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Wann haben Sie zuletzt einen Spatzenschwarm gesehen?

Juli 2007 Die frechen kleinen Vögel sind inzwischen an vielen Orten selten geworden. Zwei Dinge machen dem Spatz das Leben schwer: Er findet oft keine geeigneten Brutmöglichkeiten und nicht genügend Insekten für die Aufzucht der Jungen. Inzwischen steht der Spatz – der Haussperling – bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Vogelarten.


Gartenfreunde können dem Spatz mit ein paar einfachen Maßnahmen helfen. Dafür muss man weder Vogel-Experte sein noch großen Aufwand betreiben. Mit einigen kleinen Vorbereitungen wird der Garten zum Paradies für Spatzen und viele andere Tiere.

nach obenEin Platz für den Spatz

Am liebsten brütet der Spatz in Mauerritzen oder in Hohlräumen unter Dachvorsprüngen direkt am Haus. Doch diese "natürlichen" Nistplätze verschwinden immer mehr – Fassaden werden oft saniert und lückenlos gedämmt. Neubauten weisen keine Spalten und Ritzen mehr auf. Da ist kaum noch Platz für den Spatz.

Nistplatz für Spatzen
© Deutsche Wildtier-Stiftung M. Börner
Nistplatz für Spatzen
Um dennoch Nistplätze zu schaffen, kann man bis zum Herbst:
  • Ihr Haus mit Efeu, wildem Wein oder anderen Kletterpflanzen begrünen – denn auch hier lässt sich der Spatz gern nieder;
  • Spatzen-Reihenhäuser an der Fassade anbringen – denn der Spatz brütet in Kolonien.

Zwar beginnt die Brutsaison erst im März/April, doch schon im Herbst fliegen besonders die jungen Spatzen auch größere Strecken, um sich nach geeigneten Revieren für das nächste Frühjahr umzusehen. Außerdem übernachten Spatzen auch in den Nistkästen. Deshalb sollten diese auch erst im zeitigen Frühjahr (Ende Februar/Anfang März) gereinigt werden.

Der Spatz brütet nicht gern allein

Um den Spatz zu unterstützen, bietet die Deutsche Wildtier-Stiftung (www.DeutscheWildtierStiftung.de) einen Bausatz für ein Spatzen-Reihenhaus an. Hier finden gleich drei Spatzenfamilien ein neues und sicheres Zuhause.

nach obenFuttermangel für die Jungen

Vor allem in den Städten ist der Spatz ein Allesfresser. Natürlicherweise ernährt sich der erwachsene Haussperling hauptsächlich von Körnern und Samen. Um seine Jungen zu versorgen, sind dagegen unbedingt Insekten notwendig – denn nur diese proteinreichen "Leckerbissen" sorgen dafür, dass die kleinen Spatzen schnell wachsen und erfolgreich ausfliegen können. Monotone Gärten voller exotischer Gehölze oder intensiv gepflegte Parks und Grünflächen locken aber nur wenige Insekten an. Auch der Einsatz der "chemischen Keule" vernichtet für den Spatz wertvolle Nahrung.

Fleißige Insektenvertilger

Wussten Sie, dass die Jungen eines einzigen Spatzennests mit 250 Insekten pro Tag versorgt werden müssen? Während der fast zweiwöchigen Brut vertilgt der Nachwuchs mehr als 3.000 Raupen, Mücken und andere Insekten. Eine weitere Hauptnahrungsquelle sind Blattläuse! Dichte Hecken aus einheimischen Sträuchern wie Weißdorn, Hartriegel und Heckenrosen oder Nutzgehölze wie Brombeeren und Obstbäume locken die Insekten an, die der Spatz als Futter für seine Jungen braucht.

Damit die Spatzen auch schon im zeitigen Frühjahr viele Insekten finden können, sollte der Garten im Herbst nicht komplett "aufgeräumt" werden. "Wilde" Bereiche mit Laub und Ästen bieten für Insekten und andere Kleintiere die Möglichkeit zu überwintern: der Grundstein für eine neue Population im nächsten Jahr. Auch hohle Stengel von einjährigen Stauden sind bei den Kerbtieren beliebte Winterruheplätze.

nach obenHilfe nicht nur für den Spatz

Von den Maßnahmen zur Unterstützung des Spatzes profitiert natürlich nicht nur er. Viele andere Vogelarten freuen sich auch über neue Nistmöglichkeiten und vogelfreundliche Gärten. Ein naturnaher Garten mit Wildpflanzen lockt viele Insekten an – und diese wiederum Insektenfresser. Dazu gehören unter anderem Meise, Rotkehlchen, Amsel und Grasmücken. Nicht nur Vögel fühlen sich in einem insektenreichen Garten wohl, sondern auch Säugetiere wie Igel, Spitz- oder Fledermäuse.

nach obenVorräte für den Winter anlegen

Ab dem kommenden Herbst ist die ideale Zeit, um im Garten oder bei Spaziergängen schon einmal den Wintervorrat für Spatz und Co. anzulegen. Je vielfältiger der gesammelte Vorrat ist, desto mehr Vögel sind später im Winter "zu Gast".

Die Körnerfresser wie Spatzen, Finken und Zeisige bevorzugen
  • Sonnenblumenkerne, Hanf, Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern
  • Fruchtstände von Hirse, Mohn, Lein, Salat, Sommerrüben, Disteln, Kletten, Vergissmeinnicht, Nachtkerze, Ampfer, Melde, Beifuß, Knöterich, Heidekraut, Wegerich, Hirtentäschel, Gräser
  • Samen von Erle, Birke, Ahorn, Esche, Nadelgehölzen
  • Kerne von Äpfeln, Birnen, Gurken, Kürbissen, Melonen

Dagegen picken die Weichfresser (Amsel, Singdrossel, Rotkehlchen usw.) eher an den getrockneten Beeren und Früchten von Holunder, Eberesche, Liguster, Mehlbeere, Schneeball, Weißdorn, Pfaffenhütchen, Wildrosen (Hagebutten), Apfel, Birne.

Die gesammelten Samenstände, Beeren und Früchte müssen trocken und kühl gelagert werden, damit sie nicht verschimmeln. Im Winter dann ist es wichtig, auf Sauberkeit am Futterplatz (keine Verschmutzungen durch Kot) sowie auf eine sorgfältige Fütterung zu achten. Erst wenn die Vögel im Winter durch eine geschlossene Schneedecke oder extreme Minustemperaturen selbst kein Glück mehr bei der Suche nach Futter haben, sollte Futter angeboten werden.

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Haussperling, Nistkasten, Spatz, Wildtiere, Winterfütterung von Vögeln
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