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Heizen mit Festbrennstoffen − Nachrüstung und Sanierung alter Feuerstellen

Eine angenehme, wohlige Atmosphäre erzeugen Kachelöfen. Für viele ältere Modelle, die den Anforderungen der neuen Immissionsschutz-Verordnung nicht mehr entsprechen bietet Buderus Austausch-Einsätze an.
© Buderus
Eine angenehme, wohlige Atmosphäre erzeugen Kachelöfen. Für viele ältere Modelle, die den Anforderungen der neuen Immissionsschutz-Verordnung nicht mehr entsprechen bietet Buderus Austausch-Einsätze an.

Juni 2012 Es gibt nur wenige Menschen, die ein wärmendes Feuer nicht als gemütlich empfinden. Und immer mehr Familien, die Ihre Überlegungen, eine moderne Festbrennstoffheizung anzuschaffen, in die Tat umsetzen. Aber auch in vielen Haushalten, die eine veraltete Feuerstätte haben, muss in den nächsten Jahren modernisiert oder saniert werden. Hier gilt es, die aktuellen Bestimmungen einzuhalten. Wichtige Ansprechpartner dabei: der Bezirksschornsteinfeger, sowie der Fachhändler beziehungsweise einen Kachel- oder Kaminofenbauer.


Die Anschaffung einer modernen Feuerstätte muss gut vorbereitet werden, denn solch ein Gerät soll für viele Jahre das Heim verschönern und behagliche Wärme liefern. Kaum ein anderer Einrichtungsgegenstand verändert die heimische Wohnkultur wie etwa ein Kachelofen, Kaminofen oder Heizkamin.

Bevor Sie sich mit dem Design einer Feuerstätte beschäftigen und die oftmals dicken Kataloge der Hersteller sichten, sollten Sie sich erst selbst eine Frage beantworten: Warum eine neue Feuerstätte?

Haben Sie in Ihrer Wohnung bereits Feuerstätten für feste Brennstoffe? Wollen Sie ein altes gegen ein modernes Gerät austauschen? Dann steht insbesondere die richtige Heizleistung im Vordergrund. Oder nutzen Sie eine Zentral- oder Etagenheizung und möchten sich zusätzlich eine Feuerstätte für feste Brennstoffe anschaffen. Dann sind die Fragen des Standorts in der Wohnung, des Schornsteinanschlusses und der richtigen Heizleistung zu beantworten. Unabhängig davon, welche Kaufmotive für Sie wichtig sind, achten Sie bitte immer darauf, dass die ausgewählte Feuerstätte ein niedriges Emissionsniveau aufweist verbunden mit einem hohen Wirkungsgrad.

Erkundigen Sie sich frühzeitig, ob Sie überhaupt eine Feuerstätte für feste Brennstoffe in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung betreiben dürfen oder ob Sie eventuell mit Einschränkungen rechnen müssen. Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Bezirksschornsteinfegermeister bzw. bei der zuständigen Behörde (z. B. Bauamt) Ihrer Gemeinde/Stadt.

nach obenWas tun, wenn feste Brennstoffe nicht eingesetzt werden dürfen?

  1. Bitten Sie Vertreter des Gemeinde- bzw. Stadtrats um Informationen über diesbezügliche Einschränkungen und lassen Sie sich diese erläutern.
  2. Nehmen Sie Kontakt zum Festbrennstoffbeauftragten auf. Hier erhalten Sie Informationen, Rat und Hilfe. Die Adresse finden Sie am Ende des Beitrages.

nach obenWo kann ich eine moderne Feuerstätte kaufen und wer baut sie mir ein?

Feuerstätten für feste Brennstoffe gibt es beim Kachelofenbauer, in Kaminstudios, beim Fachhandel und in Baumärkten. Die Auswahl ist groß – ob klassisch, rustikal oder elegant – für jeden Geschmack und in jeder Preisklasse. Achten Sie beim Erwerb darauf, dass sie mit dem so genannten Ü-Zeichen gekennzeichnet ist (seit 1. Juli 2007 verbindlich mit CE-Zeichen). Das Zeichen sagt aus, dass die Feuerstätte den gesetzlichen Bestimmungen entspricht.

