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Dachdämmung zum Einblasen

Dämmung zum einblasen
© isofloc
Dämmung zum einblasen

September 2011 Polyurethan, Mineralwolle und Polystyrol haben wir Ihnen in den letzten Monaten vorgestellt. In der September-Ausgabe beschäftigen wir uns mit Dämmstoffen, die zwischen den Dachsparren eingeblasen werden.


Kerze ausblasen, das hat jedes kleine Kind schon gemacht. Einblasen? Gibt's das? Ja! Jedenfalls kann man Dämmstoffe in Hohlräume blasen. Und das sogar höchst effizient und relativ preiswert.

Seit es die neueste Energie-Einspar-Verordnung gibt, haben sich viele Spezialbetriebe auf dieses Verfahren konzentriert. Der größte Vorteil ist das fugenlose Dämmen – und das in relativ kurzer Zeit. Meist dauert es nur einen Tag, um ein Dach zu dämmen. Suchen Sie sich in ihrer Nähe einen Fachbetrieb – am besten im Internet oder aus den "Gelben Seiten".

Einblasmaschine
© Rockwool
Einblasmaschine
Denken Sie immer daran, dass jedes Dach seine spezifischen Konstruktions-Eigenschaften hat und individuell gebaut ist. Ein Angebot von zwei, oder besser drei Betrieben einzuholen und den Rat des Fachmanns zu beherzigen ist oberstes Gebot. Denn eine Einblasdämmung kann vom Heimwerker nicht ausgeführt werden. Erstens braucht man eine Gebläsemaschine und zweitens werden die Dämmstoffe nur an Fachunternehmen abgegeben.

Bei der Qual der Wahl wird der Fachmann Ihnen auch den besten Dämmstoff für Ihr Dach empfehlen. Denn es gibt eine ganze Palette davon. Wir stellen Ihnen die gängigsten Materialien vor.

Ähnlich wie bei den Platten-Materialien sind auch hier die Mineraldämmstoffe mit über 60 Prozent Marktanteil die Spitzenreiter. Gefolgt von Zellulose, Vulkangestein, Polystyrol, Wiesengras, Holzfasern, Grasfasern, Kork, Glaswolle sowie Silikatleichtschaum.

Die größten Hersteller von Einblasdämmstoffen sind Ecofibre Dämmstoffe GmbH, Knauf Insulation GmbH (früher Deutsche Heraklit AG), Paroc Group, Saint-Gobain-Gruppe (Isover) und Rockwool.

Einblasdämmstoffe werden nicht nur im Dachbereich eingesetzt, sondern auch bei der Altbausanierung für die nachträgliche Kerndämmung. Hier wird das zweischalige Mauerwerk (zwischen Vor- und Hintermauerschale) verfüllt.

Auch bei Neubauten werden Einblasdämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (meist Holzfasern oder Zelluloseflocken) wegen ihres besonders guten sommerlichen Wärmeschutzes eingesetzt. Der ausgezeichnete Schallschutz ist ebenfalls erwähnenswert.

Einige Rohstoffe dürfen nicht in öffentlichen Gebäuden eingebaut werden, wenn sie nicht in der Baustoffgruppe A1 (schwer entflammbar) eingestuft sind.

Die Energieeinsparung lässt sich rechnen: im Dachbereich 20 bis 40 Prozent, bei der Kerndämmung etwa 30 Prozent.

Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Gerüst benötigt wird, auch ein Haus in der zweiten Reihe kann leicht über bis zu 80 Meter lange Schläuche beliefert werden. Vorhandene Dachkonstruktionen müssen nur teilweise geöffnet werden.

Der Dämmstoff wird in der Regel in Säcken angeliefert und mittels Einblasmaschine problemlos bis in 30 Metern Höhe gefördert. Besonders vorteilhaft ist der geringe Zeitaufwand und die einfache Einbringung.

Hier die wichtigsten Dämmstoffe für die Einblasdämmung:

nach obenZellulose

Zelluloseflocken werden aus Altpapier hergestellt, das in den meisten Fällen von Tageszeitungen stammt. In mehreren Schritten wird das Altpapier zerkleinert und dreidimensional aufgefasert. Dadurch ensteht aus einem Papierschnipsel eine so genannte Zelluloseflocke. Nach dem Zusatz von etwa 15 Prozent Bohrsalzen wird bei allen Zellulosedämmstoffen die Brandklasse B2 (normal entflammbar) erreicht. Bei einigen neuen Produkten wird sogar die Brandklasse B1 (schwer entflammbar) erreicht. Bei diesen Flocken kommen als Brandschutz und Fungizidmittel Ammoniumsalze oder Aluminiumsalze zum Einsatz.

