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Baumpflege sicher vom Boden aus

Juli 2011 Profis wissen: Baumpflege vom Boden ist die sicherere Variante. Das Arbeiten von einer Leiter birgt Risiken und Stürze aus größeren Höhen führen oft zu schweren Verletzungen. Auch Freizeit-Gärtner sollten daran denken.


In der Baumkrone herum zu klettern ist gar nicht nötig. Fast alle Aufgaben der Baumpflege lassen sich sicher und bequem vom Boden aus erledigen. Bis zu vier Meter Länge ausziehbare Vario-Stiele etwa lassen sich mit einer Baumschere und Seilsystemen kombinieren. Selbst hoch gelegene Äste sind damit bequem zu erreichen.

  • Baumpflege mit Wolf-Garten | © Wolf-Garten
  • STIHL Hoch-Entaster sind gute Helfer bei der Obstbaumpflege und beim Auslichten von Gehölzen. Mit der "Motorsäge am Stiel" lassen sich Äste vom Boden aus bis in etwa 5 m Höhe – je nach Modell – komfortabel und einfach schneiden. | © Stihl

Doch nicht nur die Sicherheit gilt es zu beachten. Die Spezialisten von Wolf-Garten geben Rat, wann was wie geschnitten werden sollte. Die beste Zeit für den Gehölzschnitt ist das späte Frühjahr. Wichtig ist es, Sträucher und Bäume zielgerichtet zu bearbeiten. Dabei muss nicht jedes Gehölz regelmäßig geschnitten werden, um gesund und kräftig zu bleiben. Viele Immergrüne und andere gut gewachsene Gehölze dürfen ruhig über längere Zeiträume unbeschnitten bleiben. Magnolien und Zaubernuss (Hamamelis) zum Beispiel kann zu häufiger Schnitt gar eher schaden als nutzen.

Von besonderer Bedeutung ist scharfes Werkzeug, denn nur scharfe Schnitte können rasch heilen. In ausgefransten Verletzungen durch stumpfe Messer siedeln sich Krankheiten und Pilze weit besser an und schwächen die Pflanze. Der exakte Ansatz ist ebenso wichtig: Immer über einem gesunden Auge und beim Entfernen ganzer Äste stets knapp vor dem Astring ansetzen.

Zehn Regeln haben die Experten zusammengestellt:
  1. Bäume regelmäßig schneiden.
  2. Nicht bei Temperaturen unter −8 °C schneiden.
  3. Nur einwandfreies, scharfes Werkzeug verwenden. Wenn unbedingt nötig, dann sichere Leitern und eng anliegende Kleidung verwenden.
  4. Das gesamte tote und kranke Holz sowie alle Mumienfrüchte (vertrocknete, Pilz befallene Früchte) entfernen. Nach dem Schneiden an kranken Baumteilen das Werkzeug mit Spiritus desinfizieren.
  5. Leichter Rückschnitt bewirkt geringen, starker Rückschnitt kräftigen Austrieb.
  6. Angestrebte Kronenformen konsequent aufbauen und erhalten: Den schwächsten Leitast zuerst schneiden, die stärkeren daran ausrichten. Leitäste im richtigen Winkel zum Baum erziehen. Leitäste betonen – bei Apfel, Birne und Steinobst auf stark wachsender Unterlage.
  7. Fruchtäste und Fruchtholz immer den Leitästen unterordnen.
  8. Stets für nachwachsendes, junges Fruchtholz sorgen und altes, abgetragenes Fruchtholz herausschneiden.
  9. Kontrolle des Stammes und Wundbehandlung.
  10. Reaktion des Baumes auf den Schnitt beobachten und notieren, die Erfahrungen beim nächsten Schnitt beachten.

Reichere Früchte tragen Obstbäume, wenn die Baumkrone ausreichend Lichtzufuhr hat. Dazu dient der Auslichtungsschnitt. Oben spitz nach unten hin ausladend, das ist die optimale Form. Mit scharfer Ast- oder Baumschere oder einer scharfen Säge werden im oberen Kronenbereich zu lang gewachsene Äste gekürzt.

Entfernt werden Äste die in die Krone hinein wachsen, ebenso wie Steil- und Konkurrenztriebe, darüber hinaus schwaches und zu dichtes Geäst.

