Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Haus | Garten | Leben > Tierwelt > Schnelle Hilfe kann Leben retten!

Schnelle Hilfe kann Leben retten!

Schnelle Hilfe kann Leben retten!
© Hoffmann
Schnelle Hilfe kann Leben retten!

Oktober 2006 Erbrechen oder Durchfall können viele – oft auch harmlose – Gründe haben: "Doch es könnte", mahnen die Experten vom "Deutschen Grünen Kreuz e. V.", "auch sein, dass Ihr Liebling an Rinde, Blatt oder Blüte einer Giftpflanze "genascht" hat!" Was für den Vierbeiner wirklich schädlich ist, ist leider gar nicht so einfach zu erkennen. Im allgemeinen orientiert man sich dabei an den Erfahrungen der Giftnotrufzentralen, d. h. Pflanzen, die Inhaltsstoffe enthalten, die dem Menschen schaden können, werden auch als für Haustiere bedenklich eingestuft.


"Doch es gibt auch Pflanzen und Früchte, die zwar für uns Menschen ungiftig sind, aber auf Tiere eine toxische Wirkung haben!"

So haben Hunde bereits nach dem Verzehr von Weintrauben schwere Vergiftungssymptome gezeigt: Magenkrämpfe, Erbrechen und Durchfall waren dabei noch die harmloseren Folgen. Denn: In einigen Fällen trat sogar ein Nierenversagen auf! Unabhängig voneinander haben deshalb das amerikanische Animal Poisons Control Center (ASPCA) sowie das britische Institut Veterinary Poisons Information vor Weintrauben gewarnt. Die Tierärzte der Institute vermuten, dass Rosinen sogar noch gefährlicher für Hunde sein könnten, da sie den giftigen Stoff konzentriert enthalten.

Bei ihrer Analyse stießen die Forscher auf merkwürdige Vergiftungsfälle bei 19 Hunden – zehn in den USA und neun in Großbritannien. Alle Tiere hatten unterschiedlich große Mengen an Weintrauben oder Rosinen gefressen … "Leckereien", die man eigentlich als harmlos einstufen würde. Die Trauben waren weder mit Spritzmitteln noch anderen chemischen Mitteln oder Schwermetallen übermäßig belastet. Doch die Symptome glichen sich: Einige Stunden nach dem Verzehr der Früchte erbrachen sich die Tiere und wurden appetitlos. Durchfall und Bauchschmerzen stellten sich bei einigen der Hunde ein. Nach 24 Stunden zeigten die am schwersten betroffenen Patienten dann die Symptome eines Nierenversagens: "Sie wurden sehr ruhig bis lethargisch und konnten kein oder nur noch wenig Wasser lassen!"

Blutuntersuchungen ergaben dramatisch erhöhte Nierenwerte. Zudem stellten die Ärzte eine Hyperkalzämie (= zu viel Kalzium im Blut) fest. Von den zehn amerikanischen Hunden überlebten lediglich fünf Tiere.

"Bei Verdacht auf eine Weintraubenvergiftung sollten Sie daher mit Ihrem Hund schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen, um dem Nierenversagen vorzubeugen", raten die Experten. Eventuell könne das Gift im Darm mit Aktivkohle gebunden werden. Bei schweren Vergiftungen muss der Hund mindestens 48 Stunden lang unter Kontrolle der Blutwerte mit Infusionen versorgt werden. Die beste Therapie: Hunde erst gar nicht auf den Geschmack bringen, damit sie sich nicht selbst bedienen.

nach obenDie üblichen Verdächtigen

Narzissen
© Hoffmann
Narzissen
Goldregenblüten mit alten Samenschalen.
© Hoffmann
Goldregenblüten mit alten Samenschalen.
Blüten und Blätter des Rhododendrons gelten nicht nur für uns Menschen, sondern vor allem auch für Hunde als sehr gefährlich. "Bereits 0,3 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht sind für den besten Freund des Menschen tödlich!" Starker Speichelfluss, Erbrechen, Krämpfe und angestrengtes Atmen sind die häufigsten Symptome. Schnelle Hilfe ist erforderlich, denn der Tod tritt meist innerhalb weniger Stunden nach Aufnahme der Pflanze ein.

Auch die Blätter des Oleander sind für Mensch wie Tier tödlich: "Bereits der Verzehr eines einzigen Blattes führt zu Erbrechen, Kolik, Durchfall und Herzrhythmusstörungen. Der Tod tritt schließlich durch Herzlähmung ein!"

Auch der beliebte Gummibaum ist nicht ohne: "Bei Hunden und Katzen kommt es zu Durchfall, bei größeren Mengen auch zu Krämpfen und Erbrechen. Für Kaninchen ist der Verzehr von drei bis vier Blättern bereits tödlich!" Natürlich gilt auch hier für Menschen: Finger fern halten, das Essen von Blattteilen, etwa durch arglose Kinder, führt zu Würgen, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Große Vorsicht ist zudem beim Fingerhut geboten: "Fünf Gramm trockener Blätter sind für einen Hund tödlich." Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle, auch Herzrhythmusstörungen, sind auch beim Menschen die dramatischen Folgen.

Bei der Eibe gilt für uns Menschen bereits eine Blattmasse von 50 bis 100 Gramm als tödliche Dosis. Sogar Holzstaub kann Übelkeit hervorrufen! Auch Pferde brechen bald nach dem Fressen von Nadeln und Zweigen zusammen. Manchmal soll der Tod schon nach nur 5 Minuten eingetreten sein – Rinder dagegen scheinen größere Blattmengen ohne Schaden zu vertragen!

Die Zwiebeln der Osterglocke – generell von Narzissen –, aber auch größere Mengen des Pflanzenwassers führen bei Tieren vor allem zu Erbrechen, Durchfall, Schweißausbrüchen, Herzrhythmusstörungen und Krämpfen. Sowohl bei Hunden als auch bei Rindern sind Todesfälle bekannt geworden. Auch kennt man Vergiftungen bei Menschen, die häufig auf eine Verwechslung mit Speisezwiebeln zurückgingen.

Berühmt-berüchtigt ist auch das Maiglöckchen: "Auch Goldregen, Seidelbast, Buchsbaum, Heckenkirsche und Robinie sind hochgiftig und oft sogar tödlich!"

Bei allen Vergiftungen gilt es, so schnell wie möglich den Tierarzt aufzusuchen, um die entsprechenden Maßnahmen zur Entgiftung einzuleiten.

Tiergerechte Urlaubsplanung
Nicht alle Heimtiere genießen ein Sonnenbad
Nicht alle Heimtiere genießen ein Sonnenbad
Auf Reisen mit Hund und Katz

Schlagworte dieser Seite:

Buchsbaum, Eibe, Fingerhut, Goldregen, Heckenkirsche, Heimtier, Hund, Kaninchen, Katze, Maiglöckchen, Narzisse, Oleander, Osterglocke, Pferd, Rhododendron, Rind, Robinie, Seidelbast

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de