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Der Fuchs geht um

Juli 2010 Einen Fuchs habe sie gesehen, an ihrer Eingangstür, mitten am Tag und direkt im Stadtgebiet, erzählt mir eine Freundin. Lachend und ungläubig erwidere ich, dass sie hier wohl eher eine große Katze mit einem Fuchs verwechselt hat. Dieses Gespräch liegt jetzt über 10 Jahre zurück und heute würde wohl keiner mehr eine Verwechslung vermuten – Füchse sind längst in unseren Siedlungsgebieten heimisch geworden. Auch sie zählen zu den so genannten Siedlungs- oder Kulturfolgern, genau wie Amsel, Marder, Igel und inzwischen auch Dachs und Wildschwein.


Der Fuchs geht um
© Görlitz, Sven
Der Fuchs geht um
Der Rotfuchs kommt in nahezu allen Landschaftsräumen vor und seit einigen Jahren vermehrt auch in Siedlungsbereichen. Seit der erfolgreichen Tollwutimpfung vermehrt sich sein Bestand. Er ist ausgesprochen anpassungsfähig und als Allesfresser bietet ihm die Stadt oft mehr und leichter zu jagende Nahrung als die ländlichen Bereiche. Sein Nahrungsspektrum reicht hier von Mäusen über Beerenobst hin zu Katzenfutter und Nahrungsmittelresten auf dem Kompost.

Der Fuchs kommt aber nicht nur zur Nahrungssuche in die Wohnorte, sondern verbringt hier sein ganzes Leben und zieht dort auch seine Jungen groß. Als Baue werden Hohlräume unter Gebäuden oder selbstgegrabene Höhlen genutzt.

nach obenGefahr für den Mensch?

Füchse in Siedlungsbereichen werden von den Anwohnern meist sehr kritisch gesehen. Selten kommt es zwar zu Beeinträchtigen im eigenen Garten, doch die Angst vor einem Wildtier in der Nähe, oder Krankheiten wie dem Fuchsbandwurm machen eine Akzeptanz nicht einfacher.

nach obenDer Fuchsbandwurm

Dieser Parasit lebt im Darm des Fuchses, seltener auch in dem von Hund und Katze. Als Zwischenwirt befällt er die Leber von Mäusen, die wiederum von den anderen Tieren gefressen werden. Somit ist der Kreis geschlossen. Der Mensch ist hier ein Fehlzwischenwirt, da er in diesem Kreislauf nicht vorgesehen ist. Trotzdem kann er sich, über die im Kot von infizierten Tieren enthaltenen Eier, anstecken. Die Gefahr einer Erkrankung des Menschen gilt allerdings als sehr gering. Sie nimmt jedoch fast immer einen schweren Verlauf, da die Organschäden meist erst spät bemerkt werden. Eine Übertragung durch Nahrungsmittel gilt aber als äußerst unwahrscheinlich. Da der Fuchs alle Bereiche besiedelt, wäre gekauftes Gemüse aus dem Freilandanbau vermutlich genauso betroffen wie das aus dem Garten, oder die Beeren aus dem Wald.

Trotzdem sollte man einige Vorsichtsmaßnahmen beachten:
  • Hunde und Katzen regelmäßig entwurmen lassen.
  • Kot aus dem Garten in einer Plastiktüte im Restmüll entsorgen. Fuchskot liegt oft exponiert auf Steinen, Erdhügeln oder Baumstümpfen zur Markierung des Reviers. Im Vergleich zu Hunde- und Katzenkot hat er eher eine ovale Form, läuft an einem Ende spitz zu und enthält oftmals Knochenreste und Haare.
  • Kontakt mit toten oder verletzten Füchsen meiden, informieren Sie die zuständige Behörde.
  • Obst, Gemüse und Pilze gut waschen. Nur ein Erhitzen über 60 Grad über mehrere Minuten tötet die Eier des Fuchsbandwurms ab, tiefgefrieren reicht dagegen nicht aus.
  • Nach der Gartenarbeit und dem Kontakt mit Wirtstieren die Hände gründlich reinigen.

nach obenVerhaltensregeln

Der Fuchs ist in unseren Siedlungen heimisch geworden und wir müssen uns auf seine dauerhafte Anwesenheit in unseren Gärten einstellen. Werden einige Regeln beachtet und mit etwas Toleranz, sollte es kein Problem sein, dass Füchse auch in unseren Wohngebieten leben. Dafür ist es jedoch wichtig, einige Dinge zu beachten:
  • Füchse sind Wildtiere und sollen ihre Scheu vor dem Menschen behalten, also niemals füttern oder anlocken! Füchse, die keine Scheu zeigen, sollte man z. B. mit einem Wasserstrahl oder Lärm vertreiben.
  • Keine Speisereste auf den Kompost geben.
  • Katzen und Hunde nie im Freien füttern!
  • Müllsäcke sicher aufbewahren.
  • Sandkästen abdecken.
  • Haustiere im Freien fuchssicher einzäunen.
  • Schuhe, Kinderspielzeug und andere Gegenstände wegräumen, sie sind beliebte Spielsachen für Jungfüchse.
  • Unterschlupfmöglichkeiten verschließen.

nach obenÜbrigens

Es gibt nicht nur Kulturfolger, sondern auch einige Tierarten, die in unseren modernen Siedlungen nur noch schlechte Lebens- und Nistbedingungen finden. Dazu gehören z. B. Fledermäuse, Schwalben und Eulen. Ihnen sollten wir durch entsprechende Nisthilfen und mit vielfältig gestalteten Gärten ein Überleben in unserer Nähe sichern.

Ihr Gartenfachberater
Sven Görlitz
Tipps zu diesem und vielen Gartenthemen unter:
www.Gartenfachberatung.de
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Schlagworte dieser Seite:

Fuchs, Fuchsbandwurm, Kulturfolger, Rotfuchs, Wildtiere

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
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12. Juli 2010

Helene Klein

So ein Zufall! Vor 3 Tagen hatte ich Besuch eine Fuchses und prompt bekam ich die FuG-Ausgabe mit dem entsprechenden Artikel. Vielen Dank erstmal. Doch der Reihe nach. Aufmerksam wurde ich durch meinen Kater Paule. Der schrie des nachts fürchterlich. Im Gebüsch raschelte es. Bewaffnet mit Taschenlampe leuchtete ich den Garten ab, und siehe da: ein Fuchs. Ich war nicht erschrocken, eher irritiert. Es handelte sich um ein kleineresExemplar. Bedenken hatte ich nur, dass der F. meinen Kater verletzt. Lt. Tierarzt aber kein Anlass zur Sorge. Seitdem hat sich F. nicht mehr gezeigt. Schade eigentlich

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