Beim Verjüngungsschnitt werden die Seitenleittriebe bis zum untersten ausgeprägten Seitentrieb entfernt. Der Mitteltrieb wird so weit gestutzt, dass die Seitenleittriebe und der Mitteltrieb, der seine dominierende Stellung behalten muss, einen spitzen bis rechten Winkel bilden. Saubere, exakte und glatte Schnitte sind ebenso wichtig wie eine anschließende Wundbehandlung. Darum sind scharf geschliffene Sägen und Scheren das A und O. In unsauberen Schnittstellen können sich Krankheitserreger einnisten. Größere Verletzungen, etwa ab der Größe eines Zwei-Euro-Stücks, sollten mit Wundbalsam oder Baumwachs verschlossen werden.

Ob Blume, Staude, Strauch oder Baum – Pflanzen gedeihen durch die Pflege ihrer Gärtner. Das richtige Werkzeug ist dabei schon die halbe Lösung. Scharfe Schneiden und Sägeblätter sorgen für den sauberen Schnitt, ergonomisch geformte Griffe dagegen sorgen für die Schonung von Gelenken.

Amboss- und Bypass-Scheren
© Wolf-Garten
Amboss- und Bypass-Scheren
Bei den Scheren gibt es zwei unterschiedliche Techniken. Die Amboss-Technik ermöglicht kraftsparendes, armschonendes Schneiden ohne Schnittschlag. Hartes Holz und faserige Materialien lassen sich damit gut bearbeiten. Die zweischneidige Technik bietet präzisen, ansatzlosen Schnitt ohne Verletzung der Rinde, bestens geeignet für junges, grünes Holz oder Blumen. Ein umfangreiches Sortiment an Garten- und Astscheren bietet die Lösung für jede Herausforderung. Lesen Sie dazu auch den Beitrag unseres Gartenfachberaters Augen auf beim Scherenkauf. Speziell gehärtete Sägeblätter begleiten den Gärtner lange Jahre. Bügelsägen und Profi-Astsägen lassen sich zudem meist als Baumpflege-Systeme am Stiel einsetzen.

  • Die Comfort Ratschen-Astschere SmartCut von Gardena, erweist sich dank zuschaltbarer Ratschenfunktion als starkes Multitalent für die Gehölzpflege. | © Gardena
  • Milieu PowerStep Astschere | © Fiskars
  • Die akkubetriebene Motorsäge STIHL MSA 160 C- BQ ist mobil, leise und kraftvoll, arbeitet ohne Kabel und abgasfrei. Das Kraftpaket in der 36 V-Klasse ist für Profis wie für anspruchsvolle private Anwender der ideale Helfer, ob beim Gartenbau oder bei der Grundstückspflege. | © Stihl

nach obenSauber abgeschnitten: Kompakte Li-Akku-Astsäge

Kompakte Li-Akku-Astsäge
© Black & Decker
Kompakte Li-Akku-Astsäge

Für das saubere, sichere und vibrationsarme Schneiden von Ästen gibt es von Black & Decker ab August eine Lithium-Ionen Kompakt-Astsäge. Die GKC108 ist äußerst kompakt und mit 1,1 kg superleicht. Eine einzigartige, automatisch rotierende Astklemme fixiert Äste und Zweige und ermöglicht so einen sauberen Schnitt bei geringen Vibrationen. Bei Bedarf kann die Astklemme über einen Schalter am Gerät entriegelt werden. Zusätzlichen Komfort bieten die großflächigen Griffgummierungen sowie der abgerundete Sägeschuh, der die Führung beim Durchtrennen dicker Äste erleichtert. Aufgrund ihres leistungsstarken Motors und Kurbelgetriebes schafft die Kompakt-Säge mühelos bis zu 7,5 cm starke Äste. Aber auch Sperrholz, Leisten, Metall und PVC lassen sich mit dem Gerät schneiden. Der Sägeblattwechsel erfolgt mittels Schnellspan-Aufnahme werkzeuglos.

Der 10,8-Volt-Akku lässt sich übrigens mit denen anderer Black & Decker Geräte derselben Voltklasse und gleichen Akku-Generation austauschen. Geladen wird der Akku über ein intelligentes 3-Stunden-Ladegerät mit LED-Ladezustandsanzeige und Energiesparmodus.

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Zu den ersten Frühjahrsboten zählen Winterlinge ­(Eranthis hyemalis). In geschützten Lagen schieben sie im Januar ihre leuchtend gelben Blüten durch den Schnee.
Grüne Tipps im Januar
Die Auswahl an Gartenscheren ist groß.
Augen auf beim Scherenkauf
Die Leiter bleibt im Schuppen - Baumschnitt sicher vom Boden

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Akku-Astsäge, Amboss-Zweihandschere, Astsäge, Auslichtungsschnitt, Baumkrone, Baumpflege, Baumschere, Bügelsägen, Gehölzschnitt, Kronenform, Rückschnitt, Verjüngungsschnitt

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