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Ganz ohne Chemie geht es nicht − Heimisches Nadelholz braucht Schutz

Ganz ohne Chemie geht es nicht
© Bondex
Ganz ohne Chemie geht es nicht

März 2007 Chemischer Holzschutz zeichnet sich durch pilzwidrige und insektenwidrige Wirkstoffe aus, die vorbeugend oder bekämpfend ins Holz gebracht werden und ein Absterben der Organismen bewirken. Dies schließt aber ein, dass die giftigen Wirkstoffe auch schädigende Wirkung auf den Organismus des Menschen haben, wenn er mit den Wirkstoffen in Berührung kommt, warnt der Gesamtverband Deutscher Holzhandel.


Die natürliche Haltbarkeit der heimischen Nadelholzarten ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen ist jedoch begrenzt. Die Europanorm 350-2 gibt die zu erwartende natürliche Dauerhaftigkeit der Holzarten heute nicht mehr in Jahren, sondern in sogenannten Dauerhaftigkeitsklassen an. Der Grund dafür ist die Vielzahl möglicher Einflussfaktoren wie zum Beispiel Jahrringbreite des Holzes, Mikroklima und Befallsrisiko durch Schadorganismen am Einbauort, Einbauart usw. Die machen es unmöglich, die Standzeit genau in Jahren anzugeben.

Die Einstufung unserer heimischen Holzarten (bezogen auf das Kernholz) bewegt sich nach dieser Norm zwischen den Dauerhaftigkeitsklassen 3 und 4 (= wenig bis mäßig dauerhaft). Mit einer fachgerecht durchgeführten Kesseldruckimprägnierung lässt sich die natürliche Standzeit der Hölzer um den Faktor 3 bis 4 verlängern, erläutert der Deutsche Holzschutzverband.

Im Garten verbaute Hölzer müssen einiges aushalten: Sonne und Regen, Hitze und Kälte – ebenso Pilze und holzzerstörende Insekten – sie alle setzen dem Holz zu. Ihre Schönheit und Funktion behalten Gartenhölzer nur dann, wenn sie erstens fachgerecht verbaut und zweitens auch wirksam vorbeugend geschützt sind, am besten mittels einer fachgerechten Kesseldruckimprägnierung.

Genau hier liegt der "Hase im Pfeffer" erläutert der Deutsche Holzschutzverband. Denn Kesseldruckimprägnierung sei nicht gleich Kesseldruckimprägnierung. Gerade beim Holzschutz hapere es bei den Billigprodukten. "Achten Sie beim Einkauf Ihrer Gartenhölzer unbedingt auf Qualität", meinen die Bingener Holzschützer. "Es ist gar nicht so schwer, diese Qualität auch zu erkennen." Die Mitglieder der Gütegemeinschaft Imprägnierte Holzbauelemente e. V. stehen für geprüfte Qualität mit dem RAL-Gütezeichen. In deren Prüfbestimmungen ist unter anderem festgehalten, welche amtlich geprüften Holzschutzmittel für die RAL-Imprägnierung verwendet werden dürfen, wieviel davon in das Holz eingebracht werden muss und wie tief, damit die angestrebte Schutzwirkung auch erreicht wird.

nach obenWetterschutz für Outdoorhölzer

Holzelemente im Garten wie Zäune, Carports oder Kinderspielgeräte sollten gut auf die Einflüsse von Sonne, Regen und Kälte vorbereitet werden. Entscheidend ist die richtige Wetterschutzlasur.

Viel Arbeit spart sich, wer zum Herbstanfang alle beweglichen Holzelemente im Keller, in einem Geräteraum oder auch unter einem großen Dachüberstand unterstellt. Eine wasserfeste Abdeckplane aus dem Baumarkt schützt Teak-Möbel und Gartenbänke draußen zusätzlich vor Nässe. Damit Regenwasser gut abfließen kann und sich nicht in Pfützen auf der Plane sammelt, stehen Stühle und Tische am besten in gekippter Position.

Neben solchen Vorsichtsmaßnahmen brauchen Holzzäune oder Balkongeländer, die jeder Witterung und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, einen sehr guten Wetterschutzanstrich. Spezielle Lasuren für den Außenbereich bewahren das Holz vor Nässe und UV-Strahlung und blättern bei richtiger Anwendung nicht ab. Bestens bewährt haben sich umweltfreundliche Acrylat-Systeme auf Wasserbasis, da sie in Langzeittests die besten Ergebnisse in punkto Haltbarkeit und Oberflächenschutz erzielt haben. Ein spezieller Holzimprägniergrund auf Acrylbasis verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit bzw. Schimmelbefall und sorgt dafür, dass die Lasur ihre Wirkung optimal entfalten kann.

Grundsätzlich unterscheidet der Fachmann zwischen Dünnschicht- und Dickschicht-Lasuren. Für nicht maßhaltige Hölzer wie Zäune oder Pergolen empfiehlt sich eine hochwertige Dünnschicht-Lasur. Sie dringt in das Holz ein, wirkt wasserabweisend und hält das Holz trocken. Dünnschicht-Lasuren sind offenporig und bilden einen schwachen Anstrichfilm. Daher sollten sie häufiger, das heißt jährlich erneuert werden. Spielgeräte für Kinder bestehen meistens aus kesseldruckimprägniertem Holz. Auch dieses extrem wetterfeste Material benötigt ab und an eine Auffrischung mit einer Dünnschicht-Lasur, da die Oberfläche sonst zu vergrauen beginnt.

