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Dachdämmung mit Mineralwolle

Juli 2011 Über ungedämmte Dächer von Einfamilienhäusern gehen schnell einmal 20 bis 40 Prozent der Heizwärme verloren. Eine gute Dachdämmung spart Energie und unnötige Emissionen. In der Mai-Ausgabe stellten wir Ihnen eine Dachsanierung mit Polyurethan vor. Hier informieren wir Sie über die Dämmung mit Mineralwolle.


Die Kosten einer Dachdämmung hängen von der Beschaffenheit des Daches und von der Stärke des Dämmmaterials ab. Für ein Steildach rechnet man bei 20 cm Dämmstoffdicke mit etwa 60 € je Quadratmeter. Wer handwerklich geschickt ist und sich die Arbeiten selbst zutraut, kommt wesentlich günstiger zu einem gut gedämmten Dach.



nach obenDie Planung

Für den Selbermacher kommt in der Regel nur die Zwischensparren-Dämmung oder eine Untersparren-Dämmung von Innen in Betracht. Beide Dämmungen können auch miteinander kombiniert werden.

Die Dämmstoffbahnen werden unter die Unterspannbahn sorgfältig zwischen die Sparren eingedrückt. Vermeiden Sie Lücken, besonders im Anschlussbereich zu Decken, Fenstern und Wänden.
© Isover
Die Dämmstoffbahnen werden unter die Unterspannbahn sorgfältig zwischen die Sparren eingedrückt. Vermeiden Sie Lücken, besonders im Anschlussbereich zu Decken, Fenstern und Wänden.
Befestigen Sie die Dampfsperre nachdem alle Bahnen eingebracht wurden. Die Bahnen überlappend verkleben und eventuelle Tackerlöcher sorgfältig mit Klebeband luftdicht verschließen.
© Isover
Befestigen Sie die Dampfsperre nachdem alle Bahnen eingebracht wurden. Die Bahnen überlappend verkleben und eventuelle Tackerlöcher sorgfältig mit Klebeband luftdicht verschließen.

Benötigen Sie für ein besseres Ergebnis eine zusätzliche Aufsparren-Dämmung, wird die Konterlattung mit einer weiteren Dämmschicht ausgefüllt. Die meisten Firmen bieten Kombinations-Produkte an.
© Isover
Benötigen Sie für ein besseres Ergebnis eine zusätzliche Aufsparren-Dämmung, wird die Konterlattung mit einer weiteren Dämmschicht ausgefüllt. Die meisten Firmen bieten Kombinations-Produkte an.
Wichtig ist, wie die Beschaffenheit des Daches ist:

  • Sind die Sparren hoch genug um den Dämmstoff aufzunehmen?
  • Müssen die Sparren eventuell mit Holz verlängert (aufgedoppelt) werden, damit mehr Raum für die Dämmschicht entsteht?
  • Kann der Dämmstoff problemlos auf das Dach transportiert werden? Die Größe der Dämmpakete ist zu berücksichtigen.
  • Durch eine zweite Dämmschicht können auch Undichtigkeiten sowie Kälte- oder Wärmebrücken vermieden werden.
  • Wird das Dach als Wohnraum oder nur als Speicher genutzt?
  • Genügt es, nur die oberste Geschoss-Decke zu dämmen?

Sind Sie bei Ihrer Planung nicht ganz sicher, wenden Sie sich an einen Energieberater in Ihrer Nähe. Die erste Beratung ist meist kostenlos. Bei konkreter Planung werden pro Stunde etwa 60 € fällig. Das ist meist preiswerter, als ins Blaue zu planen.

Unsere Architektin und Energieberaterin, Anne Schorr aus Köln, ist von ihrer Beratungstätigkeit ganz begeistert: Letztes Jahr empfahl Sie einem Hausbesitzer, die oberste Geschossdecke in Eigenleistung zu dämmen. Die Maßnahme war recht preiswert und einfach durchzuführen. Nach der Heizperiode Anfang Mai bedankte sich ein strahlender Hausbesitzer mit einem Blumenstrauß: Er hatte in dem Winter runde 1.000 Liter Heizöl weniger verbraucht und somit schon ein Drittel der Dämmkosten eingespart.

nach obenDie Auswahl

Für die Dämmung zwischen den Sparren sollte man sich für eine formstabile Mineralwolle entscheiden, die gleichzeitig elastisch ist, damit sie sich den Sparren fugendicht anschließen kann. Dieses Material gibt es von den meisten Herstellern als Platten- oder Rollenware.

