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Holz oder Optik – wer weiß das schon?

Der Werkstoff Holz bietet mit seiner natürlichen Schönheit, aber auch mit seiner optischen Vielfalt großen Spielraum für die ganz individuelle Raumgestaltung. (oben Osmo, unten Berthold, rechts Bambuswelt)
© Osmo
Der Werkstoff Holz bietet mit seiner natürlichen Schönheit, aber auch mit seiner optischen Vielfalt großen Spielraum für die ganz individuelle Raumgestaltung.
Mit den Massivholzdielen des Markenherstellers Osmo lassen sich besonders attraktive Akzente setzen. Von exotisch anmutenden Holzarten wie Walnuss, Tigerwood, Kempas, Wenge, Zebrano bis zu Eiche und Lärche.
© Osmo
Mit den Massivholzdielen des Markenherstellers Osmo lassen sich besonders attraktive Akzente setzen. Von exotisch anmutenden Holzarten wie Walnuss, Tigerwood, Kempas, Wenge, Zebrano bis zu Eiche und Lärche.

Bambusboden
© Bambuswelt
Bambusboden

Von Natur aus schön – Edles Olivenholz als Holzboden.
© Archiv
Von Natur aus schön – Edles Olivenholz als Holzboden.

November 2009 Da stehe ich also im Baumarkt und quäle mich mit den Erklärungsversuchen des Verkäufers über den Unterschied von Laminat und Parkett herum. Auslöser war der Gedanke meiner Frau, den Fußboden in Wohn- und Schlafraum angenehm warm und doch hygienisch einwandfrei neu zu belegen. Irgendwie kamen wir auf Holz. Denn viele Freunde und Bekannte erzählten uns über ihre positiven Erfahrungen. Aber jeder schwor auf ein anderes Material. Und das brachte uns nicht weiter.


Die Erklärungen des Verkäufers halfen uns auch nicht. Darum beschloss ich, die einschlägigen Verbände zu kontaktieren. Die mussten es ja schließlich wissen. Zum Beispiel den Verband der Parketthersteller und den Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller e. V. (EPLF), die bereitwillig Auskunft erteilten. Auch einige Hersteller klärten uns intensiv auf. Und so kamen wir an so viele interessante Informationen, dass ich Ihnen diese nicht vorenthalten möchte.

nach obenWas also ist der Unterschied zwischen Parkett und Laminat?

In einem Internet-Blog fand ich eine simple Erklärung: "Als Parkettboden wird ein Fußbodenbelag bezeichnet, der aus Holz besteht, während der Laminatboden aus Kunststoff hergestellt wird. Aufgrund der Tatsache, dass Parkett komplett aus echtem Holz ist, ist er gegenüber dem Laminat qualitativ hochwertiger und somit auch langlebiger. Die Lebensdauer eines Parkettbodens beträgt bis zu 50 Jahre". Klingt zwar für die Parketthersteller gut, ist aber so nicht ganz richtig. Lassen wir uns doch mal von den Laminat-Leuten ihr Produkt erläutern:

nach obenSelbsterklärung

"Laminatfußboden ist in drei Schichten aufgeteilt: Die strapazierfähige Laufschicht aus Melaminharz schützt das darunter liegende Dekorpapier, das wiederum auf einer Holzfaserplatte mit Gegenzugpapier aufgebracht ist. Fakt ist: Laminat besteht aus Holz und ist deshalb ein rundum natürliches Produkt. Es wird ökologisch produziert. Dank fortschrittlicher Produktionstechniken lässt sich die gute Ökobilanz von Holzprodukten auf den Laminatboden übertragen. Doch Laminat kann mehr – für die Holzfaserplatte können Nutzhölzer aus dem Wald und Holzreste aus der Sägeindustrie genutzt werden, was die Ökobilanz noch verbessert.

Außerdem überzeugt Laminat durch authentisches Design. Für Laminatfußböden mit Holzdekor ist die Natur selbst Inspiration und Vorbild. Aufwändiger Technologieeinsatz ermöglicht ein besonders naturauthentisches Design, das selbst seltene und exotische Hölzer in Ihre Wohnung holt, ohne den Waldbestand zu schaden. Schließlich ist Laminat einfach zu entsorgen und zu recyceln. Laminat ist vollkommen unbedenklicher Restmüll, der weder Ihnen noch der Umwelt schadet. Entsprechend muss Ihr Boden auch nicht als Sondermüll entsorgt werden – im Gegenteil: Laminat kann recycelt oder in zerspanter Form als Kultursubstrat in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
" Soweit die Laminat-Hersteller.

Lassen wir die Parkett-Industrie zu Worte kommen: "Mit einem Parkettboden kehrt Wärme und Behaglichkeit in die eigenen vier Wände ein – und das für viele Jahre. Die zahlreichen Varianten von Holzarten, Farbtönen und Formen ermöglichen die Einbindung von Holzparkett in jeden individuellen Einrichtungsstil. Dabei gilt: Je lebhafter der Bodenbelag, desto mehr zieht er die Blicke auf sich.

