der gesamten Rasenflächen gewährleistet. Im Testbetrieb für der Mäher drei mal in der Woche jeweils etwa ein- bis zwei Stunden. | © Böker
  • Verzwickt: das Rasenstück hinter der Kräuterspirale hat nur eine enge Durchfahrt und stellt schon ein kleines Problem dar, weil Rasenroboter generell bestimmte Durchfahrtsbreiten beziehungsweise Abstände bei der Verlegung des Induktionskabels benötigen. Der Tango kann solche "Problemstellen" gezielt auf der Schleife anfahren und über eine festgelegte Zeit dort mähen. | © Böker
  • Beete, Bäume und Sträucher werden durch das Induktionskabel "geschützt". Im Bereich der Zuführung an das Hindernis liegen "Vor- und Rücklauf" ganz dicht aneinander. An diesen Stellen hebt sich die Induktion gegenseitig auf und kann vom Mäher überfahren werden. | © Böker
  • Deutlich zu erkennen: Der Tango wird durch eine "Fangschleife" – die beiden Drähte links vor der Station – in seine Garage geführt. | © Böker

nach obenFazit

Man könnte problemlos weitere Vorzüge beider Geräte und Gerätegattungen anführen. Uns erscheinen beide wirklich in der Lage, die anfangs gestellten Anforderungen für mehr Arbeitserleichterung gut zu erfüllen und damit die Chance zu haben, die Mäher der Zukunft zu werden. Eins sollte man aber nicht aus dem Auge verlieren: Beide Gerätetypen haben ihren Preis – der sich allerdings durch die gewonnene Freizeit sicher mehrfach rechnet.

Ein bisschen Spaß darf sein...
Aufsitz-Rasenmäher e-Park 220 von Stiga
Neue Mäher für den Rasen
Alles dabei - das sollte bei einem" Gartenmarkt-Roboter" auch sein: Ausreichend Draht und Erdnägel.
Roboschafe, immer wieder Roboschafe

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