Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Haus | Garten | Leben > Gesundheit > Die Prostata

Die Prostata

Prostata
© ABDA
Prostata

August 2007 Die Erkrankung der sogenannten Vorsteherdrüse des Mannes ist ziemlich häufig. Fast jeder zweite Mann hat im Alter Prostatabeschwerden. Da dies zu erheblichen Schwierigkeiten beim Wasserlassen führt und somit merklich das Wohlgefühl beeinträchtigt, wird dann ein Arzt aufgesucht. Meist ist hier mit homöopathischen Präparaten Abhilfe zu schaffen. Dass es sich hierbei auch um eine bösartige Erkrankung des Organs, nämlich um ein Prostatacarcinom, handeln kann, befürchten die meisten Betroffenen. Aber bei frühzeitiger Therapie bestehen gute Heilungschancen.


Dr. Frank Reese ist Landarzt im rheinischen Uckerath.
© Eckermeier, Manfred
Dr. Frank Reese ist Landarzt im rheinischen Uckerath.

nach obenDer Landarzt rät zur Vorsorgeuntersuchung

Dabei fällt natürlich wieder das Problem der häufig von Männern ungenutzten Vorsorgeuntersuchung auf. Ab 45 Jahren wird für jeden Mann von seiner Krankenversicherung eine Krebsvorsorgeuntersuchung angeboten, bei der auch die Prostata mitbeurteilt wird. Diese Vorsorge kann von jedem Hausarzt durchgeführt werden und bedeutet nur einen geringen Zeitaufwand. Leider nehmen nur wenige Männer diese Chance wahr.

In den meisten Fällen handelt es sich um eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die durch ihre Größenzunahme die Harnröhre einengt. Dadurch entsteht das bekannte Phänomen des verzögerten Harnlassens. Mit Brennnesselextrakt, Sägepalmen- oder Kürbiskernmehl lässt sich leicht Abhilfe schaffen. Dennoch sollten im weiteren Krankheitsverlauf unbedingt Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden. So lässt sich eine Verschlechterung der Erkrankung und eventuelle Therapieänderung rechtzeitig erkennen. Eine andere Möglichkeit ist die Wärmebehandlung, die jedoch von den Krankenkassen nicht erstattet wird. Auch damit ist ein anhaltender Erfolg möglich.

Selbst bei bösartigen Erkrankungen der Prostata ist das komplette operative Entfernen nur gelegentlich notwendig. Also genaugenommen ist bei rechtzeitigem Eingreifen die Erkrankung der Prostata gut beherrschbar – deshalb nicht vergessen: rechtzeitig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Und noch ein kleiner Hinweis: Im Gesundheitsreformgesetz vom 1.4.2007 ist für Patienten, die an einer durch eine Vorsorgeuntersuchung erkennbaren Erkrankung leiden und keine Vorsorge durchgeführt haben, die Belastungsgrenze auf 2 % des jährlichen Einkommens erhöht worden. Das heißt, bis zu diesem Betrag müssen Zuzahlungen geleistet werden. Bei den staatlich verordneten hohen Belastungen jedes Einzelnen im Gesundheitsbereich bedeutet das noch eine erhebliche Zusatzbelastung, die jedoch bei durchgeführter Vorsorge nur halb so hoch ist.

nach obenBestimmte Prostatamittel können Atemprobleme verursachen

Seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen können oft trotz aller Sorgfalt bei der Zulassung erst nach Jahren breiter Anwendung erkannt werden. So können verschreibungspflichtige Arzneimittel gegen Prostatabeschwerden, die den Wirkstoff Tamsulosin enthalten, auch Atemnot verursachen. Dies berichteten Apotheken an die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Der Wirkstoff Tamsulosin wird bei Männern erfolgreich gegen Beschwerden beim Wasserlassen eingesetzt. Die Ursache der Atemnot scheint eine Schwellung der Schleimhaut im Bereich der oberen Luftwege beziehungsweise des Kehlkopfes zu sein. Da im höheren Lebensalter Atembeschwerden auch durch andere Erkrankungen wie beispielsweise Herzerkrankungen verursacht werden können, werden die durch Tamsulosin verursachten Atembeschwerden möglicherweise falsch interpretiert oder überhaupt nicht erkannt. "Deshalb sollten besonders ältere Männer, die tamsulosinhaltige Prostatamittel einnehmen, auf Atembeschwerden oder Atemnot achten. Hier gilt wie bei allen Arzneimitteln: Wenn Patienten Nebenwirkungen beobachten, sollten sie diese dem Apotheker oder dem Arzt berichten", sagte Apotheker Professor Thomas Beck, Leiter der AMK. "Nur dann kann die Häufigkeit und Bedeutung einer Nebenwirkung verlässlich eingeschätzt werden".

nach obenProstatakrebs

Prostatakrebs unterscheidet sich insbesondere wegen des langsamen und eher spät einsetzenden Tumorwachstums von den meisten anderen bösartigen Tumoren. Nach einer Schätzung des Robert Koch-Instituts treten pro Jahr circa 49.000 neue Fälle des Prostatakarzinoms auf. Es ist damit das häufigste Karzinom des Mannes. Die Zahl der Neuerkrankungen pro 100.000 Männer ("alterstandardisierte Inzidenz") ist seit 1990 gestiegen. Dieser Anstieg wird auf die intensivierte Diagnostik durch den Bluttest auf das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA) zurückgeführt. Ob mit dem PSA-Test die Sterberate gesenkt werden könnte oder nur die Nachweisquote weniger aggressiver Prostatakarzinome erhöht wird, wird kontrovers diskutiert. Diese Frage ist Gegenstand internationaler Studien, deren Ergebnisse nicht vor dem Jahr 2008 erwartet werden.

Den bedeutsamsten Risikofaktor für das Prostatakarzinom stellt das ansteigende Alter dar. Epidemiologische Studien geben aber auch Hinweise auf Ernährungsfaktoren. So ist das Karzinom in Asien deutlich seltener als in Mitteleuropa oder Nordamerika. Bei Asiaten, die in die USA ausgewandert sind, wird in der zweiten Generation die gleiche Häufigkeit beobachtet wie bei amerikanischen Männern. Hier wird die Rolle tierischer Fette diskutiert.

Das GBE-Heft 36 "Prostataerkrankungen" ist auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts abrufbar, und es kann schriftlich kostenlos bestellt werden:

Robert Koch-Institut
Gesundheitsberichterstattung
Seestraße 10
13353 Berlin
Internet: www.rki.de

Schlagworte dieser Seite:

Prostata

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2020

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de