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Zähne – ein teures Gut

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Oktober 2006 In Deutschland ist die Zahnversorgung der Kinder in den Schulen eigentlich recht weit entwickelt und jeder Kinderarzt versorgt seine jungen Patienten mit Fluor-Tabletten. In anderen Ländern werden Substanzen wie Fluor und Calcium dem Trinkwasser beigemischt, sodass hier kein Mangel entstehen kann. Im weiteren Verlauf des Lebens nimmt allerdings die Häufigkeit der Kontrolle des Gebiss-Zustands sowie auch dessen Pflege erheblich ab.


Aufgrund der Veränderungen im Gesundheitssystem trifft man häufiger als vor zehn Jahren auf Patienten, deren Zahnzustand dringend sanierungsbedürftig ist bzw. die einer Gebissprothese bedürfen. Dieses können sich aber jetzt schon eine Reihe von Mitmenschen nicht mehr leisten, da der Eigenanteil sehr hoch ist. Ein Ende dieses fatalen Weges unseres Gesundheitssystems mit einer nicht mehr ausreichenden Versorgung im zahnmedizinischen Bereich ist nicht in Sicht. Deshalb ist es so wichtig, Kinder zur regelmäßigen Pflege ihrer Zähne anzuhalten und zu erklären, warum sie diese Pflege durchführen sollen. Allerdings betrifft dies ebenso die Erwachsenen. Die im späteren Lebensalter häufig notwendige Versorgung mit Zahnersatz ist bei sich weiterentwickelnder Technik besser – aber auch teurer.

nach obenAlternde Gesellschaft stellt Zahnmedizin vor erhebliche Herausforderungen

In den kommenden Jahren wird der Anteil alter Menschen in der Bevölkerung zunehmen. Dies stellt die Zahnmedizin in der Prävention und Versorgung dieser Patienten vor erhebliche Herausforderungen. Vielschichtige Zusammenhänge zwischen medizinischen und zahnmedizinischen Erkrankungen und die spezielle Situation älterer Menschen fordern ein Umdenken. Bisher konzentrierten sich Prophylaxe-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche. Mit Erfolg: In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist Karies drastisch zurückgegangen.

"Aus wissenschaftlichen Studien weiß man, dass auch bei älteren Menschen Prävention nicht nur sinnvoll, sondern auch erfolgreich sein kann", sagt Prof. Dr. Joachim Klimek, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Präventive Zahnheilkunde an der Universität Gießen und Sprecher des wissenschaftlichen Beirats der Sektion Zahngesundheit im Deutschen Grünen Kreuz e. V. Daher entwickelt und initiiert die Bundeszahnärztekammer Programme zur Verbesserung der Mundgesundheit älterer Menschen. Repräsentative Erhebungen belegen die Notwendigkeit solcher Programme: Menschen im Alter von 65 bis 74 Jahren fehlen in Deutschland durchschnittlich etwa 18 bis 20 Zähne, ein Viertel bis zu einem Drittel sind komplett zahnlos. Über die Hälfte der Patienten dieser Altersgruppe leiden an einer schweren Zahnbetterkrankung (Parodontitis). Dies entspricht der Situation in anderen vergleichbaren Industrienationen.

Fehlender, unzureichender oder alter Zahnersatz vermindert häufig die Lebensqualität, weil die Kaufähigkeit eingeschränkt ist und sich Physiognomie und Sprache verändern. Das Ernährungsverhalten wird oft einseitig und unausgewogen, viele Patienten ziehen sich sozial zurück. Der Verlust der Kieferabstützung durch fehlende Zähne kann Funktionsstörungen der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur zur Folge haben einhergehend mit Kopf- und Nackenschmerzen. Dies wiederum wirkt sich negativ auf die Allgemeingesundheit aus. Außerdem können Infektionen im Mundraum schwerwiegende Auswirkungen haben: "So gilt etwa Parodontitis als Risikofaktor für Herz- und Kreislauferkrankungen und Diabetes", warnt Klimek.

Andersherum wirken sich verschiedene Allgemeinerkrankungen wie Diabetes oder systemische Erkrankungen auf die Mundhöhle aus. Typisch ist auch das vermehrte Auftreten von Mundschleimhautveränderungen und Mundkrebs im höheren Alter. "In diesem Zusammenhang ist es wichtig daran zu erinnern, dass sich das Aufgabenfeld des Zahnarztes nicht auf die Zähne beschränkt", so Klimek.

Ebenso können altersbedingte Funktionseinschränkungen gefährlich für die Mundgesundheit sein. Bewegungseinschränkungen erschweren den regelmäßigen Besuch einer Zahnarztpraxis, eine eingeschränkte Feinmotorik führt häufig zu Problemen bei der Mundhygiene zu Hause. Hier ist es wichtig, über Alternativen aufzuklären, die die Mundhygiene erleichtern und unterstützen: "Menschen mit eingeschränkter Feinmotorik können mit modernen elektrischen Zahnbürsten oft eine bessere Reinigung der Zähne erzielen als mit Handzahnbürsten. Die Entwicklung von Wurzelkaries, die typischerweise im höheren Alter auftritt, kann durch die regelmäßige Anwendung fluoridhaltiger Präparate vermindert werden", erläutert der Zahnmediziner. Einfach anzuwendende antibakteriell wirksame Mundspüllösungen wie Chlorhexidin oder Mittel, die Zinn- und Aminfluorid enthalten, können einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt und zur Wiederherstellung der Mundgesundheit leisten.

Personen, die unter vermindertem Speichelfluss leiden – oft auch als Nebenwirkung von Medikamenten – kann es schon helfen, häufiger einmal zuckerfreien Kaugummi zu kauen. "Eine Verbesserung der Mundgesundheit älterer Menschen kann nicht durch die Zahnärzteschaft allein bewirkt werden, sondern nur durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Blick auf den ganzen Patienten", folgert Klimek.

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