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Geburt einer Mosaikjungfer

Mosaikjungfer - frisch geschlüpft
© Dagner, Gerd
Mosaikjungfer - frisch geschlüpft

Juli 2006 Vor einigen Jahren habe ich in meinem Garten eine kleine Gartenteichanlage erstellt, einen etwas tieferliegenden Teich, aus welchem ich mit einer Umwälzpumpe das Wasser in den höheren pumpe, das über einen Überlauf und eine Vogeltränke zurückfließt und somit den Kreislauf schließt. In den folgenden Jahren sind die Pflanzen üppig gewachsen. Zu den von mir eingesetzten Moderlieschen haben sich Wasserkäfer, Schnecken, Wasserläufer und Frösche gesellt.


Unter den verschiedenen Libellen ist mir immer wieder eine große, wendige "Blaugrüne Mosaikjungfer" aufgefallen, die um und über dem Teich ihre Jagd- und Kontrollflüge unternahm. Auch konnte ich beobachten, wie sie sich an einem bemoosten, morschen Baumstumpf niederließ, den Hinterleib rückwärts ins Wasser versenkte und einzeln ihre Eier ablegte.

In den folgenden Jahren konnte ich gelegentlich große, spindelförmige Larven der Edellibellen beobachten, wie sie zwischen Pflanzen auf Beute lauerten oder im Wasser herumschwammen. Auch leere, trockene Larvenhüllen, in 20 bis 40 cm Höhe an Wasserpflanzen gekrallt, konnte ich immer wieder finden.

Schon immer wollte ich den Schlüpfvorgang von Libellen beobachten und fotografieren. Dann, eines Sonntagsmorgens, mein Glückstag! Meine Frau hat eine aus dem Wasser kletternde Mosaikjungfernlarve entdeckt. An Pflanzenstengeln klettert sie empor, legt Ruhepausen ein, verändert wieder ihren Sitzplatz, und erst nach einigem Suchen scheint sie eine geeignete Stelle gefunden zu haben. Sorgfältig verankert sie ihre Fußklauen, die Larvenhaut beginnt zu trocknen. Nun heißt es geduldig warten!

Die Verwandlung in die fertige Libelle, die Metamorphose der Libellenlarve, geht dem eigentlichen Schlüpfvorgang voraus und ist an äußerlichen Veränderungen zu erkennen. Die Netzaugen dehnen sich aus und nehmen fast die ganze Oberseite des Kopfes ein, die Unterlippe schrumpft innerhalb der Fangmaske und die Larve kann nicht mehr fressen. Auch schwimmen die Tiere nun öfter, da sie mit den bereits entwickelten Libellenbeinen nicht mehr so gut laufen können. Nach mehreren Stunden Wartezeit beginnt die Brustoberseite anzuschwellen, es entsteht ein Riss und langsam erscheinen Kopf, Brust und die stark gefalteten Flügel der fertigen Libelle. Nach der Befreiung des Vorderkörpers legt sie eine längere Ruhepause ein, während der sie noch mit dem Hinterleib in der Larvenhaut steckt. Der Vorderkörper hängt dabei so weit hintenüber, dass zu fürchten ist, sie könnte aus der Larvenhaut gleiten und herabfallen. Später schnellt sie sich ruckartig mit dem Vorderkörper nach oben, ergreift mit den Beinen die Larvenhaut und zieht den Hinterleib heraus.

Nach etwa 30 Minuten beginnt die Libelle Flüssigkeit in die Flügeladern zu pumpen. Die Flügel strecken und entfalten sich zusehends. Anfangs sind sie noch milchig trübe, doch allmählich werden sie durchsichtig und bekommen einen eigenartigen, kräftigen Glanz, der die frischgeschlüpften Libellen auszeichnet. Nun wird Flüssigkeit in den Hinterleib gepresst, bis dieser seine volle Länge erreicht hat. Das überschüssige Wasser wird tropfenweise durch den After ausgeschieden. Die Libelle kriecht etwas an den Halmen höher, um die Flügel auszubreiten und zu trocknen. Nach etwa zwei Stunden seit Beginn des Schlüpfvorganges ist die Mosaikjungfer flugbereit und tritt mit knisterndem Flügelschlag ihren Jungfernflug an.

Während des Schlüpfens sind Libellen völlig hilflos; sie können nicht fliehen und sind leicht zu verletzen. Um ihren Feinden zu entgehen, schlüpfen die meisten Libellen frühmorgens und manche Arten auch nachts. Dennoch fallen viele von ihnen hungrigen Vögeln, Eidechsen und Ameisen, aber auch heftigem Wind oder Temperaturstürzen zum Opfer.

Haben sie all diese Gefahren überlebt, so vollzieht sich in den nächsten Tagen die endgültige Ausfärbung. Fortpflanzen, jagen, fressen oder gefressen werden, so geht der Lebensrhythmus weiter, bis in den kalten Herbsttagen alle absterben.

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Gartenteich, Insekten, Libellen, Libellenlarven

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