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Dachdämmung mit Polystyrol

August 2011 Nachdem wir im Mai einen Dachausbau mit Polyurethan-Elementen vorstellten und uns in der Juli-Ausgabe mit dem Dämmstoff Mineralwolle beschäftigt haben, wollen wir in diesem Monat den Dämmstoff Polystyrol vorstellen.


Als der Liter Heizöl noch weniger als 10 Pfennige kostete und der Liter Benzin noch keine 50 Pfennige, sprach kein Mensch vom Energiesparen. 1973 kam der Schock mit der ersten Ölkrise. So ging es dann Schlag auf Schlag. Die Dämmstoffe wurden weiter entwickelt und wuchsen in der Dimension. Der in den 50er Jahren patentierte Schaumstoff aus Polystyrol wurde von der BASF unter der Marke Styropor weiter entwickelt und immer populärer.

Bei Verwendung eines Dämmstoffs auf der Geschoßdecke mit Wärmeleitgruppe 035 ist zur Erfüllung der sich aus der Nachrüstpflicht ergebenden Mindestanforderung eine Dämmstärke von 14 cm notwendig. Zur Erfüllung der Fördervoraussetzungen für das KFW-Programm 152 (ab 1.3.2011) ist eine Dämmstärke von 18 cm notwendig.
© Schwenk
Bei Verwendung eines Dämmstoffs auf der Geschoßdecke mit Wärmeleitgruppe 035 ist zur Erfüllung der sich aus der Nachrüstpflicht ergebenden Mindestanforderung eine Dämmstärke von 14 cm notwendig. Zur Erfüllung der Fördervoraussetzungen für das KFW-Programm 152 (ab 1.3.2011) ist eine Dämmstärke von 18 cm notwendig.
1977 kam dann die erste Wärmeschutzverordnung. Die zweite folgte 1982 und 1995 die letzte Wärmeschutzverordnung. Ab 2002 gab es dann die erste Energieeinsparverordnung (EnEV), die uns beispielsweise verpflichtet, bis 2012 den Dachboden mit einem Wärmedämmwert (U-Wert) von 0,24 W/(m2K) zu sanieren. Es gilt eine Sonderregelung für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung bereits vor dem 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat. Hier entfällt diese Verpflichtung und wird bei einem Eigentümerwechsel fällig. Die Frist beträgt dann zwei Jahre ab dem Eigentumswechsel.

Die neue EnEV verpflichtet uns mit der Energie zu haushalten, auf der anderen Seite gibt es Förderprogramme, die uns in unterschiedlicher Höhe je nach Maßnahme bei der Sanierung finanziell unterstützen.

Wer, wann und wie viel Fördergeld bekommt, hängt von dem energetischen Zustand der Immobilie ab und dem Aufwand nach der Menge der Einsparung.

Hier sind aber die Hausbesitzer meist überfordert. Ein Energieberater muss helfen.

Polystyrol ist der billigste Dämmstoff für das Dach und dämmt hervorragend während der Heizperiode. Im Sommer hat er den Nachteil, dass der Hitzeschutz weniger günstig ist. Die Auswahl des Dämmstoffs sollte man aber erst treffen, wenn man mit einem Energieberater gesprochen hat, denn es kommt immer auf die vorhandene Dachkonstruktion an.

Selbermacher sollten besser andere Dämmstoffe verarbeiten, es sei denn, man dämmt die oberste Geschossdecke oder die Kellerdecke.

Um die Kellerdecke von unten zu dämmen, kann man die Platten mit einem Polystyrol-Kleber großflächig verkleben oder, wie unten, mit dem Schwenk-System einfach an die Kellerdecke hängen.
© Schwenk
Um die Kellerdecke von unten zu dämmen, kann man die Platten mit einem Polystyrol-Kleber großflächig verkleben.
Um die Kellerdecke von unten zu dämmen, kann man die Platten mit dem Schwenk-System einfach an die Kellerdecke hängen.
© Schwenk
Um die Kellerdecke von unten zu dämmen, kann man die Platten mit dem Schwenk-System einfach an die Kellerdecke hängen.

