Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Haus | Garten | Leben > Tierwelt > Wanderfalter - Ausdauernde Flieger
nächster Beitrag → Der Turmfalke

Wanderfalter – Ausdauernde Flieger

Windenschwärmer
© Dagner, Gerd
Windenschwärmer

März 2007 Schmetterlinge sind imstande auf ihren Wanderungen weite Strecken zu fliegen, doch nur wenige Arten der zierlichen, gebrechlichen Geschöpfe führen Wanderungen durch. Im Gegensatz zu den Vögeln leben sie nicht lange genug, um dem Winter zu entfliehen und im Frühjahr zurückzukehren.


Einer der berühmtesten Wanderschmetterlinge ist der Monarchfalter. Es ist eine Tatsache, dass er von Amerika nach Australien geflogen ist, wo er sich gut eingebürgert hat. Auch auf den Kanarischen Inseln ist er heute anzutreffen und er überfliegt auch den Atlantik von Nordamerika nach England.

In den Pyrenäen gibt es Pässe, die im Frühjahr regelmäßig von Schmetterlingen, Faltern und anderen Insekten für ihre Reise von Nordafrika in Richtung Norden benutzt werden. Sie leben und vermehren sich in den mitteleuropäischen Ländern, manchen gelingt sogar regelmäßig der Rückzug in den Süden. Die strengen Winter in unseren Breiten können kaum welche überstehen und so sind sie auf den alljährlichen Zuzug aus dem nordafrikanischen und südeuropäischen Raum angewiesen.

Postillion
© Dagner, Gerd
Postillion
Der Postillion oder Wandergelbling (Colias croceus) hat eine Spannweite von 40 bis 50 mm, leicht gerundete, dottergelbe Flügel mit einem breiten, schwärzlichen Saum, im Vorderflügel ein schwarzes, im Hinterflügel ein rötliches Auge. Im Mai, Juni fliegt die aus dem Süden zugezogene, im Juli, August die bei uns geschlüpfte Generation über Klee- und Luzernefeldern. Postillione sind sehr wanderlustige Schmetterlinge. Sie fliegen im Frühjahr aus dem Süden zu und können bis nach Schweden und Finnland vorstoßen. Im Jahr 1946 wurde in Nordspanien ein nach Norden strebender Wanderzug von schätzungsweise 37 Millionen Exemplaren beobachtet. Ein Teil der bei uns geschlüpften Sommergeneration fliegt im Herbst nach Südeuropa zurück. Die bei uns Verbleibenden überstehen die kalte Jahreszeit weder als fertiger Falter noch als Raupe oder Puppe.

Admiral
© Dagner, Gerd
Admiral
Der Admiral (Vanessa atalanta) ist ein 50 bis 60 mm spannender Edelfalter. Diese wärmeliebende Art bewohnt Nordafrika und Südeuropa, reicht im Osten bis nach Mittelasien, wandert alljährlich über ganz Europa, kann jedoch nur in Ausnahmefällen nördlich der Alpen überwintern. Die graugelben, stacheligen Raupen leben einzeln in zusammengerollten Brennesselblättern. Die aus einer Stürzpuppe schlüpfenden Falter konzentrieren sich Ende des Sommers auf überreifen Früchten, vor allem auf Birnen und Pflaumen in Obstgärten und verbleiben hier bis in den späten Herbst. Die Flügeloberflächen zeigen eine auffallende rot-schwarz-weiße Zeichnung, die Flügelunterseiten besitzen eine Tarnfärbung, die den ruhenden Falter, wenn er mit geschlossenen Flügeln auf Baumstämmen sitzt, gut schützt.

Distelfalter
© Dagner, Gerd
Distelfalter
Vanessa cardui L., der Distelfalter, gehört zu den bekannten Wanderarten. Der 45 bis 60 mm messende Schmetterling ist mit Ausnahme Südamerikas über die ganzen gemäßigten Klimazonen verbreitet. In Mitteleuropa ist er ebenfalls häufig, obwohl er hier nicht überwintert. Im Mai, Juni stößt er nach Norden über die Alpen vor, wobei schon Heere von vielen Millionen von Faltern beobachtet wurden. Im Sommer entwickeln sich ein bis zwei Generationen, die Raupen leben auf Disteln, Brennesseln und Hopfen. Regelmäßig wandern Falter aus der zweiten Generation wieder über die Alpen in wärmere Gebiete zurück.

Lindenschwärmer
© Dagner, Gerd
Lindenschwärmer
Auch eine Reihe von Nachtfaltern sind Wanderer. Da sie jedoch nachts ziehen, entging ihre Wanderung lange der Aufmerksamkeit der Beobachter. Manchmal fliegen so viele Eulenfalter an, dass ihre Nachkommen, die Raupen, große Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen anrichten. Alljährlich gelangt ein Teil der Gammaeulen-Population durch Wanderung nach Mitteleuropa, durch ihre Wanderfähigkeit ist auch die Ypsiloneule auf der ganzen Welt verbreitet. Zu den bekannten Wanderfaltern, die einzeln ziehen, gehören die großen Schwärmer: der 80 bis 120 mm spannende Totenkopf, der etwa gleichgroße Linden- und der Oleanderschwärmer. Diese Falter können in den gemäßigten Zonen zwar nicht überwintern, finden jedoch stellenweise ein günstiges Klima für die Vermehrung vor. Sie besiedeln alljährlich von Afrika her Süd- und Mitteleuropa, manchmal werden sie auch weit im Norden beobachtet.

Taubenschwänzchen
© Dagner, Gerd
Taubenschwänzchen
Ein hervorragender Wanderfalter, den man auch an Balkonblumen beobachten kann, ist das 40 bis 50 mm messende Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum L.). Der Falter fliegt Sommeranfangs in Mitteleuropa ein, stößt weit nach Norden ans Polargebiet und hoch in die Berge bis zur Vegetationsgrenze vor. Von August bis in den Herbst kann man die Nachkommen der Einwanderer an Blüten auf Wiesen und Feldern, auf Zierbeeten und den Gärten sehen. Sie sind tagaktiv und saugen den Nektar im Flug. Dabei stehen sie wie Kolibris mit schwirrenden Flügeln in der Luft, schieben ihren Rüssel in die Blüten, um dann wieder blitzschnell vor anderen Blumen zu halten.

Wanderfalter legen hunderte, ja tausende von Kilometern zurück. Sie nützen dabei günstige Luftströmungen und Witterungen aus. Viele Exemplare gehen auf der Reise zugrunde, das ist aber der Preis, den sie für ihre Ausbreitungsziele zahlen müssen.

nächster Beitrag → Der Turmfalke
Tulpenmischung "Candy Friends" (Kiepenkerl)
Farbenfroher Frühling
Ameisenjungfer
Natur 2010
Naturschutz im Garten mit Insektenhotels
Naturschutz im Garten mit Insektenhotels

Schlagworte dieser Seite:

Admiral, Distelfalter, Eulenfalter, Insekten, Lindenschwärmer, Monarchfalter, Oleanderschwärmer, Postillion, Schmetterling, Taubenschwänzchen, Totenkopf, Wanderfalter, Ypsiloneule

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de