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Bodenständig − über Bodenbeläge und ihre Pflege

Bodenständig – über Bodenbeläge und ihre Pflege
© Villeroy & Boch
Bodenständig – über Bodenbeläge und ihre Pflege

Oktober 2007 Wie sagte einmal ein bekannter deutscher Hersteller von Teppichböden: "Die halten länger als uns lieb ist." Es scheint wohl tatsächlich so zu sein, dass die immer besser gewordene Qualität von Bodenbelägen dazu geführt hat, dass sich ihre durchschnittliche Lebensdauer nicht nur durch Kaufzurückhaltung ungewöhnlich stark verlängert hat. Nun rechnen aber Industrie und Handel damit, dass Sie als selbstnutzende Wohneigentümer demnächst Schlange vor den Läden stehen, um sich die Böden im Haus erneuern zu lassen.


Damit Sie nicht ganz unbedarft an diese Aufgabe heran gehen, haben wir uns für Sie im Markt umgesehen. Betrachten wir zunächst einmal die Trends. Basis dafür ist der Vergleich des Verbrauchs von Bodenbelägen im Jahr 2005 und die Prognose für 2008 (Quelle: IM-INTERMARKET). Elastische Bodenbeläge werden demnach weniger gekauft. Schuld daran ist im Wesentlichen das PVC mit einem Minus von 4 Prozent. Um gut 6 Prozent entwickeln sich textile Bodenbeläge wie Tufting und Nadelflies auf 170 Millionen m². Holz- und holzartige Bodenbeläge steigern sich gar um 10 Prozent auf 121 Millionen m². Prozentualer Sieger ist eindeutig das Parkett, dem eine Steigerung um 20 Punkte vorausgesagt wird. Das wären 2008 4 Millionen m² mehr als noch 2005 verlegt wurden.

Deshalb will ich auch auf diesen wertvollen Bodenbelag etwas intensiver eingehen. Und auf dessen Pflege. Aber selbstverständlich erzählen wir Ihnen auch etwas zum Thema Laminat. Und zu keramischen Bodenbelägen.

nach obenVon hart bis zart: Parkett für jeden Einsatzzweck

© Verband der Deutschen Parkettindustrie
Noch bis zum Mittelalter wandelte der Mensch in Europa auf nackter Erde oder Stein. Holzfußböden wurden erst bei den Rittern modern. Anfangs legte man einfach rohe Bohlen nebeneinander. Weil sich die Hofdamen aber so manchen Splitter in den zarten Fuß stachen, zogen sie es schon bald vor, ihre Gemächer mit gehobelten Dielen vertäfeln zu lassen. Der Siegeszug des Parketts begann.

Was auch nicht verwundert. Schließlich ist es langlebig und belastbar, natürlich und umweltfreundlich und vor allem pflegeleicht.

© Verband der Deutschen Parkettindustrie
Beim Kauf eines hochwertigen Parkettbodens spielt die Optik eine entscheidende Rolle, denn der Boden bestimmt die Atmosphäre des Raumes und spiegelt den Geschmack seiner Bewohner wider. Genauso wichtig ist es nach Angaben des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp) aber, dass die ausgewählte Holzart zum jeweiligen Einsatzzweck passt. "Während weiche Hölzer im Schlaf- oder Wohnzimmer verwendet werden können, sind stark beanspruchte Räume wie Flure, der Eingangsbereich oder die Küche mit einer harten Holzsorte besser bedient.", so vdp-Vorsitzender Ralph Plessmann.

Eine Kerbe bestimmt die Härte

Wie widerstandsfähig ein Parkettboden ist, sagt die Maßeinheit "Brinell" aus. Sie wird nach einem Messverfahren des schwedischen Ingenieurs Johan August Brinell (1849 – 1929) ermittelt. Dabei wird eine Stahlkugel mit einem Durchmesser von 10 mm mit einer bestimmten Kraft und für eine festgelegte Dauer auf die Holzoberfläche gepresst. Die so entstehende Kerbe im Holz wird mit einer Lupe ausgemessen und nach einer mathematischen Formel berechnet. Je kleiner die Kerbe, desto größer der berechnete Brinell-Wert und umso härter das Holz. Sehr harte Hölzer erreichen Brinell-Werte von 40 und mehr.

Auf die Rohdichte kommt es an

Wie belastbar ein Holz ist, hängt unter anderem von seiner Dichte ab. Je größer die Rohdichte, desto härter ist die Holzart. Dabei spielt der Wachstumsprozess des Naturmaterials die entscheidende Rolle: Parallel zum Verlauf der Fasern ist das Holz doppelt so hart wie rechtwinklig zur Faser. Bei Parkettholz wird grundsätzlich die Härte senkrecht zur Holzfaser gemessen und der Naturwerkstoff entsprechend zugeschnitten und zu Bodenbelägen verarbeitet.

© Verband der Deutschen Parkettindustrie

Für jeden Zweck die richtige Holzart

Besonders hart und damit gut geeignet für viel genutzte Räume sind Parkettböden aus Eiche, Ahorn oder Buche. Sie besitzen eine große Rohdichte und bieten den meisten Widerstand gegen starke Beanspruchung. Ihnen können häufiges Möbelrücken, spielende Kinder oder Partygäste mit Stöckelschuhen wenig anhaben.

Bei Parkettböden aus Kirschbaum, Fichte und Kiefer fällt der Brinell-Wert geringer aus. Trotzdem eignet sich auch dieses Holz gut für Parkett in weniger frequentierten Zimmern.

