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Telefonaktion Alzheimer-Demenz vom 19.9.2007: Früh erkennen, richtig behandeln

Januar 2008 "Ich habe große Angst, dass bei mir die Alzheimer-Krankheit auch schon losgeht." Das war eine der am häufigsten geäußerten Befürchtungen bei unserer Telefonaktion. Wann diese Sorgen berechtigt sind, was man tun kann, um sich Klarheit zu verschaffen und wie man die Demenz behandeln kann, darüber gaben Dr. med. Gerthild Stiens und Dr. med. Wolfgang Wittgens Auskunft. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten in einer Zusammenfassung.


Ist Alzheimer erblich?

Alzheimer wird nur in ganz seltenen Fällen vererbt; die Krankheit tritt dann meist schon in relativ jungen Jahren auf. Wenn ein Familienmitglied erkrankt ist, besteht also noch nicht unbedingt ein erhöhtes Risiko.

Wie äußert sich Alzheimer anfangs?

Typisch sind zunächst Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Neue Informationen werden nicht mehr vom Gehirn verarbeitet, Worte fallen den Betroffenen nicht mehr ein oder werden verwechselt, das zeitliche und räumliche Orientierungsvermögen schwindet. Die Menschen ziehen sich mehr und mehr zurück, sind depressiv. Auch ihr Verhalten und ihre Persönlichkeit können sich auffällig verändern. Es kann aber auch andere Ursachen für solche Probleme geben, deshalb ist immer ein Arztbesuch zu empfehlen.

Welche Untersuchungen führt der Arzt durch?

Der erste Ansprechpartner beim Verdacht auf eine Demenzerkrankung ist der Hausarzt. Er kann schon mit einfachen Tests feststellen, ob der Verdacht zu recht besteht. Bestätigt sich der Demenzverdacht oder kommt der Hausarzt nicht weiter, ist eine Überweisung an einen Facharzt, also einen Neurologen oder Psychiater, sinnvoll. Dieser versucht mit weiteren Untersuchungsverfahren herauszubekommen, welches die exakten Ursachen für die Störung sind. In großen Kliniken gibt es auch Spezial-Ambulanzen oder Gedächtnis-Sprechstunden.

Kann man Alzheimer heilen?

Heilen kann man Alzheimer leider noch nicht. Da man aber intensiv nach den Ursachen von Alzheimer forscht, weiß man heute, dass dabei bestimmte Botenstoffe im Gehirn eine wichtige Rolle spielen. Und hier kann man medikamentös eingreifen. So lässt sich der geistige Verfall inzwischen mit modernen Antidementiva, sogenannten Acetylcholinesterasehemmern, behandeln. Gedächtnis, Orientierungs- und Sprachvermögen können damit über längere Zeit aufrechterhalten werden. Ein Beispiel dafür ist der Schneeglöckchen-Wirkstoff Galantamin. Die Therapie ist dann umso erfolgreicher, je früher man damit beginnt.

Unser demenzkranker Opa wird uns gegenüber immer feindseliger und aggressiver. Hängt das mit der Krankheit zusammen?

Im Verlauf einer Alzheimer-Demenz kann es zu solchen Verhaltensstörungen kommen. Manchmal kehrt sich auch der Schlaf-Wach-Rhythmus total um. All dies ist vor allem für die Angehörigen sehr belastend. Gut in den Griff bekommen kann man diese Verhaltensveränderungen mit sogenannten Atypika, wie zum Beispiel dem Wirkstoff Risperidon. Die Patienten werden ausgeglichener und schlafen nachts besser durch. Außerdem sollte man den Erkrankten tagsüber ausreichend mit Tätigkeiten wie zum Beispiel Spazierengehen beschäftigen, damit er abends möglichst müde ist.

Wie kann ich Alzheimer vorbeugen?

Wirklich vorbeugen kann man Alzheimer nicht. Eine gesunde Lebensweise ist aber sicher nützlich. Die Statistik zeigt: Wer geistig und körperlich aktiv ist und das so lange wie möglich bleibt, der erkrankt seltener an Demenz.

Meine Mutter leidet seit acht Jahren an Alzheimer. Sie verliert nun immer mehr Gewicht, kann kaum noch schlucken. Was kann ich tun?

In den späteren Phasen der Erkrankung gehen auch viele körperliche Funktionen wie Kauen oder Schlucken verloren. Versuchen Sie, die Nahrung so zuzubereiten, dass Ihre Mutter möglichst gut damit zurecht kommt. Und probieren Sie es immer wieder mit kleinen Portionen. Wichtig ist auch, dass sie genügend Flüssigkeit bekommt.

Die Alzheimer-Erkrankung meines Vaters wird immer schlimmer. Die Pflege wächst mir über den Kopf. Muss ich ihn in ein Heim geben?

Das ist keine leichte Entscheidung. Wenn die Belastung zu Hause aber zu groß wird, und Sie selbst das Gefühl haben, es nicht mehr zu schaffen, dann ist der Zeitpunkt gekommen, eine Heimunterbringung in Erwägung zu ziehen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Sie selbst noch krank werden durch die Bürde der Pflege. Schauen Sie sich aber rechtzeitig nach einem guten Pflegeheim um, die Wartelisten sind dort meist sehr lang.

Welche Hilfen gibt es für pflegende Angehörige?

Neben der ambulanten Hilfe, die ins Haus kommt und bestimmte pflegerische Aufgaben mit Hilfe von geschulten Fachkräften übernimmt, gibt es auch spezielle Tagespflegeeinrichtungen. Dort werden die Erkrankten betreut und beschäftigt, und der Angehörige erfährt zumindest tagsüber eine Entlastung. Um Geld zu bekommen, muss man einen Antrag auf Einstufung in eine Pflegestufe stellen. Oft klappt das nicht immer reibungslos. Ein Tipp: Legen Sie immer Widerspruch ein, wenn Sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind.

nach obenService-Hinweis

Informationsbroschüren zum Thema Alzheimer-Demenz kann man gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten und mit der eigenen Adresse versehenen DIN-A5-Rückumschlags bestellen beim

Deutschen Grünen Kreuz
Stichwort Demenz
Postfach 1207
35002 Marburg

Informationen gibt es auch im Internet unter www.altern-in-wuerde.de.

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