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Stufen zum Glück − Über Treppen im und zum Garten

© BGL

September 2006 Der einfachste Weg ist nicht immer der beste und vor allem nicht unbedingt der schönste… Das können Gartenbesitzer bestätigen, die schon einmal bei Regenwetter auf einfachen, unbefestigten Wegen in ihrem Garten im Schlamm versunken sind. Werden ansteigende Wege oft beschritten, lohnt es, sie trittsicher zu machen; am besten ein für allemal mit Stein. Egal ob schnurgerade oder sanft gewunden. Hilfe finden Siedler bei ihren Gartenfachberatern oder beim Landschaftsgärtner, der je nach Grundgestaltung des Gartens und den individuellen Wünschen den passenden Auf- oder Abgang plant und anlegt. Dann liegen auch die Lieblingsbereiche des Gartens am Wegesrand und der Pfad ist mehr als nur eine Verbindung zwischen zwei Punkten.


© EHL AG


© Kann Baustoffwerke


© EHL AG


© Kann Baustoffwerke
Treppenanlagen in Hof und Garten sind zwar schön anzuschauen, bringen oft erst den richtigen Pfiff in die Gemeinsamkeit mit dem Haus. Der Fachmann sieht das erst einmal etwas nüchterner. Für ihn sind Treppenanlagen in erster Linie Funktionsbauwerke und dienen bei fußläufigen Verbindungen – meist Wegen – der Überwindung von Höhenunterschieden auf engstem Raum. Dennoch, vor allem in Verbindung mit Terrassen oder Haustüren, geben sie dem Eigenheim einen eigenen Charakter. Da Treppen eine recht kostenintensive Sache sind, sollte man sich sorgfältig mit dem Thema auseinandersetzen.

Gewissenhafte Planung unter Einbeziehung eines Fachmanns ist das A und O. Hilfreich sind hier die Experten aus den Garten- und Landschaftsbau-Verbänden (www.galabau.de). Apropos: Wir zeigen Ihnen aber auch, wie eine ganz preiswerte Lösung geht.

nach obenMit Steinen lässt es sich bauen!

Stein spielt als Baustoff seit jeher eine überragende Rolle in der Geschichte der Menschheit, aber auch in der Geschichte der Gartenkunst! Man denke nur an die Jahrtausende alten chinesischen Steingärten, die in Stein gefassten Fischteiche und Marmorbecken im alten Rom und die kunstvollen barocken Skulpturengärten! Auch in heutigen Privatgärten ist Stein ein vielseitig verwendbares Material. Mit ihm lassen sich vor allem auch Treppen gestalten.

Je nachdem, wie der Garten genutzt wird und welche Erwartungen die Besitzer an ihn stellen, sollten das Material, die Form und die Farbe ausgewählt werden. Ein wichtiger Faktor sind auch die Witterungsverhältnisse der Region. Für die meisten Gebiete in Deutschland mit ihren typischen Temperatur- und Wetterschwankungen sind vor allem Granit, Quarzit und Basalt geeignet. Außerdem ergeben sich je nach Nutzungsgrad verschiedene Anforderungen an Unterbau und Belag. In der Regel fügen sich besonders harmonisch die Steine in den Garten, die in der jeweiligen Region auch in freier Natur vorkommen. Aber auch mit Betonsteinen lässt sich die Natur nachahmen.

nach obenAuf Schritt und Tritt

Durch Treppen werden einzelne Gartenebenen miteinander verbunden, sie können aber auch als Trennung dienen und gemeinsam mit Wegen einen Garten in verschiedene Themengebiete teilen. In streng formalen Gärten sollten sie gerade verlaufen und schaffen dadurch geometrisch angelegte Sichtachsen. Im ursprünglichen Naturgarten bieten sich verwunschene, zugewachsene Stufenkreationen an.

Je nach Material betonen Treppen die Gestaltung des Gartens: Zusätzliche Leuchtkraft erhält zum Beispiel ein hügeliger Staudengarten, wenn er durch weiße Stufen besteigbar gemacht wird. Einzelne Findlinge als Aufstieghilfe lassen den Heidegarten noch urwüchsiger wirken. Gepflasterte Steige können aus großen Bodenplatten oder Klinkersteinen bestehen und blühen auf, wenn ihre Fugen mit niedrigwachsenden Pflanzen verschönert werden. Dadurch verwischt sich der Übergang zu den angrenzenden Beeten und Rabatten. Noch einfacher geht dies mit Rasenwegen, in denen einzelne Trittplatten verhindern, dass frisches Gras zu sehr beansprucht wird.

nach obenStein für Stein für Stein

Ein Garten erhält Struktur auch durch Mauern an den Aufgängen! Sie können den Garten einrahmen und so als Sicht- und Lärmschutz dienen, teilen den Garten in unterschiedliche Räume oder laden als Sitzmäuerchen ein. Verwitterte größere Mauern an langen Hängen lassen den Garten geheimnisvoll erscheinen und werfen die neugierige Frage auf, was sich dahinter verstecken mag. Mauern mit großen Fugen sind Lebensraum für Kleintiere, darunter auch Eidechsen und Vögel. Eine schöne Dekoration erhalten Fugen durch Mauerpfeffer, Felsensteinrich, Porzellanblümchen, Hornkraut oder Blaukissen.