Das Naturmaterial Holz weist innerhalb der gleichen Holzarten Unterschiede in Farbe, Maserung und Struktur auf. Diese Eigenschaften verleihen jedem Echtholzboden einen ganz individuellen Charme. Unterschiedliche Farbtöne und Markierungen in Form von Splinten oder Ästen verändern die Optik und machen jeden einzelnen Parkettboden zu einem Unikat. Außerdem wächst die Nachfrage nach naturbelassenen und besonders ausdrucksstarken Sortierungen, die vor allem in großen Räumen einen starken Auftritt haben. Ganz nebenbei fallen Gebrauchsspuren bei einem solch natürlichen Erscheinungsbild viel weniger auf. Gepaart mit einem klassischen Verlegemuster wie Fischgrät oder Schiffsboden wirkt der ohnehin schon edel anmutende Echtholzboden noch exklusiver.
"

nach obenDas ist Laminat

Schicht 1: Overlay und Dekorpapier

Die Oberseite Ihres Laminat fußbodens besteht aus einer dünnen Schicht wasserbasierten Melaminharzes, das frei von organischen Lösemitteln ist. Diese Beschichtung ist, entgegen vieler Vorurteile, gesundheitlich unbedenklich, wie eine Studie des renommierten Fraunhofer Instituts eindeutig belegt.

Die transparente Harzschicht schützt das darunter liegende Dekorpapier gegen die schädlichen Einflüsse von Licht, Chemikalien, organischen Lösemitteln und Temperaturen, sodass selbst nach Jahren noch die volle Farbvielfalt Ihres bevorzugten Dekors erhalten bleibt. Das Dekorpapier wird ohne Zusatz gesundheitsschädlicher Farbstoffe und Pigmente bedruckt.

Schicht 2: Trägerplatte

Die dickste Schicht Ihres Laminatfußbodens besteht aus einer Holzfaserplatte als Träger, so genannte MDFoder HDF-Platten, die eine feinere Variante der Spanplatte darstellen. Um die Holzfasern dauerhaft miteinander zu verbinden, wird vor der Pressung ein umweltverträgliches Leimharz zugemischt, das aus natürlichen Rohstoffen besteht.

Schicht 3: Gegenzug

Die Trägerplatte besteht aus Holz – und Holz arbeitet. Deswegen sorgt auf der Unterseite Ihres Laminatfußbodens ein äußerst festes, formbares Gegenzugpapier für die notwendige Stabilität.

nach obenBegriffsbestimmung

Tasten wir uns mal mit einer sachlichen Begriffsbestimmung an das Thema heran und lassen wir einen Fachmann von OBI zu Worte kommen: "Laminatböden sind mehrschichtig aufgebaute Bodenbeläge. Sie sind in einer Vielzahl von Oberflächenstrukturen und -dekoren erhältlich. Besonders hervorzuheben sind die widerstandsfähigen Spezial beschichtungen, die Laminatböden unanfällig gegen Kratzer machen. Die Vorteile: Sie sind für die Fußbodenheizung geeignet, schwer entflammbar sowie stoß- und rutschfest. Die Nachteile: Sie sind nicht für Nassräume geeignet und nicht abschleifbar.

Parkettböden sind mehrschichtig aufgebaute Bodenbeläge mit Echtholzfurnieren als Oberfläche. Neben der großen Auswahl an verschiedenen Holzarten in unterschiedlichen Sortierungen können Sie zum Beispiel zwischen Öl-Imprägnierung und Lackversiegelung wählen. Die Vorteile: Ebenfalls für die Fußbodenheizung geeignet, schmutzabweisend und hygienisch, nach langer Beanspruchungszeit abschleifbar. Nachteile: Sie sind ebenso nicht für Nassräume geeignet.
"

nach obenDer Markt nimmt ab

Sind wir jetzt schlauer? Ich weiß nicht so recht. Schauen wir uns doch mal an, was so gekauft wird. Im vergangenen Jahr musste die gesamte Parkettbranche einen Produktionsrückgang von 14,8 Prozent hinnehmen. Der Verband begründet das mit der schlechten Baukonjunktur in Deutschland und Europa. Das setzte sich in den ersten Monaten dieses Jahres fort. Allein Landhausdielen (+13 %) und Parkettdielen (+20 %) konnten Steigerungen verzeichnen.

Die Laminat-Industrie hat in Westeuropa ebenfalls mit einem spürbaren Absatzrückgang zu kämpfen. 270 Mio. m² wurden 2008 in Westeuropa abgesetzt, im Vergleich zum Vorjahr (295 Mio. m²) ein Minus von 8,5 %. Auch der traditionelle Absatzmarkt Deutschland blieb 2008 hinter den Erwartungen zurück. Mit 84 Mio. m² (Vorjahr 96 Mio. m²) hat der deutsche Markt das größte Absatzminus zu verkraften.

