Inhalt

Wildvogelpflege – ein beflügelndes Hobby

Der gesund gepflegte Gerfalke kann in seine gewohnte Umgebung entlassen werden.
© Werner Nestler
Der gesund gepflegte Gerfalke kann in seine gewohnte Umgebung entlassen werden.

Dezember 2008 Ein Grundsatz des Verbands Wohneigentum ist die Erhaltung der Artenvielfalt von Flora und Fauna. Diese Aufgabe nimmt Pierre Fingermann, Beisitzer und Festausschussvorsitzender der Gemeinschaft der Siedler und Wohneigentümer Rastatt-Münchfeld im Verband Wohneigentum Baden-Württemberg e. V., sehr ernst: Gemeinsam mit Ehefrau kümmert er sich um verletzte Wildvögel. Inzwischen ist er über die Grenzen des Landkreises Rastatt und sogar bis ins benachbarte Elsass als Vogelexperte geschätzt.


Alles begann mit Fingermanns beruflicher Tätigkeit beim Landkreis Rastatt, wo er von 1980 bis 2006 im Landschaftspflegebetrieb beschäftigt war. Eine seiner Aufgaben war es, hilfsbedürftige Vögel zur Pflege an die Vogelschutzwarte nach Karlsruhe-Rappenwört zu bringen. Als die Vogelschutzwarte 1993 geschlossen wurde, nahm er sich selbst der gefiederten Kreaturen an. In mehreren Einzelkäfigen und Auswilderungsvolieren versorgt das Ehepaar Fingermann seither verletzte Vögel aus der ganzen Region bis zur Wiederauswilderung.

Binnen kürzester Zeit entwickelte sich Pierre Fingermann zum Vogelexperten. Polizei, Feuerwehr, Tierärzte und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises nutzen seine Telefonnummer zu jeder Tages- und Nachtzeit, um verwundete und allein nicht lebensfähige Vögel abholen zu lassen. So musste auch der Termin mit der FuG-Redaktion um eine Stunde verschoben werden, weil Fingermann noch schnell von der Autobahnpolizei zu einem hilfsbedürftigen Storch gerufen wurde.

nach obenHilfe für Tausende Vögel

Falke
© Werner Nestler
Falke
Tierärztliche Hilfe erhält er meist von Dr. Baltasar Schmitz, ebenfalls Mitglied im Verband Wohneigentum. In den rund 15 Jahren im Einsatz für den Tierschutz hat Pierre Fingermann 1.350 Großvögel gepflegt und wieder ausgewildert – 2008 waren es bisher mehr als 200 Tiere. Hinzu kommen noch unzählige Singvögel.

Pierre und Verena Fingermann mit Siedlerkindern bei der jährlichen Nistkastenpflege.
© Werner Nestler
Pierre und Verena Fingermann mit Siedlerkindern bei der jährlichen Nistkastenpflege.
Viele seiner "Gäste" sind Greifvögel, die von der Vogelwarte Radolfzell registriert werden und in deren Auftrag Pierre Fingermann die Beringung durchführt. Die übrigen Vögel werden akribisch nach Funddatum und Ort, Verletzungen sowie Auswilderungsdatum gelistet und der unteren Naturschutzbehörde gemeldet. Neben seinem Einsatz für verletzte Tiere betreut Pierre Fingermann außerdem im Gebiet der Siedlergemeinschaft 132 Nistkästen in öffentlichen Anlagen und weitere 55 Stück auf Privatgrundstücken. Die jährliche Nistkastenpflege mit Siedlerkindern ist für alle Beteiligten ein Erlebnis und vermittelt schon den Kleinsten die Wichtigkeit von Singvögeln im Wohngebiet.

nach obenUnermüdlich im Einsatz

Fingermanns Rat zu Nistmöglichkeiten, Fütterung und Pflege von Vögeln wird auch häufig von Privatpersonen in Anspruch genommen. Selbst bei Gebäudeabrissen oder Schornsteinsprengungen ist sein Sachverstand gefragt, denn neben Vögeln setzt er sich auch für Fledermäuse und Igel ein. Im Oktober 2005 wurde das Ehepaar für vorbildliche Bürgeraktion durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther H. Oettinger und Innenminister Heribert Rech ausgezeichnet. Finanzielle Unterstützung erhält Fingermanns lobenswerter Einsatz zum Teil durch die untere Naturschutzbehörde des Landkreises und den Naturschutzbund.

Seit nahezu 15 Jahren ist Pierre Fingermann im Vorstand der Gemeinschaft der Siedler und Wohneigentümer Rastatt-Münchfeld aktiv. Er organisiert Arbeitseinsätze für die Streuobstwiese, Bankpatenschaften und die Aktion "saubere Stadt". Auch die Ausschmückung der Erntedankfeier, die Leckereien der Nikolausfeier für die Siedlerkinder oder der Glühweinstand beim Neujahrsspaziergang der Frauengruppe gehören zu seinen Aufgaben. Und Pierre Fingermanns nächstes Projekt steht auch schon fest: Auf der Streuobstwiese, die von der Siedlergemeinschaft betreut wird, sollen ein Insektenhotel und eine Nistmöglichkeit für Störche entstehen.

vorheriger Beitrag
nächster Beitrag

Schlagworte dieser Seite

Vögel, Wildtiere
Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (5)

Ihr Kommentar


Diese Seite nutzt ausschließlich Session-Cookies. Permanente Cookies werden nicht verwendet!
Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.