Denken Sie daran, dass Sie den Dämmstoff auf den Dachboden transportieren müssen! Beachten Sie die Größe der Gebinde und machen Sie die Pakete erst im Dach auf.

nach obenDer Brandschutz

Die meisten mineralischen Dämmstoffe sind nach der DIN EN 13501-1 nicht brennbar und damit in die höchste Brandschutzklasse A1 eingestuft. So wird im Falle eines möglichen Feuers die Ausbreitung gehemmt und Fluchtwege bleiben länger frei. Einige Dämmstoffe haben einen Schmelzpunkt von über 1.000 °C.

nach obenDer Wärmeschutz

Mineralwolle hält nicht nur die Wärme im Winter im Haus, sie ist im Sommer auch ein guter Wärmeschutz. Bei hohen Außentemperaturen verhindert sie ein Eindringen der Wärme. Auch der Schallschutz ist erwähnenswert: Mineralwolle absorbiert in hohem Maße Schallwellen und leistet einen erheblichen Beitrag zum Schutz vor Lärm.

Die Wärmeleitfähigkeit der Dämmstoffe wird durch den U-Wert in W/(m2K) angegeben. Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmung.

Besonders zu erwähnen ist die Unempfindlichkeit gegen Feuchte.

nach obenDie Verarbeitung

Messen Sie den lichten Abstand der Sparren um die Dämmstoffbreite zu ermitteln. Wenn Sie mit Rollenware arbeiten, öffnen Sie die Dämmrolle vorsichtig mit einem Messer. Wenn sie aufspringt, vergrößert sich ihr Volumen auf etwa das 5-fache.

Wählen Sie zum Zuschneiden einen festen Untergrund. Die Sparrenbreite, die Sie zuerst ermittelt haben, zuzüglich 1 cm ist dann die erforderliche zuzuschneidende Breite.

In der Regel befindet sich unter den Dachpfannen eine Unterspannbahn. Die Dämmung wird zwischen den Sparren eingebracht, mindestens 160 mm dick. Zwischen der Dämmschicht und den Dachziegeln, bzw. der Unterspannbahn lassen Sie einen Spalt (etwa 2 cm) zur Hinterlüftung frei!

Wenn die nötige Einbautiefe fehlt – die Sparren also nicht hoch genug sind, können diese durch Aufnageln entsprechend dicker Holzleisten auf die nötige Höhe gebracht werden.

Alternativ kann aber auch nach der (dünneren) Zwischensparrendämmung und dem Einbringen einer geeigneten Dampfsperre aus Folie eine weitere 30 bis 40 mm dicke Dämmschicht zwischen einer Konterlattung aufgebracht werden. Dies wird von den meisten Mineralwolle-Herstellern empfohlen – da Kältebrücken so besser zu vermeiden sind.

Die Dampfsperre, die nach der Zwischensparren-Dämmung angebracht wird, ist sorgfältig auszuführen. Wird die Folie getackert, sind die Tackereinstiche mit Klebeband luftdicht zu verschließen.

Die Dampfbremse kann auf Boden und Giebelseiten überlappen. Diese Überlappungen werden dann mit einem Universalkleber am jeweiligen Untergrund dicht verklebt.

Hier schützt eine klimagesteuerte Dampfbremse, die Bausubstanz vor späteren möglichen Feuchteschäden. Einige Hersteller reden von bis zu 50 Jahren bei genauester Verarbeitung.
© Rockwool
Hier schützt eine klimagesteuerte Dampfbremse, die Bausubstanz vor späteren möglichen Feuchteschäden. Einige Hersteller reden von bis zu 50 Jahren bei genauester Verarbeitung.
Für den luftdichten Anschluss an flankierende Bauteile wie Boden oder Giebel wird hier ein Dichtkleber verwendet. Nach dem Aufbringen des Klebers die Folie leicht andrücken und fixieren.
© Rockwool
Für den luftdichten Anschluss an flankierende Bauteile wie Boden oder Giebel wird hier ein Dichtkleber verwendet. Nach dem Aufbringen des Klebers die Folie leicht andrücken und fixieren.

nach obenPreise

Wenn Sie Ihr Dach von einem Unternehmer dämmen lassen, zahlen Sie etwa ab 60 € je Quadratmeter, 25 € je Quadratmeter für die oberste Geschossdecke.

