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Unbekannte Wasserressource

März 2009 Die Wiederverwendung von Dusch- und Badewasser bietet noch weitgehend ungenutzte Möglichkeiten, Trinkwasser im Haus in größeren Mengen zu ersetzen. Die Techniken zur Aufbereitung sind ausgereift, es lassen sich bereits hervorragende Wasserqualitäten erzielen.


Unbekannte Wasserressource
© Archiv
Unbekannte Wasserressource

Grauwasser hat seinen Namen eigentlich nicht verdient. Denn die Perspektiven, die diese bei weitem noch nicht ausreichend genutzte Ressource bietet, sind alles andere als trist und novemberlich-grau. Grauwasser, das sind nicht fäkalhaltige Abwasser, also das, was aus Badewanne, Dusche und Handwaschbecken kommt. Nach der Europäischen Norm 12056-1 gehören auch noch hoch belastete Abwässer aus Küche und Waschmaschinen dazu. Für die Nutzung allerdings werden nur die drei erstgenannten Bereiche verwendet. In Grauwasser-Recycling-Anlagen können täglich zwischen einem und 150 Kubikmeter des Restwassers zu Klarwasser aufbereitet werden. Im Haushalt können dadurch 50 Prozent des Trinkwasserbedarfs ersetzt werden. Abwässer aus Dusche, Badewanne und Handwaschbecken werden dafür gesammelt und aufbereitet. Anschließend können sie zur Toilettenspülung und zur Bewässerung eingesetzt werden.

Die Recycling-Anlagen, wie zum Beispiel die von iWater, arbeiten in zwei Schritten. In der ersten Phase wird biologisch aufbereitet und mit Sauerstoff angereichert. Spezielle Reinigungsbakterien verarbeiten biologisch abbaubare Inhalte.

Im zweiten Schritt wird durch eine Membran hindurch hygienisiert. Bei einer Porengröße von 0,00005 Millimeter werden zuverlässig alle Inhaltsstoffe zurückgehalten, selbst Zigarettenrauch kommt da nicht durch. Die Anlagen gibt es in unterschiedlichen Größen, für das Einfamilienhaus ebenso wie für Großgebäude, Hotels etwa. Sie können sowohl im Haus aufgestellt werden wie auch im Erdboden installiert sein. Es sind Zwei-Kammer-Systeme, in den Klarwasser-Behälter kann zusätzlich Regenwasser eingeleitet werden. Die intelligente Steuerung sorgt dafür, dass bei leerem Speicher automatisch Trinkwasser zugespeist wird.

Mit der Zweifachnutzung lässt sich viel Geld sparen. Sie steht darüber hinaus für eine größere Unabhängigkeit von den Preisen des Wasserversorgers und reduziert die Abwasserbelastung. Außerdem werden die Anlagen gefördert. Zwar gibt es keine bundesweit einheitliche Regelung. Die Länder haben individuelle Programme aufgelegt. Hamburg zum Beispiel gibt 1.500 Euro beim Einbau einer Grauwasser-Recycling-Anlage. Wer also frühzeitig auf ein intelligentes Regen- und Grauwassermanagement umsteigt, wappnet sich gegen Mangel und explodierende Kosten.


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