Einzig interessant dürfte für Sie sein, dass sich auf Grund der Marktsituation zurzeit bessere Preise aushandeln lassen könnten.

nach obenParkett sieht nicht nur gut aus

Gehen wir das Thema einfach mal ästhetisch an. Denn die Optik ist ja ein wesentliches Entscheidungskriterium. Beim Parkett wünschen sich die Verbraucher (also Sie!) mehr Freiheiten bei der individuellen Gestaltung der Parkettoberfläche. Besonderheiten wie handgehobelte, gebürstete oder sägeraue Strukturierungen sind ebenso auf dem Vormarsch wie Naturöle, Mattlacke und Öl-Lack-Kombinationen. Inzwischen gibt es mehrere Verfahren, die das Färben von Holzfußböden ermöglichen. Durch geeignete Beizmittel oder das Räuchern von Holz kann der natürliche Farbton aufgehellt beziehungsweise abgedunkelt werden. So können eine Vielzahl neuer Farben vollflächig oder punktuell, etwa in Intarsienoptik, realisiert werden. Besonders Räuchereiche wird in diesem Zusammenhang stark nachgefragt. Um bei Parkett die dunklen Holztöne von Exotenhölzern zu imitieren, werden heimische Hölzer wie Eiche, Esche, Ahorn und Buche thermisch behandelt. Neben den beliebten warmen Brauntönen werden heute auch buntere Farben nachgefragt. Das Farbspektrum reicht derzeit von Weiß- und Grautönen, die vor allem bei Eiche und Esche attraktiv wirken, bis hin zu den Edelmetallfarben Gold oder Silber durch den Einsatz von Farbölen.

Ein Dauerbrenner unter den Bodenbelägen ist die Landhausdiele (deshalb auch die guten Umsatzzahlen). In großen Formaten verlegt, entsteht mit diesen und anderen Dielen ein hochwertiger Eindruck. Dies lässt den Wohnbereich einladend wirken. Durch ihre großzügige Optik und flächige Raumwirkung verleiht die Landhausdiele jedem Raum eine ruhige und elegante Ausstrahlung. In der laufenden Saison ist zudem die Nachfrage nach Eichenholz für Parkett stark angewachsen. Eiche ist eine Holzart, die alle aktuellen Trends abdecken kann. Sie ist eine der beliebtesten Holzarten für einen Massivholz-Bodenbelag. Durch ihre dunkle und braune Farbgebung verleiht Eiche jedem Raum einen edlen Charakter.

nach obenLaminat ist ein bedarfsgerechter Bodenbelag

Laminatfußboden ist nicht gleich Laminatfußboden. Die meisten Menschen assoziieren bei dem Gedanken an Laminatfußböden in erster Linie Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit. Praktisch soll er sein, leicht zu pflegen und zu verlegen.
© Classen
Laminatfußboden ist nicht gleich Laminatfußboden. Die meisten Menschen assoziieren bei dem Gedanken an Laminatfußböden in erster Linie Zweckmäßigkeit und Nützlichkeit. Praktisch soll er sein, leicht zu pflegen und zu verlegen.
Natur oder Kunstwerk? Laminatböden sind beides – und zwar in perfekter Kombination. Sie haben sich nicht nur wegen ihres kreativen Designs weltweit zu einem beliebten Trendfußboden entwickelt, sondern überzeugen auch durch ihre hervorragende Ökobilanz.

Dank der hohen Dekorvielfalt und der großen Auswahl an Beanspruchungsklassen bleibt mit Laminat als Bodenbelag kaum ein Wunsch offen. Es gibt für jeden Einsatzbereich das passende Produkt – man muss nur wissen, wohin die Reise gehen soll. Sobald das Ziel klar ist, sollten Sie sich von dem Händler Ihres Vertrauens einfach eine Packung des Laminats, das eventuell für Sie in Frage kommt, mitgeben lassen. So können Sie direkt vor Ort testen, wie Ihr favorisiertes Dekor mit Ihrer Einrichtung und übrigen Raumgestaltung harmoniert.

Für die Bearbeitung von Laminat hat Bosch eine wesentliche Arbeitserleichterung geschaffen: die Special for Laminate-Stichsägeblätter.
© Bosch
Für die Bearbeitung von Laminat hat Bosch eine wesentliche Arbeitserleichterung geschaffen: die Special for Laminate-Stichsägeblätter.
Laminat muss übrigens nicht verklebt werden, sondern liegt ganz einfach auf dem Untergrund auf. Für den nötigen Zusammenhalt sorgen leimlose Verbindungssysteme, durch die ein einmal verlegter Boden auch leicht wieder in seine Bestandteile zerlegt werden kann. Dadurch können Sie Ihren Bodenbelag bei einem Umzug mitnehmen oder beschädigte Stellen durch einen Fachverleger austauschen lassen. In den meisten Fällen erhalten Sie bei hochwertigem Laminat noch nach Jahren passenden Ersatz vom Hersteller.


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Schlagworte dieser Seite:

Bodenbelag, Echtholzboden, Fußboden, Holz, Laminat, Parkett, ökologisch

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
6. September 2010

Georg Todorov

Bitte, uebersenden Sie mir eine Liste von Laminat-Hersteller Firmen in Deutschland,wir moechten eine Bestellung machen.
Mit freundlichen Gruessen
Georg Todorov

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