Wenn Sie in Eigenregie arbeiten, je nach Dämmstoffstärke etwa 8 bis 13 € je Quadratmeter inklusive Dampfsperre und Klebestreifen.

nach obenWas ist Mineralwolle?

Man unterscheidet zwischen Glaswolle und Steinwolle.

Glaswolle – besteht etwa zu 70 Prozent aus Altglas, Quarzsand, Soda und Kalkstein. Schmelze wird zu Fasern geschleudert.

Steinwolle – Schmelze aus etwa 25 Prozent Altglas, Feldspat, Dolomit, Sand- und Kalkstein oder 30 Prozent Recycling-Formstein, Basalt und Diabas. Wird zu Gespinst geschleudert. Zusatz von 0,7 bis 3,2 Prozent Kunstharzbinder zur Form- und Feuchtestabilisation.

 SteinwolleGlaswolle
Wärmeleitfähigkeit0,035 – 0,050 W/(mK)0,035 – 0,040 W/(mK)
Wärmespeicherfähigkeit0,84 kJ/(kgK)0,84 kJ/(kgK)
Entfeuchtungsfähigkeitschlechtschlecht
BaustoffklasseA1A1
Diffusionswiderstand11
Eignet sich fürDach-, Wand-, Decken-, Fassaden- und EstrichdämmungDach-, Wand-, Fassaden(kein WDVS), Decken-, Estrich- und Rohrdämmung

nach obenKleines Dämmlexikon

Diffusionsfähigkeit – beschreibt die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Stoffs (sd-Wert in m). Je kleiner der Wert, desto durchlässiger das Material.

Fördermittel – jetzt noch Fördermittel sichern. Politik und Wirtschaft sichern Unterstützung zu. Bund, Länder, Städte, Gemeinden und Landkreise sowie zahlreiche Energieversorger bieten günstige Kredite oder Zuschüsse. Nutzen Sie jetzt die Möglichkeiten, die bundesweit oder lokal in Anspruch genommen werden können.

Wärmedämmwert U-Wert (früher k-Wert) – wird durch den U-Wert in W/(m2K) ausgedrückt. Je kleiner der Wert, desto besser dämmt ein Bauteil oder eine Schicht.

Wärmeleitfähigkeit – als Lambda-Wert in W/(mK) angegeben. Je kleiner der Wert, umso besser die Dämmung.

Wärmespeicherfähigkeit – wird in kj/(kgK) angegeben. Multipiziert mit der Baustoff-Rohdichte ergibt sich die Wärmespeicherungszahl in kj/(m2K). Je höher der Wert, umso besser speichert der Baustoff Wärme und desto träger reagiert er bei Aufheizung oder Abkühlung.

WLG: Wärmeleitfähigkeitsgruppe – je nach der Wärmeleitfähigkeit des Baustoffs wird er in Gruppen eingeteilt. Ein Baustoff mit 0,040 W/(mK) gehört zur WLG 040. Je niedriger der Wert, desto besser der Baustoff.

nach obenHersteller

Isover, www.isover.de Tel: 0621/501200}
Knauf, www.knauf.de Tel: 0900/1562831 0,49 €/Minute aus dem deutschen Festnetz
Rockwool, www.rockwool.de Tel: 02043/408 − 408

Es gibt in den Baumärkten Eigenmarken. Achten Sie auf den Wärmedämmwert. Am besten fragen Sie Ihren Energieberater.

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Diffusionsfähigkeit, Energiesparen, Fördermittel, Förderung, Glaswolle, Mineralwolle, Mineralwolledämmstoffe, Steinwolle, dämmen

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