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Sicher Sägen

© Eckermeier, Manfred
Oberforstrat Thomas Hans Deckert meint, dass man stets vorsichtig beim Umgang mit der Motorsäge sein sollte. Wie es auch unsere Tester Gert Bagusche, Heinz Wiel und Michaela Bagusche waren.
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Oberforstrat Thomas Hans Deckert meint, dass man stets vorsichtig beim Umgang mit der Motorsäge sein sollte. Wie es auch unsere Tester Gert Bagusche, Heinz Wiel und Michaela Bagusche waren.

Oktober 2006 Eine Verletzung mit einer Ketten- oder Motorsäge ist in der Regel sehr schmerzhaft und gefährlich. Durch Abrutschen ist es schnell passiert, dass sich eine Motorsäge regelrecht in den Körper hineinfrisst und tiefe Wunden hinterlässt. Um dies zu vermeiden, ist es unerlässlich, immer äußerste Vorsicht walten zu lassen. Das richtige Wissen darum vermitteln in Deutschland die Forstämter. Mit dem Motorsägenführerschein für "Brennholz-Selbstverwerter" ist man auf der richtigen Seite, meint Thomas Hans Deckert (51‌), Oberforstrat beim Forstamt Eitorf im Landesbetrieb Wald und Holz NRW.


Die häufigsten Unfälle sind weniger die dramatischen, tödlichen, sondern Schlag- und Schnittverletzungen. Die klassische Unfallursache ist der zurückschlagende Ast. Die Folge: Schwere Prellungen oder Schnittwunden im Gesicht und auch im Halsbereich, wenn man den Schutzhelm getragen hat. Dann auch Prellungen im Bein- und Bauchbereich.

Die Häufung der Unfälle mit Motorsägen war Anlass für die Forstämter, Kurse für Privatleute in ihr Ausbildungsangebot aufzunehmen. Dabei gibt es zwei Ausbildungsstränge. Der eine ist ein Grund- und Aufbaukurs für Waldbesitzer. Der zweite Ausbildungsstrang entstand vor dem Hintergrund zunehmender Unfallzahlen bei der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Brennholz.

Viele Häuser werden komplett mit Holz beheizt oder haben einen Kachelofen oder einen Kamin im Haus installiert. Dadurch haben wir eine ungeheure Nachfrage wie eigentlich seit Kriegsende nicht mehr. Um das Unfallgeschehen im privaten Bereich in den Griff zu bekommen, werden deshalb entgeltliche 2-Tages-Kurse angeboten, gestaltet vom Forstamt und der Berufsgenossenschaft. Dazu gehören ein theoretischer und ein praktischer Teil, bei dem einfache Schneidetechniken beigebracht werden. Dazu gehört auch das Zufallbringen dünner Bäume, die für Brennholz geeignet sind. Die Motorsägenlehrgänge kosten in Nordrhein-Westfalen rund 120 Euro pro Teilnehmer.

Die Vibrationsdämpfung der Motorsäge schützt Arm und Handgelenk vor Erschütterungen und vorzeitigem Ermüden.
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Die Vibrationsdämpfung der Motorsäge schützt Arm und Handgelenk vor Erschütterungen und vorzeitigem Ermüden.
Eine eigene – zugelassene – Motorsäge ist mitzubringen. Sie muss ein TÜV-Zertifikat haben und vom forsttechnischen Prüfungsausschuss abgenommen sein (das ist der Forst-TÜV). Es gibt Sägen, die zwar das CE-Zertifikat tragen, aber so nur eine waldtaugliche oder forsttaugliche Prüfung vortäuschen. Dazu gehört das große Sortiment der Nonameprodukte in Baumärkten. Solche Sägen sind im Wald nicht zugelassen. Eine zugelassene Säge hat einen Bolzen im Kettenschacht, der bei einem Kettenriss verhindern soll, dass die Kette über die Hand schlägt. Außerdem benötigt sie eine Aufschlag-Kettenbremse. Der Griff muss vibrationsgedämpft sein. Das Beste ist, man holt sich vor dem Kauf Rat bei einem Forstwirtschaftsmeister oder dem Fachhändler.

Für die Brennholzherstellung reichen die 30er, bzw. 32er Schwerter, damit kann man "Hölzer" bis 60 cm durchschneiden und auch noch vernünftig entasten. Geben Sie leichten Geräten mit kleinen, leistungsfähigen Motoren den Vorzug. Das schont Rücken und Arme.

nach obenWichtige Regeln

Es gibt einige Grundsätze für den sicheren Umgang mit der Motorsäge: Niemals über den Kopf hinaus arbeiten, sondern immer nur dort, wo man hinsehen kann. Hinzu kommen die Anwendung richtiger Schneide- und Fälltechniken. Unbedingt wichtig: Das Freihalten des Gefahren- und des Fluchtbereichs. Falls einmal etwas schiefgeht und man tatsächlich auch schnell fortlaufen muss – "Nicht der Angriff ist gut, Weglaufen ist besser".

Alleine die Säge als Arbeitswerkzeug reicht nicht. Zwei weitere Instrumente sind wichtig: Der Fällheber, mit dem man ohne großen Kraftaufwand Bäume in die gewünschte Richtung fällen kann. Und dann die Fällkeile, möglichst aus Aluminium. In diese kann man auch mal gefahrlos mit der Motorsäge schneiden. Empfehlenswert ist auch eine 650-Gramm-Axt mit Hartholzgriff. Unsere Waldarbeiter schwören nach wie vor auf Holz, weil sie sich die Stiele teilweise selbst machen.

Die professionellen Waldarbeitshelme von Solo, Husqvarna und Stihl sind jeweils komplett mit Visier und Gehörschutz ausgerüstet.
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Die professionellen Waldarbeitshelme von Solo, Husqvarna und Stihl sind jeweils komplett mit Visier und Gehörschutz ausgerüstet.
Ganz wichtig die persönliche Schutzausrüstung: Dazu gehören der Helm mit Gesichtsschutz, Ohrenschützer, Schnittschutz-Stiefel mit Stahlkappe, gepolsterte Arbeitshandschuhe und natürlich eine Schnittschutzhose. Das Besondere daran ist die Polsterung aus einem mehrlagigen Spezialvlies, das verhindert, dass sich eine Motorsäge mit laufender Kette ins Bein arbeitet.

Wichtiger Grundsatz beim Umgang mit Motorsägen: Ausgeschlafen sein, keine Trunkenheit an der Säge. Denn das ist kein Spaß und kein Spiel. Bei falscher Nutzung ist so ein Gerät absolut lebensgefährlich.


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Brennholz, Kettensäge, Motorsäge

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
12. März 2012

christine

cool das war echt ne super tolle hilfe für meine ausarbeitungen in wth!!!!
"danke :)"

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