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Wasserknappheit − künftig ein Problem in Deutschland?

Prof. Dr. Andreas Troge
© UBA
Prof. Dr. Andreas Troge

Mai 2007 Wasser ist ein knappes und kostbares Gut. Weltweit werden die Gebiete, in denen Wasser Mangelware ist, künftig zunehmen. "Nicht nur zu wenig Wasser, sondern auch dessen schlechte Qualität können dazu führen, dass global nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.", sagt Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes in Dessau. Doch auch in Deutschland könnte künftig in manchen Regionen Wasserknappheit herrschen. Es gilt daher, rechtzeitig Anpassungsstrategien zu entwickeln, um den möglichen klimabedingten Wasserdefiziten zu begegnen.


Spezifischer Wasserverbrauch in Haushalten und Kleingewerbe 1990 bis 2004. Quelle: Statistisches Bundesamt. Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V.
Quelle: Statistisches Bundesamt. Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V.

nach obenTag des Wassers

Die Vereinten Nationen stellten den jährlich am 22. März ausgerufenen internationalen Tag des Wassers in diesem Jahr unter die Überschrift "Coping with Water Scarcity" – zu Deutsch: "Zeit zum Handeln – Wasserknappheit und Dürre". Der Tag richtete die Aufmerksamkeit auf weltweit 1,2 Milliarden Menschen, die nicht ausreichend über sauberes Trinkwasser verfügen. Dabei definieren die Vereinten Nationen nur 20 bis 50 Liter Trinkwasser täglich als ausreichend. Zum Vergleich: In Deutschland nutzt jeder Einwohner durchschnittlich pro Tag etwa 130 Liter, in den USA mehr als 300 Liter. Künftig steigt weltweit die Zahl der Regionen, die vom Wassermangel bedroht sind. Gründe liefert – neben dem Bevölkerungsanstieg – auch der Klimawandel, in dessen Folge sich die Niederschläge weltweit ändern.

Regionale Differenzen beim Trinkwasserpreis. Quelle: Statistisches Bundesamt. Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V.
Quelle: Statistisches Bundesamt. Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft e. V.

Rahmenbedingungen
Fläche Deutschlands357,022 km2
Gesamtbevölkerung82,5 Mill.
Bevölkerungsdichte230 Einw./km2
Mittlerer Jahresniederschlag789 mm/m3
Wasserdargebot188 Mrd. m3
Wasserbedarf35,6 Mrd. m3

Wasserbedarf
Wärmekraftwerke22,5 Mrd. m3
Bergbau und
Industrie
7,7 Mrd. m3
Öffentliche
Wasserversorgung
5,3 Mrd. m3
Landwirtschaft0,1 Mrd. m3
INSGESAMT35,6 Mrd. m3
Ungenutzte
Ressourcen
~ 152 Mrd. m3 > 80 %
Quelle: Umweltbundesamt
Doch wie sieht die Situation in Deutschland aus? Berechnungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass sich die Niederschläge bis zum Ende des 21. Jahrhunderts voraussichtlich innerhalb der Jahreszeiten sowie regional verschieben. Im heute schon trockenen Osten Deutschlands könnten die Sommerniederschläge weiter abnehmen. Es gäbe mehr Perioden sommerlicher Trockenheit, die länger anhielten. Eine mögliche Folge: sehr niedrige Wasserstände der Flüsse. Die Schiffe könnten weniger laden und müssten möglicherweise Transporte einstellen. Flusswasser, das der Kühlung der Kraftwerke dient, stünde nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung. Leistungseinschränkungen bis zur Abschaltung der Kraftwerke könnten folgen. Darüber hinaus sind zu hohe Wassertemperaturen für Fische und andere Flussbewohner tödlich. Nicht zuletzt wäre die Trinkwassergewinnung wegen häufiger Niedrigwasserstände und fallender Grundwasserspiegel beeinträchtigt.

Europäische Wissenschaftler stellten im Februar 2007 in Berlin auf der Konferenz "Wasser und Klima" einhellig fest: Der Wissensstand ist heute – trotz verbleibender Unsicherheiten – ausreichend, um mit der Anpassung in der Wasserwirtschaft zu beginnen. Wesentlich ist dabei, dass alle wasserrelevanten Sektoren die Anpassung mitvollziehen. Dies ließe sich mit Innovationen in den einzelnen Sektoren, die zu einer Entlastung der Wasserressourcen beitragen, erreichen.

nach obenAdressen

Umweltbundesamt
Postfach 1406
06813 Dessau
Telefon: 0340/21 03-0
www.umweltbundesamt.de
i-water Torsten Grüter
Reisertstraße 12
53773 Hennef
Tel.: 02242/9331840
www.i-water.de


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Tag des Wassers, Trinkwasser, Wasser

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