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Dämmung mit Naturstoffen

Oktober 2011 In unserer letzten Folge wollen wir Ihnen Dämmstoffe vorstellen, die zugegeben etwas ungewöhnlich sind, aber aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Und selbst bei Naturstoffen muss manchmal mit chemischen Substanzen nachgeholfen werden, damit das Ungeziefer die Dämmstoffe nicht befällt und damit der Brandschutz gewährleistet ist.


nach obenSchafwolle

Sie hat nur einen kleinen Marktanteil in Deutschland – etwa 0,5 Prozent bei den Dämmstoffen insgesamt, bei den nachwachsenden Dämmstoffen beträgt der Marktanteil vier Prozent. In der Vergangenheit wurde die Schafwolle aus Neuseeland eingeführt. Doch in letzter Zeit kommt der Rohstoff aus Europa. Aus der Schurwolle werden Matten, Rollen oder Stopfwolle hergestellt.

Die Wolle wird gewaschen, entfettet, pH-neutralisiert, im Feinöffner vermischt, von allen Fremdstoffen gründlich gereinigt und gekämmt. Das dabei entstandene Vlies wird kreuzweise übereinander gelegt und geschnitten. Schnittabfall wird recycelt.

Da Schafwolle anfällig gegen Kleidermotten ist, muss sie behandelt werden, meist mit Natriumcarbonat. Dadurch ist die Wolle auch gleich flammhemmend geschützt. Schafwolle gehört zu einer ähnlichen Wärmeleitgruppe (WGL) wie Steinwolle, Holzfaser oder Zellulose. Sie wird in die Baustoffklasse B2 eingestuft, ist also normal entflammbar. Die Entzündungstemperatur liegt ungefähr bei 600 °C.

Man sagt der Schafwolle eine schadstoffsanierende Eigenschaft nach und aufgrund ihrer Herkunft sowie Faserstruktur die Fähigkeit zum Abbau von Formaldehyd. Auch soll sie beispielsweise Toluol aus der Raumluft binden. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei ungefähr 22 Euro.

Schafe
© Hock
Schafe
Schafwolle als Dämmstoff
© Hock
Schafwolle als Dämmstoff

nach obenFlachs

Flachs wird schon seit über 6.000 Jahren von Menschen genutzt. Bereits die Ägypter stellten daraus edles Leinen her. Heute werden Leinsamen als Lebensmittel und Leinöl als Grundstoff für Kosmetika und Farben verarbeitet.

Für die Verwendung am Bau wird Flachs als Dämmstoffmatte, Platte, Vlies und Stopfwolle für die Wärme- und Schalldämmung eingesetzt.

Der Dämmstoff wird aus Kurzfasern, die als Nebenprodukt der Leinengewinnung anfallen, hergestellt. Allerdings ist zur höheren Stabilität oft etwas Polyester zugesetzt. Er weist einen WLG-Wert von 0,040 auf (ähnlich wie Steinwolle, Zellulose und Polystyrol). Flachs wird in die Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) eingestuft. Der Marktanteil von Flachs und Hanf zusammen liegt unter 0,5 Prozent. Besonders attraktiv für den Heimwerker ist die Verarbeitungsfreundlichkeit, denn Flachs lässt sich mit Messer oder Schere auf Maß schneiden. Er ist widerstandsfähig gegen Fäulnis, Schimmelpilz und Ungezieferbefall, hat sehr gute feuchtigkeitsregulierende Eigenschaften, ist diffusionsoffen und umweltfreundlich zu entsorgen. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei ungefähr 30 Euro.

Flachs
© Daniela Reiter / PIXELIO, www.pixelio.de
Flachs
Flachs als Matte und Rolle
© Hock
Flachs als Matte und Rolle

nach obenHanf

Ist eine robuste, schnell wachsende Pflanze. Hanf-Dämmung ist beständig gegen Feuchte, schädlingsresistent und kein guter Nährboden für Schimmelpilze. Eine gute Dämmwirkung ist gewährleistet.

Für den Dämmstoff wird Hanfstroh verarbeitet. Aus den Fasern werden Dämmmatten, wobei oft synthetische Fasern zugegeben werden. Hanf ist in die Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) eingestuft. Für den Brandschutz wird beispielsweise Ammoniumphosphat eingesetzt. Die Wärmeleitfähigkeit wird mit 0,040 bis 0,045 W/(m K) angegeben. Ein Fachbetrieb sollte klären, ob ihr Dach für eine Hanfdämmunmg geeignet ist.

Hanfmatten können für Wände, Böden und Dächer eingesetzt werden – im Dach als Zwischensparren- und Aufdach-Dämmung. Hanf ist sehr gut hautverträglich und lässt sich staubarm verarbeiten.

Hanffasern enthalten kein Eiweiß. Deshalb müssen sie auch nicht gegen Käfer oder Motten behandelt werden. Hanf ist gegen Schadinsekten und Schimmelbefall natürlich geschützt, wirkt feuchtigkeitsregulierend und bietet einen guten Hitzeschutz im Sommer. Die Verarbeitung ist einfach. Der Preis pro Quadratmeter liegt bei ungefähr 18 Euro.

Hanf
© Hock
Hanf
Zwischensparrendämmung mit Hanf
© Hock
Zwischensparrendämmung mit Hanf

nach obenHersteller

Schafwolle

Flachs

Hanf

Alchimea Naturwaren GmbH
www.alchimea.de

Daemwool Naturdämmstoffe GmbH & Co. KG
www.daemwool.at

Woolin Group – Naturprodukte GmbH
www.woolin.at

Baur Vliesstoffe
www.klimalan.com
Flachshaus GmbH
www.flachshaus.de
Steico AG
www.steico.com

Hock GmbH & Co. KG
www.thermo-hanf.de

Thermo-plastic Eilberger GmbH
www.thermo-plastic.de

Hanffaser Uckermark Nowotny GmbH
www.hanffaser.de

Dieter Fellerhoff Naturfaserdämmstoffe
www.canafloc.de

Aufbau eines WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem)
Wärmedämm-Verbundsysteme
Alternative Wärmedämmverbundsysteme
Bei Verwendung eines Dämmstoffs auf der Geschoßdecke mit Wärmeleitgruppe 035 ist zur Erfüllung der sich aus der Nachrüstpflicht ergebenden Mindestanforderung eine Dämmstärke von 14 cm notwendig. Zur Erfüllung der Fördervoraussetzungen für das KFW-Programm 152 (ab 1.3.2011) ist eine Dämmstärke von 18 cm notwendig.
Dachdämmung mit Polystyrol

Schlagworte dieser Seite:

Dämmen, Dämmstoff, Flachs, Hanf, Schafwolle, Wolle, feuchtigkeitsregulierend

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