Zelluloseflocken haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 bis 0,045 W/(mK), eine sehr gute Isolierung und ebenfalls hervorragende Schallschutzeigenschaften. Sie dünsten keine Chemikalien aus und sind dampfdiffusionsfähig und feuchtigkeitsregulierend.

Zelluloseflocken sind sicher vor Ungezieferfraß und Schimmel, nicht druckbelastbar und können auch im Sprühverfahren auf senkrechten oder gewölbten Decken im Feuchtverfahren aufgespüht werden.

Zelluloseflocken sind nicht kompostierbar, aber recyclingfähig, wiederverwertbar und deponierfähig.

nach obenHolzfasern, Holzwolle

Sie werden aus Nadelholzabfällen ohne Zusätze hergestellt. Durch Verfilzung und Verzahnung beim Einblasen wird die Setzungssicherheit erreicht. Holzfasern bieten eine hohe dampfdiffusionsoffenheit, haben eine hohe Wärmespeicherfähigkeit und wirken feuchteregulierend. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,045 W/(mK). Holzfasern und Holzwolle sind kompostierbar und wiederverwertbar – Baustoffklasse B2 (normal entflammbar).

nach obenHolz- und Hobelspäne

Holz- und Hobelspän werden aus verfügbaren Abfällen aus der Holzverarbeitung von Weichholz (Fichten, Kiefern, Tannen) hergestellt. Zur Verbesserung des Brandschutzes werden sie mit Sodalauge und Molke (auch gegen Pilzbefall) imprägniert. Sie besitzen eine gute Wärmedämmeigenschaft, guten Schallschutz sowie eine sehr gute Wärmespeicherung. Sie wirken außerdem feuchteregulierend. In der Regel erfolgt der Einbau der Späne mit Hilfe von Spezialgeräten. Sie werden zwischen Schalungen eingebracht, eingerüttelt und zu einem Vlies verdichtet. Hobelspäne werden relativ selten allein, sondern meist als Bauelemente angeboten. Zur Herstellung dieses Dämmstoffs wird wenig Energie benötigt, er ist kompostierbar und enthält unbedenkliche Konservierungsstoffe. Er wird erst seit relativ kurzer Zeit angeboten.

Wärmeleitfähigkeit 0,045 bis 0,055 W/(mK) – Baustoffklasse B2 (normal entflammbar).

nach obenGrasfasern

Ein Dämmstoff, der zu 100 Prozent aus Naturzellulose besteht und nur einen geringen Marktanteil hat. Die Grasfasern werden bei der Trocknung in einem speziellen Verfahren brandsicher gemacht, sodass sie Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) erreichen. So entsteht ein Dämmstoff, der als Einblasdämmstoff oder als Schüttware Verwendung findet. Die gereinigten Fasern sind frei von Nährstoffen wie Proteinen und natürlichen Zuckern. Dadurch entfällt die Gefahr von Mäusefraß und Insektenbefall. Die Behandlung der Fasern in einem Borsalzbad garantiert den geforderten Brandschutz und verhindert den Schimmelpilzbefall. Grasfasern haben die Zulassung vom DIBT (Deutsches Institut für Bautechnik). Die Wärmeleitfähigkeit der Grasfaser beträgt etwa 0,040 W/(mK). Neben den hervorragenden Wärmedämmwerten zeichnet die Grasfaser sich durch ihre atmungsaktiven Eigenschaften aus. Die Fähigkeit, Wasserdampf aufzunehmen und abzugeben bleibt in höchstem Maße wegen der schonenden Trocknung erhalten. Durch die geringen Mengen an Borsalz ist die Grasfaser zu 100 Prozent biologisch abbaubar und bietet sich zur Kompostierung an.

nach obenInternetadressen von Herstellern von Einblasdämmstoffen


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Diesen Artikel kommentieren (2)

1
|
8. März 2014

isohaus

Aua!
Bitte den Eintrag unter Zellulose" korrigieren: Es wird weder "Bohrsalz" verwendet, noch wird hier gebohrt...
Zur Imprägnierung wird BORSALZ verwendet: Es handelt sich um das Natriumsalz der Borsäure. Die korrekte chemische Bezeichnung lautet Dinatriumtetraborat-Decahydrat.

2
|
22. November 2016

AmaliaB

Vielen Dank für den Artikel. Schön eine Übersicht der verschiedenen Stoffe zu haben die bei der Einblasdämmung verwendet werden. Bringt das im Artikel erwähnte Feuchtverfahren weitere Vorteile außer dass es auch auf senkrechten Flächen angebracht werden kann?

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