Solide Grundlage: Landhausdielen

Immer mehr Einrichter entdecken die Landhausdiele für sich. Der Umsatz der deutschen Parketthersteller mit diesem Fußbodenbelag stieg 2006 um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Verband der Deutschen Parkettindustrie (VdP) mitteilt. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 1,4 Millionen m² Landhausdielen produziert.

"Die Optik großformatiger Dielen aus echtem Holz liegt im Trend.", erklärt VdP-Geschäftsführer Dirk-Uwe Klaas. "Für die Landhausdiele spricht vor allem ihre großzügige Raumwirkung und ihre Wandlungsfähigkeit. Landhausdielen passen nämlich in eine rustikal eingerichtete Wohnung genau so gut wie in ein eher elegantes Wohnambiente.", so Klaas weiter.

Für die neue Lust an der breiten Diele spricht, dass die Parketthersteller eine immer größere Auswahl an Formaten und Holzarten anbieten. So sind bei Liebhabern klassischer Innenarchitektur helle Eichendielen in rustikalen Sortierungen gefragt. Auf dunklem Untergrund können dagegen Möbel in kräftigen Farben, aber auch in Weiß besonders gut in Szene gesetzt werden. Bei Landhausdielen gilt jedoch immer die Regel "weniger ist mehr", denn der Bodenbelag wirkt allein durch seine großzügige Erscheinung und sollte nie versteckt oder mit Mobiliar zugestellt werden.

Landhausdielen sehen nicht nur gut aus, sie sind auch eine solide Grundlage für jede Wohnung. Denn wie alle Holzböden sind sie robust und langlebig. Je nach Stärke der Laufschicht lassen sich die Dielen mehrmals abschleifen und müssen daher auch nach vielen Jahren nicht erneuert werden. Dielen sind außerdem pflegeleicht und vertragen neben der regelmäßigen Behandlung mit Besen oder Staubsauger sogar feuchtes Wischen mit wenig Wasser und geeigneten Pflegemitteln.

Mehrschichtige Landhausdielen sind vergleichsweise leicht zu verlegen und für Selbermacher als vorgefertigte Elemente erhältlich. Bei Massivholzdielen kann der Kunde nach der Verlegung über die abschließende Oberflächenbehandlung mit Wachs, Öl oder eine Versiegelung entscheiden. Dies sollte allerdings durch einen Fachbetrieb ausgeführt werden. Gängig sind Dielen mit einer Breite zwischen 160 und 200 mm. Wer verschiedene Formate miteinander kombiniert, kann eine ganz neue, individuelle Optik erzielen. In jedem Fall wirkt das Holz warm und einladend.

nach oben"Wilde Muster" setzen Trends

© Verband der Deutschen Parkettindustrie
Beim Parkett sind die "jungen Wilden" auf dem Vormarsch. War in den vergangenen Jahren vorwiegend eine klassische Optik gefragt, sorgen nach Angaben des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie jetzt unregelmäßige Verlegemuster für Abwechslung unter den Parkettböden. Zum Beispiel der so genannte "wilde Verband", eine Abwandlung des beliebten Schiffsbodens.

Frei nach dem Motto "Erlaubt ist, was gefällt" wird beim unregelmäßigen wilden Verband einfach Parkettstab an Parkettstab gereiht und mit dem Untergrund verklebt. Bei dieser im Fachjargon "endloses Verlegen" genannten Technik wird das Reststück einer fertigen Reihe immer zum Anfangsstück für die nächste oder übernächste Reihe. Das Parkett kann dabei durchaus unterschiedliche Farben haben. Im Trend sind aktuell dunkle Hölzer. Die Eiche feiert ihre Renaissance als Bodenbelag, während die Buche eher in den Hintergrund tritt.

Der wilde Verband ermöglicht durch seine unregelmäßige Anordnung geringste Schnittverluste und ist damit einfach und kostengünstig zu verlegen.

Aber auch die klassischen Parkettmuster wie der englische Verband und das Fischgrät bleiben bei Bauherren und Renovierern jeden Alters gefragt. Beim Englischen Verband werden die Parkettstäbe um eine halbe Länge versetzt parallel zu einander verlegt, wodurch eine großzügige Raumwirkung erzielt wird. Das Fischgrätmuster erzeugt durch den unterschiedlichen Faserverlauf des Holzes je nach Lichteinfall einen beeindruckenden Hell-Dunkel-Kontrast.

nach obenParkettpflege

Parkett sollte nicht nur im Frühjahr gereinigt werden. Einmal die Woche ist fachmännische (oder -frauliche) Pflege angesagt. Und die will gelernt sein.

Drei Grundregeln

  • Regel I:
    Entferne zuerst sorgfältig den groben Schmutz. Denn der kann beim Wischen die Oberfläche verkratzen.
  • Regel II:
    Reibe niemals den guten Belag pitschnass ab. Das ist grundverkehrt. Auch wenn Parkett versiegelt ist, besitzt es keinen "Nässeschutz". Deshalb darf es nur mit einem ausgepressten, sensitiven Wischtuch mit minimaler Wasseraufnahme "nebelfeucht" gereinigt werden. Genauso sorgfältig sollte man mit geölten oder gewachsten Oberflächen umgehen.
  • Regel III:
    Spüle den Bezug nach dem Wischen immer gründlich aus. Dann landet der aufgenommene Schmutz nicht im sauberen Seifenwasser.


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Bodenbelag, Parkett, Parkettboden

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