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Verbreitete Heizsysteme im Vergleich

© Hema

August 2010 Die Nachfrage nach alternativen Heizsystemen ist momentan so groß wie noch nie. Gas, Holz oder Solar werden als Retter vor den explodierenden Energiepreisen angepriesen. Doch wie findet man im breiten Angebot die günstigste und für das eigene Haus sinnvollste Variante? Heizungsexperte Frieder Sonnenfeld von der heima Haustechnik in sächsischen Lichtenstein fasst hier die wichtigsten Vor- und Nachteile der häufigsten Systeme zusammen (die Kosten beziehen sich jeweils auf ein Einfamilienhaus, 150 m2, Neubau)


nach obenÖlheizkessel

Installationskosten: etwa 14.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 1.849 Euro

Die Ölheizung stellt zur Zeit immer noch die gängigste Heizvariante dar. Ein Nachteil ist hier aber die Abhängigkeit vom knapper werdenden Rohstoff Erdöl, weshalb die Betriebskosten von Ölheizungen sicherlich in Zukunft steigen werden. Auch benötigt dieses Heizsystem viel Platz für Kessel, Tank und Kamin. Dafür kann man es aber auch zu den ausgereiftesten Heizsystemen am Markt zählen.

nach obenGasheizkessel

Installationskosten: etwa 12.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 1.664 Euro

Gasgeräte benötigen vergleichsweise wenig Platz. Dazu kommt, dass man keinen Rohstoff im Haus lagern muss. Die schnelle und unkomplizierte Versorgung funktioniert nur in Gebieten, die an das Erdgasnetz angeschlossen sind. Die Alternative dazu ist Flüssiggas – mit der Folge, einen Tank aufstellen zu müssen. Wer mit dem Gedanken spielt, auf Erdgas umzusteigen, sollte sich für einen modernen Brennwertkessel entscheiden, der allerdings etwas teurer ist als Niedrigtemperaturkessel.

Erdgas ist, wie Öl, ein begrenzter Rohstoff, der wegen der weltweit steigenden Nachfrage in Zukunft vermutlich immer teurer werden wird.

nach obenStückholzofen

Installationskosten: etwa 18.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 1.000 Euro

Traditionell und seit einiger Zeit wieder groß in Mode ist das Heizen mit Holz. Der nachwachsende Rohstoff kostet weniger als Gas und Öl. Viele Benutzer empfinden auch die Wärme aus einem Holzofen als besonders angenehm. Als Verfeuerungsanlagen kommen Kachelöfen, offene Kamine oder schlichte Öfen zum Selbsteinbau in Frage, aber auch Festbrennstofföfen, die in die Heizungsanlage integriert sind.

Nachteilig ist der hohe Platzbedarf für die Lagerung, wenn man tatsächlich nur mit Holz heizt. "Billige" Baumarkt-Öfen erzeugen eine Menge Feinstaub, weshalb das Bundesumweltministerium Emissionsgrenzen für Holzöfen erlassen hat, die vom Schornsteinfeger überprüft werden.

nach obenPelletsheizung

© Stefan Hiller / aboutpixel.de, www.aboutpixel.de
Installationskosten: etwa 20.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 1.400 Euro

Eine moderne Variante des Holzofens ist die Pelletsheizung. Dabei werden kleine Stäbchen aus gepressten Holzabfällen von einer Förderschnecke automatisch in den Ofen befördert und verfeuert. Wie Stückholz sind Pellets umweltfreundlich und nutzen einen nachwachsenden Rohstoff.

Allerdings führte die gestiegene Nachfrage in den letzten Jahren zu einer Verteuerung der Pellets. Die Heizanlage selbst benötigt relativ viel Raum, hinzu kommt die Fläche für die Lagerung der Pellets – insgesamt entspricht der Platzbedarf etwa dem einer Ölheizung. Die Pelletsheizung hat zudem den höchsten Wartungsbedarf aller hier genannten Heizsysteme. Dies gilt vor allem für die beweglichen Anlagenteile im Pelletskessel.

nach obenSolarkollektoren

© Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO, www.pixelio.de
Installationskosten: etwa 7.500 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 150 Euro

Solarthermie-Anlagen nutzen Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung und Heizung. Die dazu nötigen Kollektoren werden in der Regel auf dem Dach montiert und können, je nach Klima und Dämmung des Hauses, eine herkömmliche Heizung gut ergänzen. Die dabei gewonnene Energie ist völlig kostenlos, allerdings sind die Investitionskosten recht hoch, weshalb man die Installation am besten mit einer nötigen Heizungs- oder Dacherneuerung verbinden sollte. Außerdem kann man nicht auf eine zusätzliche Heizung verzichten, da die Solaranlage nur einen Teil der Heizleistung erbringt.

nach obenWärmepumpe

Installationskosten (Luft-Wasser-Kollektor): etwa 17.000 Euro
Betriebskosten pro Jahr: etwa 700 Euro

Wärmepumpen nutzen die in der Luft gespeicherte Wärmeenergie und verstärken sie durch einen physikalischen Prozess. Dabei wird als äußere Energiequelle Strom benötigt, das heißt Betriebskosten und Umweltfreundlichkeit der Anlage richten sich nach dem Stromanbieter. Je nach dem, woher der Kollektor seine Wärme bezieht, erreicht die Pumpe Leistungen zwischen drei und 4,5 Kilowattstunden Heizenergie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom. Die gesamte Anlage ist äußerst Platz sparend, weil weder ein Kamin noch Raum zur Lagerung der Heizstoffe gebraucht werden.
1980 wurde die heima GmbH & Co. Hausinstallationen KG in Balingen gegründet. Kurz nach der Wende eröffnete das Unternehmen 1990 eine Niederlassung in Lichtenstein. Diese Zweigstelle arbeitet seit 1992 selbstständig und betreut bundesweit größere Bauprojekte.

Weitere Informationen im Internet: www.heima-gmbh.de
Grundwissen: Wärmepumpen
Die im Wasserdampf enthaltene Abwärme wird im Brennwertkessel nutzbar gemacht.
Richtig heizen / Seite 2
Dr. Johannes Spruth, Diplom-Physiker und Autor
Richtig heizen: Interview / Seite 4

Schlagworte dieser Seite:

Energie, Energieverbrauch, Gasheizkessel, Gasheizung, Heizen, Pelletsheizung, Solarkollektoren, Solarthermie, Stückholzofen, Wärmepumpe, Ölheizkessel, Ölheizung

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