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Der Grünfink

März 2005 Von vielen Ornithologen werden die Finken und Ammern (Fringillinae und Emberizinae) als Unterfamilien der Familie Finkenvögel betrachtet, die dann rund 300 Arten umfassen würde. Einige Wissenschaftler geben den Finken sowie den Ammern nur den Rang je einer Familie: der Fringillidae und der Emberizidae. Auch dann gehören zu den Fringillidae immer noch 122 bis 123 Arten, die einen wesentlichen und bezeichnenden Bestandteil der Avifaunen der Alten wie der Neuen Welt ausmachen.


Leider hat der Mensch diese Finkenvögel auf vielen Inseln der drei Ozeane eingebürgert und dadurch den dort heimischen Vögeln große Nahrungskonkurrenten geschaffen.

nach obenStellenweise dichter Bestand

Grünfink
© Unfricht
Grünfink
Als einen kräftigen, derben Finkenvogel kann man den sperlingsgroßen Grünfink oder Grünling bezeichnen, dessen vorherrschende Färbung ein gelbes Olivgrün ist, wobei das Gesicht stärker gelb betont erscheint. Der übrige Körper trägt eine abwechslungsreiche Musterung in gelben, grauen und schwarzweißen Farbtönen. Vor allem die alten Männchen zeigen ein leuchtendes Gelb, die Weibchen dagegen sind mehr graubraun.

Oft schon an warmen Februartagen kann man den an sich recht unbedeutenden, klingelnden und trillernden Gesang vernehmen, den das Männchen bis weit in den Spätsommer hinein vorträgt.

nach obenMeist drei Bruten im Jahr

Junger Grünfink
© Unfricht
Junger Grünfink
Die einheimischen Grünlinge sind meist Standvögel, gelegentlich auch Zugvögel, die ihr Winterquartier in Süd- und Südwesteuropa beziehen. Sie lieben vor allem Gärten, Friedhöfe, Parkanlagen, Feldgehölze und lichte Wälder mit Laubbäumen, wo sie während des Sommerhalbjahres ihre Reviere bilden.

Meist Mitte April, gebietsweise besonders im Süden und in den Städten, schon Ende März, baut das Paar aus Halmen und Reisern einen dichten Napf, den es mit Pflanzenwolle und Moos auspolstert. In dieses Nest, dessen Standort gern in Stammausschlägen, Kletterpflanzen, an begrünten Hauswänden oder ziemlich niedrig in Hecken und immergrünen Sträuchern sich befindet, legt das Weibchen durchschnittlich 4 bis 6 bläulich- bis grünlichweiße, rotbraun- und grauviolettgefleckte und punktierte Eier, die meist 20 × 14 mm messen und frisch 1,6 bis 2,6 g wiegen. Beide Partner bebrüten das Gelege 13 Tage, dann schlüpfen die Jungen. Diese werden rein vegetarisch, vor allem mit halbreifen Wildsämereien aufgezogen; auch die Altvögel verzehren fast nur pflanzliche Kost, Sämereien in allen Reifestadien, Unkräuter, mit Vorliebe Wolfsmilchsamen, im Herbst und Winter die Kerne von Sonnenblumen, Ebereschen, Wacholder, Feuerdorn, Schneebeeren und Hagebutten. Sie fliegen nach zwei Wochen in einem gestreiften, aber meist dem Weibchen ähnelnden Jugendkleid aus. Sie werden dann weiterhin von den Eltern mit im Kropf erweichten Sämereien versorgt, bis sie selbstständig sind. Es finden meist drei Bruten im Jahr statt. Die letzten Jungen des Jahres verlassen oft erst im September das Nest und erfüllen mit ihren Rufen die Luft zu einer Zeit, wo nirgends sonst noch gefiederte Junge gefüttert werden. Nach der Vollmauser der Altvögel im September/Oktober schließen sich die Grünlinge zu größeren Scharen zusammen. Die nordischen Arten streichen nach Süden und vereinigen sich mit unseren Standvögeln.

nach obenWinterfütterung

Zu den häufigsten Besuchern an Futterstellen, die im Winter für die Vögel eingerichtet werden, gehören die Grünlinge. Haben sie erst einmal eine regelmäßige Nahrungsquelle entdeckt, so bleiben sie mitunter den ganzen Winter hindurch diesem Futterplatz treu. Sie spielen dort oft die Rolle dreister Tyrannen, die mit Haussperlingen und Amseln rivalisieren. Allwinterlich verzehren sie bei uns tonnenweise ölhaltige Samen und Früchte. Würde der Mensch bei Eis und Schnee nicht zufüttern, ging der Grünfinkenbestand stark zurück.

Winterfütterung allein genügt jedoch nicht, will man Grünlinge das ganze Jahr über in seinem Garten heimisch machen. Sie bevorzugen in auffälliger Weise Ziergehölze als Niststätten, die so angepflanzt und gewachsen sind, dass die brütenden Vögel gut versteckt sitzen. Es gibt eine große Anzahl geeigneter Bäumchen und Sträucher, die den Grünlingen außer Nistplätzen mit ihrem Samen und ihren Beerenfrüchten auch Nahrung bieten. Naturhecken im Garten sind ideale Vogelschutzgehölze und außerdem willkommene Bienenweiden.

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