Bei Holzelementen die sich nicht verziehen dürfen, raten Experten wie das Paint Quality Insitute (PQI) zu einer Dickschicht-Lasur. Da diese ähnlich wie Lacke einen geschlossenen Anstrichfilm bilden, halten sie länger als eine Dünnschicht-Lasur. In der Regel reicht es daher aus, Holzfenster, Türen oder Fassaden alle zwei Jahre, spätestens jedoch nach drei Jahren neu zu streichen. Wichtig ist, vor dem Lasieren alte und rissige Schichten sowie Verschmutzungen zu entfernen.

ResistenzDauerhaftigkeitHolzartenbeispiele
1sehr dauerhaft
(> 13 Jahre Standdauer)
sehr viele tropische Baumarten, z. B. Afzelia, Kambala, Bongossi, Teak
1-2sehr dauerhaft
(> 13 Jahre Standdauer)
Robinie
2dauerhaft
(8-13 Jahre Standdauer)
Europ. Eiche, Edelkastanie, Western red cedar
3mäßig dauerhaft
(5-8 Jahre Standdauer)
dunklere Qualitäten von Kiefer, Pitch Pine
3-4mäßig dauerhaft
(5-8 Jahre Standdauer)
Kiefer, Lärche, Douglasie
4nicht dauerhaft
(3-5 Jahre Standdauer)
Fichte, Tanne, Hemlock
5vergänglich
(< 3 Jahre Standdauer)
Buche, Birke, Erle, Pappel, Esche, Roßkastanie, Platane
Hinsichtlich ihrer natürlichen Dauerhaftigkeit werden Hölzer in Abhängigkeit von ihrer Standdauer nach DIN-69364 (Freilandversuch) in fünf Resistenzklassen eingeteilt.

nach obenHolzschutz im Handumdrehen

Wie gesagt: Holz im Außenbereich soll nicht nur dekorativ aussehen, sondern muss auch Sonne, Regen und anderen holzschädigenden Einflüssen standhalten. Ein einfacher Lasuranstrich reicht da als Schutz oft nicht aus. Nadelhölzer wie Kiefer, Fichte und Co. müssen zuvor noch imprägniert werden, um sie vor Bläuepilzen zu schützen. Wer einen Arbeitsgang sparen und sein Nadelholz dennoch zuverlässig schützen möchte, greift zum Beispiel zur Bondex Imprägnier-Lasur 2 in 1. Das Produkt ist Imprägnierung und Lasur in einem und bietet somit eine praktische und zeitsparende Lösung. Die schnelltrocknende Lasur dringt tief in das Holz ein und schützt es gegen Bläue, Witterung und UV-Strahlen. Dabei betont sie die natürliche Holzmaserung. Der Anstrich wittert über die Jahre erodierend ab, also ohne dass der Lasurfilm abblättert. Deshalb kann ein späterer Renovierungsanstrich ohne vorheriges Abschleifen des Holzes durchgeführt werden.

nach obenTipp

Broschüre "Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel"
© Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
Broschüre "Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel"
Wichtige Hinweise zum richtigen Umgang mit Holzschutzmitteln gibt zum einen die Broschüre "Verbraucherleitfaden Holzschutzmittel" vom Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft. Diese kann entweder beim Bundesministerium bestellt oder aus dem Internet unter www.verbraucherministerium.de heruntergeladen werden.

Ratgeber zum Thema Holzschutz
© Umwelt-Bundesamt
Ratgeber zum Thema Holzschutz
Zum anderen hat das Umwelt-Bundesamt einen Ratgeber herausgegeben, der wichtige Hinweise zum Thema Holzschutz gibt. Dieser kann ebenfalls aus dem Internet heruntergeladen werden unter www.umweltdaten.de oder direkt beim Umwelt-Bundesamt bestellen.

nach obenQuellen/Weitere Informationen

  • Schadstoffberatung Tübingen
    Kronenstraße 4, 72070 Tübingen
  • enius Contrat GmbH
    Werftstraße 23, 40549 Düsseldorf
  • Katalyse Institut für angewandte Umweltforschung
    Volksgartenstr. 34, 50677 Köln
  • Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg Informationszentrum für betrieblichen Umweltschutz (IBU)
    Theodor-Heuss-Straße 4, 70174 Stuttgart
  • Gesamtverband Deutscher Holzhandel e. V.
    Rostocker Str. 16, 65191 Wiesbaden
  • Gütegemeinschaft Imprägnierte Holzbauelemente e. V. / Deutscher Holzschutzverband (DHV)
    Saarlandstraße 206, 55411 Bingen
  • Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
    Postfach 30 11 63, 53191 Bonn
  • Umweltbundesamt
    Wörlitzer Platz 1, 06844 Dessau


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Anschließend Nadelholz-Imprägniergrund als tiefenwirksamen Schutz gegen Bläuebefall für alle rohen Nadelhölzer im Außenbereich auftragen.
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Holzschutz, Kesseldruckimprägnierung, chemischer Holzschutz

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