nach obenWo Aschenputtel ihren Schuh verlor

Auch wenn es keine großzügige Freitreppe am Hange eines Schlosses ist, auf Stufen können Gartenbesitzer trotzdem wandeln, um verschiedene Ebenen ihres Gartens zu erreichen. Gut geeignet sind zum Beispiel Schiefer, Naturstein oder Betonformstein. Um einen kleinen Garten optisch zu vergrößern kann man künstliche Höhenunterschiede schaffen, die den Garten abwechslungsreich machen. Interessant wirkt es, wenn die einzelnen Ebenen unterschiedlich bepflanzt sind und so zu verschiedenen Einzelgärten werden.

nach obenFachbegriffe

Treppen sind eine Aneinanderreihung von beliebig vielen Einzelstufen, deren Bau ab etwa 10 % Geländeneigung sinnvoll sein kann. Werden mehrere Treppen hintereinander verwendet, spricht man von einem Treppenlauf. Ist ein Treppenlauf in zwei Stücke aufgeteilt und durch ein Podest getrennt, sollten im unteren Teil etwa zwei Drittel der Stufen und im oberen Teil ein Drittel der Stufen untergebracht werden. Die Stufen sind dabei grundsätzlich mit jeweils rund 1 cm Gefälle einzubauen, um anfallendes Wasser abfließen zu lassen.

Stufen können aus unterschiedlichen Materialien (z. B. Beton, Naturstein, Holz, Klinker) mit verschiedensten Oberflächenbearbeitungen und Formen gebaut werden. Dabei hängt die Auswahl von der Gestaltung, dem Nutzungszweck, der Konstruktion und sicherlich auch von finanziellen Erwägungen ab. Man unterscheidet verschiedene Stufenarten:

Blockstufen

Schematischer Aufbau einer Steintreppe
Schematischer Aufbau einer Steintreppe
Bei Blockstufen handelt es sich um massive und sehr stabile Bauteile aus Naturstein oder Beton. Sie sind im Handel meist nur im Maß von 15/35 erhältlich. Das Gewicht liegt je nach Material und Abmessung bei etwa 140 kg/m. Da beim Verlegen zur Erhöhung der Stabilität ein Überstand von 2 cm eingehalten werden sollte, berechnet sich in diesem Fall das Schrittmaß nach der Formel: 2 h + a = 63 cm. Bei einer Stufenhöhe von z. B. 15 cm also: 2 × 15 + 35 − 2 = 63 cm. Daraus ergibt sich ein Schrittmaß von 15/33.

Für eine dauerhafte, setzungsunempfindliche Verlegung von höchstens 4 Stufen genügt ein Sand- oder Splittbett mit einer Stärke von 3 bis 5 cm über einer 20 cm starken Frostschutzschicht der Körnung 8/32 mm. Erst ab einer Anzahl von etwa 5 Stufen sollte man wenigstens unter der ersten Stufe auf ein Betonfundament aus B 15 (= Maß für die Betonfestigkeit) zurückgreifen, da diese den Druck aller darüberliegenden Stufen aufnehmen muss. Ein Verlegen der Stufen in 5 cm Mörtel erhöht dabei die Stabilität.

Stellstufen

Stellstufen eignen sich nur zur Überbrückung geringer Höhenunterschiede mit höchstens zwei bis drei Stufen. Sind mehr Stufen notwendig, muss man ein oder mehrere Podeste einplanen. Stellstufen werden zumindest in die verdichtete Tragschicht eingebunden und sollten deshalb wenigstens 25 cm hoch sein.

Die schmale, aufrechte Einbauweise erhöht zwar die Kippgefahr, ermöglicht es aber, den Wegebelag z. B. mit Steinpflaster, auf der Treppe fortzuführen. Durch Einsetzen in 10 cm Beton B 15 mit Rückenstützen erhalten sie eine dauerhafte Standfestigkeit.

Legstufen

Legstufen sind flache, plattenähnliche Gebilde, die auf ein vorgefertigtes Fundament in 3 bis 5 cm Mörtel aufgelegt werden. Bei Naturstein liegen die Steinstärken zwischen 3 und 8 cm, bei Beton zwischen 3 und 6 cm. Das Gewicht der Legstufen beträgt, je nach Material, etwa 70 kg/m.

Eine Variante sind Legstufen mit Unterlegstein, wobei der Unterlegstein den Druck der Stufe aufnehmen muss. Um ein Brechen und ein Verrutschen der einzelnen Legstufen zu vermeiden, ist deshalb ein stabiles frostfrei gegründetes Betonfundament der labilen Fundamentierung einer Schottertragschicht vorzuziehen. Bei Winkelstufen (Betonfertigteile) ist der Unterlegstein mit der Auftrittsplatte verbunden und damit das Verlegen vereinfacht.

Informationen vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landschaftspflege e. V.

nach obenAnschriften

  • AEG: Eht-Haustechnik GmbH, Gutenstetter Straße 10, 90449 Nürnberg, www.eht-haustechnik.de
  • Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landschaftspflege e. V., Herzog-Heinrich-Straße 21, 80366 München, www.gartenbauvereine.org
  • Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V., Alexander-von-Humboldtstraße 4, 53604 Bad Honnef, www.galabau.de
  • Gebrüder Dolle GmbH, Rockwinkeler Landstraße 117, 28325 Bremen, www.dolle.de
  • Ehl AG, An der B 256, 56639 Kruft, www.ehl.de
  • Kann Baustoffwerke, Bendorfer Straße, D-56158 Bendorf, www.kann.de
  • Stein+Design, Metten, Alter Weg 20, D-79112 Freiburg, www.steinunddesign.de


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Blockstufen, Gartentreppe, Legstufen, Stellstufen, Treppe

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