Der Selbsteinbau gehört zu den anspruchsvollen "Do-it-yourself-Arbeiten” und erfordert spezielle Kenntnisse. Der Einbau bzw. die Aufstellung einer Feuerstätte sollte besser durch einen Fachbetrieb erfolgen. Sonst können beim Betrieb oder der Abnahme Probleme entstehen. In einigen Bundesländern ist es notwendig, die fachgerechte Aufstellung des Gerätes bestätigen zu lassen. Fragen Sie hierzu bitte den zuständigen Schornsteinfeger oder Fachbetrieb.

nach obenWelches Gerät ist das Richtige für mich?

Das hängt davon ab, ob Sie Ihre Feuerstätte als Zusatzheizgerät neben Ihrer Zentral- oder Etagenheizung nutzen wollen oder als Hauptheizgerät. Bei der Nutzung als Zusatzheizgerät steht neben der Behaglichkeit und dem Feuererlebnis für viele die Energiekosteneinsparung im Vordergrund. Beachten Sie dabei, dass die Leistung der Feuerstätte dem tatsächlichen Wärmebedarf angepasst ist – auch hier kann der Schornsteinfeger helfen.

Bei der Verwendung als Vollheizung sollte eine exakte Wärmebedarfsrechnung von einem Kachelofenbauer oder einem Fachbetrieb erstellt werden. Je nach Gerätegröße ist das Gewicht und damit auch die Statik des Hauses zu beachten. Darüber hinaus muss festgelegt werden, wo das Ofenrohr installiert wird. Wenn Sie Ihre Feuerstätte mit Braunkohlenbriketts beheizen wollen, beachten Sie, dass die Feuerstätte über einen Rost verfügt, der aber auch die Verbrennung von Holz positiv beeinflussen kann.

nach obenWelche Brennstoffe sind geeignet?

Es dürfen entsprechend der Verordnung über Kleinfeuerungsanlagen nur geeignete Brennstoffe wie beispielsweise naturbelassenes stückiges trockenes Holz, Holz- oder Braunkohlenbriketts eingesetzt werden. Rohstoff- und produktionsbedingt weisen Braunkohlenbriketts eine definierte und konstante Qualität auf. Diese unterliegt einer strengen Kontrolle. Braunkohlenbriketts, wie die der Dachmarke Heizprofi aus den deutschen Revieren, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen. Eine Feuerstätte für Festbrennstoffe ist keine Müllverbrennungsanlage! Abfälle, Plastik, Pappen, behandeltes Holz (gestrichen, lackiert, imprägniert oder Spanplatten) und auch nasses beziehungsweise waldfrisches Holz (Wassergehalt über 20 Prozent) dürfen nicht verbrannt werden. Das Verbrennen ungeeigneter Stoffe führt zu erheblichen Umweltbelastungen – und die wiederum meist zu Nachbarschaftsproblemen. Darüber hinaus schaden ungeeignete Brennstoffe der Feuerstätte und dem Schornstein.

nach obenWie bediene ich die Feuerstätte richtig?

Praktizierter Umweltschutz ist nicht nur eine Frage der Umweltverträglichkeit des Brennstoffs und des modernen Heizgerätes. Zur Vermeidung unnötiger Emissionen gehören:

  • der richtige Brennstoff
  • die richtige Feuerstätte / Schornstein sowie
  • die richtige Handhabung.

Bei fachgerechter Bedienung der Heizgeräte können die Emissionen bei der Verbrennung von Holz und Holzbriketts sowie hochwertigen Briketts aus Braunkohle, deutlich gesenkt werden. Die folgenden Hinweise dienen der Orientierung:

  1. Unbedingt die Bedienungsanleitung des Heizgerätes beachten.
  2. Setzen Sie nur die dort aufgeführten zugelassenen Brennstoffe ein!
  3. Bei manchen Feuerstätten kann es beim ersten Anheizen durch das Einbrennen der Lackierung zu Geruchsbelästigung kommen. Öffnen Sie deshalb die Fenster.
  4. Beim Anfeuern beachten: Legen Sie geeignete Feueranzünder, eine ausreichende Menge dünnes Anzündholz, ein paar Holzscheite, Holzbriketts oder Braunkohlenbriketts auf den sauberen Rost. Bringen Sie die Luftregler/-schieber in Anzündstellung beziehungsweise öffnen Sie die Luftzufuhr ganz. Zünden Sie den Feueranzünder an und schließen Sie die Feuerraumtür. Wenn der Brennstoff vollständig entzündet ist, stellen Sie die Luftregler/-schieber gemäß Bedienungsanleitung auf die gewünschte Leistungsstufe oder reduzieren die Luftzufuhr. Achtung: Verwenden Sie niemals ungeeignete Anzündhilfen wie zum Beispiel Benzin!

