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Messungen von Gebäudefassaden auf Wärmebrücken − Fragwürdige Thermografieaktionen

Januar 2010 Um Gebäudefassaden energetisch beurteilen zu können, müssen Energiebedarfsberechungen durchgeführt werden. Zur Dokumentation von thermischen Schwachstellen der Fassaden sind Infrarotmessungen sehr gut geeignet. Leider werden in letzter Zeit verstärkt so genannte "Thermografieaktionen" für wenig Geld angeboten, die eher geeignet sind, den Hausbesitzer zu verunsichern. In den überwiegenden Fällen wird nicht umfassend und zum Teil sogar falsch informiert.


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Kurzfristig angesetzte Untersuchungen sind in der Regel durchführbar, weil für ein aussagekräftiges Gutachten mehrere Umgebungsbedingungen vorausgesetzt werden müssen: Die thermografische Untersuchung eines Gebäudes ist z. B. nur möglich, wenn eine ausreichende Temperaturdifferenz von mindestens 15 K (z. B. 20 °C Innentemperatur und +5 °C Außentemperatur oder niedriger) vorhanden ist. Auch wenn durch Sonneneinstrahlung die Häuserwand am Tage erwärmt wurde, kann frühestens 14 Stunden nach Sonnenuntergang eine thermografische Messung erfolgen. Auch Windeinfluss macht thermografische Untersuchungen unbrauchbar.

Bei vielen Thermografieaktionen wird über die Nachteile von reinen Außenaufnahmen nicht informiert. Viele thermische Schwachstellen an Häusern können aus dem Außenbereich jedoch gar nicht erkannt werden. Auf der Webseite des Bundesverbandes für Angewandte Thermografie* www.vath.de findet man Richtlinien zur Bauthermografie, notwendige Qualitätsstandards und die für die Messungen einzusetzenden Kameratechniken.


* Der Bundesverband für Angewandte Thermografie e. V. (VATh) ist mit fast 300 Mitgliedern der größte Thermografenverband im deutschsprachigen Raum.

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Fassade, Thermografie, Wärmebild, Wärmeverlust
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