Polystyrol auf dem Dach ist Arbeit für den Fachmann. Es gibt Dämmsysteme für Flachdächer in vielen Varianten, die Auf-Sparren-Dämmung von außen und von innen. Bei der Innendämmung auf den Sparren verliert man allerdings viel Raum, wenn man den Dachboden später bewohnen will. Auch sind dann eventuelle weitere Nutzungen im Vorfeld zu berücksichtigen und einzuplanen.

Die Plattenmaße von 1.200 × 2.400 mm erlauben einen schnellen Baufortschritt und leichten Transport auf der Baustelle. Mit dem doppelt umlaufenden Nut-Feder-System dieser Dämmplatten von Kingspan Unidek sind die Dämmeigenschaften auch in der Fuge gesichert.
© Kingspan Unidek
Die Plattenmaße von 1.200 × 2.400 mm erlauben einen schnellen Baufortschritt und leichten Transport auf der Baustelle. Mit dem doppelt umlaufenden Nut-Feder-System dieser Dämmplatten von Kingspan Unidek sind die Dämmeigenschaften auch in der Fuge gesichert.

nach obenWas ist Polystyrol?

Man unterscheidet nach der Herstellungsart zwischen Partikelschaumstoff aus verschweißtem, geblähtem Polystyrolgranulat (EPS) und extrudergeschäumtem Polystyrolschaumstoff (XPS).

EPS ist der am weitesten verbreitete Schaumstoff. Er besitzt eine Wabenstruktur, ist unverrottbar, wenig elastisch und feuchtebeständig. Dagegen ist er nicht UV-beständig. Seine Oberfläche vergilbt und versprödet bei Sonneneinstrahlung. Auch die Brandklasseneinstufung ist gegenüber Mineralwolle schlechter, nur Brandklasse B1 schwerentflammbar. Im Brandfall können Gefahrstoffe freigesetzt werden. Die Wärmeleitfähigkeit 0,035 – 0,040 W/(mK). Verwendet wird er zur Auf- und Unter-Sparrendämmung. Ein weitere Nachteil: Die Platten schrumpfen und es kommt zur Fugenbildung.

XPS – extrudierter Polystyrolhartschaum – hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 – 0,045 W/(mK). Er wird am häufigsten eingesetzt zur Perimeter-Dämmung, Außenwand-Dämmung, Wärmebrücken-Dämmung, Flachdach-Dämmung und unter Bodenplatten. XPS ist druckfester als EPS.

nach obenDie Preise

In diesem Jahr sind die Herstellungskosten für die Tonne Polystyrol um 100 Euro gestiegen. Doch der Hartschaum ist leicht und immer noch günstig. Der Quadratmeter EPS in 140 mm Stärke kostet etwa 22 Euro, als XPS etwa 45 Euro. Das Angebot ist vielfältig und die Preise sollte man gut vergleichen, z. B. im Internet.

Für die Flachdach-Dämmung rechnen die Architekten mit einem Quadratmeter-Preis von 135 Euro bei Ausführung durch den Fachmann.

 Expandiertes Polystyrol EPSExtrudiertes Polystyrol XPS
Wärmeleitfähigkeit0,035 – 0,040 W/(mK)0,035 – 0,045 W/(mK)
Wärmespeicherfähigkeit1,48 kl/(kgK)1,48 kl(kgK)
Entfeuchtungsfähigkeitschlechtschlecht
BaustoffklasseB1B1
Diffusionswiderstand20 bis 10080 bis 250
Eignet sich fürAuf- und Untersparrendämmung, Wärmedämmverbundsystem, Decken-, Estrich-Flachdach- und Perimeterdämmung.Perimeterdämmung, Wärmebrückendämmung an der Außenwand, Flachdach, unter Bodenplatten.

nach obenDie wichtigsten Dämmstoff-Hersteller:


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Dach, Dämmen, Dämmstoff, EnEV, Energie, Fördergeld, Mineralwolle, Polystyrol, Styropor, Wärmeschutzverordnung

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
3. August 2011

Ernst-Ulrich Baganski

Sehr interessant, Ihr Artikel über Dämm-Möglichkeiten. Gut wäre es, wenn Sie anhand einer Musterrechung für ein Einfamilienhaus (Außenfläche ohne Berücksichtigung der Fenster ca. 140 m²) angeben könnten, welche Kosten für eine Außenwandsanierung anfallen könnten und mit welchen Zuschüssen zu rechnen wäre.

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