nach obenHeizbetrieb

Nach der Anzündphase entsteht ein Glutbett. Für den Heizbetrieb rütteln Sie die Asche ab beziehungsweise schüren das Glutbett. Legen Sie einige Holzscheite, Holz- oder Braunkohlenbriketts auf die Glut und stellen Sie die Luftregler/-schieber auf Anzündstellung oder öffnen Sie die Luftzufuhr vollständig. Wenn der Brennstoff entzündet ist, stellen Sie die Luftregler auf die gewünschte Wärmeabgabe ein.

nach obenGlut halten

Legen Sie vor der Nachtruhe noch zwei bis vier Braunkohlenbriketts auf das Glutbett und warten Sie bis sie brennen. Dann stellen Sie die Luftregler gemäß Bedienungsanleitung ein. Am nächsten Morgen können Sie, nach dem Sie die Asche abgerüttelt und das Glutbett geschürt haben, neuen Brennstoff auf die Glut legen. Verfahren Sie weiter wie unter "Heizbetrieb” beschrieben.

Bei einem zu kleinen Glutbett sollten Sie zunächst eine ausreichende Menge dünnes Anzündholz auflegen.

Bitte beachten: Wenn Sie Ihre Feuerstätte mit offener Feuerraumtür betreiben, sollten Sie vorzugsweise getrocknetes Laubholz verwenden, da Nadelhölzer zum Funkenflug neigen. Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Feuerstätte überhaupt für diese Betriebsart zugelassen ist. Der offene Betrieb ist wenn, nur gelegentlich erlaubt und grundsätzlich nur unter Aufsicht zulässig!

nach obenWelche Brandschutzbestimmungen gelten?

Die bei der Installation zu beachtenden Schutzmaßnahmen sind abhängig von der Art der Feuerstätte. Detaillierte Hinweise gibt der Hersteller in seiner Aufstellanleitung. Diese sind unbedingt zu beachten!

Schornsteinsystem 'Kerastar' von Schiedel; eignet sich zum Sanieren oder Nachrüsten für Kamin- und Kachelöfen.
© Schiedel
Schornsteinsystem 'Kerastar' von Schiedel; eignet sich zum Sanieren oder Nachrüsten für Kamin- und Kachelöfen.
Schornsteinsystem 'Kerastar' von Schiedel; eignet sich zum Sanieren oder Nachrüsten für Kamin- und Kachelöfen.
© Schiedel
Schornsteinsystem 'Kerastar' von Schiedel; eignet sich zum Sanieren oder Nachrüsten für Kamin- und Kachelöfen.

nach obenWie ist es mit der nötigen Verbrennungsluft?

Schornsteinfeger oder Fachbetrieb beurteilen, ob für Ihr Heizgerät eine ausreichende Verbrennungsluftzufuhr sichergestellt ist. Beide müssen auch wissen, ob Sie eine Dunstabzugshaube im Abluftbetrieb nutzen.

nach obenWo werden raumluftunabhängige Feuerstätten benötigt?

Sollen Feuerstätten in modernen Gebäuden mit luftdichter Hülle in Verbindung mit mechanischer Be- und Entlüftung betrieben werden, sind hohe Anforderungen an die Dichtigkeit und das Emissionsverhalten der Feuerstätte zu stellen. Die Verbrennungsluftversorgung erfolgt über dichte Leitungen aus dem Freien oder von einem Luft-Abgas-Schornstein. Derzeit bedürfen diese Geräte einer allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung, erkennbar an der Zulassungsnummer auf dem Ü-Zeichen.

nach obenIst der Schornstein für die Festbrennstoff-Feuerstätte geeignet?

Der Schornstein muss für die Feuerstätte geeignet sein. Lassen Sie sich unbedingt vor Inbetriebnahme von Ihrem zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister die Eignung bestätigen.

Lassen Sie die Verbindung der Feuerstätte zum Schornstein von einem Fachmann ausführen.

nach obenKehr- und Überprüfungsordnungen der Länder

Diese enthalten Kehrfristen von einmal bis dreimal jährlich. Auskunft gibt der zuständige Schornsteinfeger. Funktionsstörungen haben häufig ihre Ursache in verschmutzten und verrußten Feuerstätten bzw. Verbindungsstücken zum Schornstein.


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