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Kletterer an Stamm und Rinde

Januar 2005 Vögel sind eine scharf abgegrenzte Ordnung innerhalb der Wirbeltierklasse: Sie haben ein Federkleid, umgebildete Vordergliedmaßen, warmes Blut und können Eier legen. Den Entwicklungsprozess über das Flugvermögen haben alle Vogelarten mitgemacht, auch jene, welche später zu einseitigen Läufern oder Schwimmern wurden. Strauße sind heute ausschließlich dem Erdboden verhaftet und manche Arten sogar den schnellsten Vierbeinern überlegen. Die Pinguine der Südhalbkugel wurden einseitige Schwimmer ohne Flugvermögen, ihre Flügel bildeten sich zu Flossen um und befähigen sie, die Fische im Wasser zu jagen.


Das ureigenste Element der Gefiederten ist jedoch die Luft. Im Lauf der Jahrhunderte haben die Vögel die verschiedensten Techniken herausgebildet: den Schwirrflug, den Segel-, Gleit-, Rüttel- und Ruderflug. Über die Flugfähigkeit haben aber alle Vögel das Gehen nicht verlernt. Manche können zwar kaum "watscheln", die einen hüpfen, andere wieder laufen oder schreiten, und jede Art hat dazu den passenden Fuß entwickelt. Die urtümlichste Form des Vogelfußes dürfte jedoch der Klammerfuß sein, der sich im Gewirr der Zweige und Äste bis heute bewährt hat und von den meisten Vögeln beibehalten wurde.

Baumläufer
© Dagner
Baumläufer
Kleiber
© Dagner
Kleiber
Der normale Klammerfuß ist auch zum Klettern sehr gut geeignet, wie es die geschickten Baumläufer und Kleiber beweisen. Nur die Spechte haben sich mit ihrer typischen Wendezehe einen Spezialfuß zum Klettern zugelegt, es geht jedoch auch ohne diesen, der Dreizehenspecht beweist es.

Grünspecht
© Dagner
Grünspecht
Spechte bilden eine eigene Vogelgruppe und sind ausgesprochene Rindenspezialisten. Der Schnabel dienst zum Holzbearbeiten, mit dem Kopf zusammen wirkt er als kräftiger Meißel, der Löcher in Holz und Rinde schlägt, dass die Späne nur so fliegen. So verschaffen sich die Zimmermänner des Waldes Nahrung und Brutraum. Klopfend horchen sie die morschen Bäume nach Hohlräumen ab, legen die Gänge der Borkenkäfer frei und holen sie mit der langen Zunge aus den Verstecken. Die Spechtzunge ist ein kleines Wunderwerk, sie funktioniert als vorschnellbare Leimrute mit verhornter Spitze und zahlreichen Widerhäkchen. Die Läufe sind kurz und kräftig, die Zehen mit scharfen Krallen versehen, die vierte nach hinten gewendet, der typische Specht-Kletterfuß. Der Schwanz mit den harten Mittelfedern dient als kräftige Stütze beim ruckweisen Klettern. Stammabwärts wird nie geklettert, höchstens seitlich gehüpft; oben angekommen, lassen sich Spechte im steilen Flug zum Fuß eines Baumes herab und klettern, teils in Spiralen wieder hoch. Im Frühjahr wird viel gerufen und "getrommelt", eine Lautäußerung, die innerhalb der Vogelwelt nur die Spechte beherrschen.

nach obenAn den Farben zu erkennen

Buntspecht
© Dagner
Buntspecht
Schwarzspecht
© Dagner
Schwarzspecht
Unsere Spechte sind farblich recht vielseitig. Da sind die schwarz-weiß-roten Ausführungen wie Großer Buntspecht, Mittelspecht, Weißrückenspecht und Kleinspecht, die Erdspechte in Graugrün oder Gelbgrün mit rotem Kopf, und der krähengroße Schwarzspecht mit roter Kopfplatte.

Unsere Baumläuferchen, der Gartenbaum- und der Waldbaumläufer leben in zwei verschiedenen, jedoch sehr ähnlichen Arten nebeneinander und unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Stimmäußerung. Die Füße dieser kleinen Rindenspezialisten sind trotzdem Singvogelfüße geblieben, nur die Krallen sind spitziger als üblich. Für Baumläufer charakteristisch ist der lange, gebogene, dünne Schnabel, mit dem sie aus allen Verstecken der Borke die Insekten der verschiedensten Entwicklungsstadien herausholen können. Die Baumstämme als Lebensraum sind äußerst ergiebige Jagdgründe mit Insekteneiern, Raupen, Käfern, und Spinnen. Wie schon bei den Spechten, dienen auch bei den Baumläufern die steifen Schwanzmittelfedern als Stütze. Baumläuferart ist es auch, nur den Aufstieg zu Fuß zu machen, abwärts jedoch zu fliegen, um den nächsten Baum wieder in Spiralen zu erklimmen.

Zweifellos die originellsten und vielseitigsten Kletterer sind jedoch die Kleiber. Bewundernswert ihre Kunst, an rauer wie auch glatter Rinde aufwärts und abwärts, kopfoben und kopfunten zu klettern. Lustig, wenn der kleine, kompakte Vogel mit dem Stummelschwanz seinen langen Schnabel waagerecht in die Gegend streckt und ruckweise rauf- und runterklettert. Ihren Namen verdanken sie der Eigenheit, das Einschlupfloch der Nisthöhle mit Lehm und Speichel auf ihre Weite zuzukleben. Der Mauertrieb ist so sehr entwickelt, dass auch geklebt werden muss, wenn das normale Maß vorhanden ist, es wird einfach innen und außen draufgepappt.

Auch farbig können sich die Kleiber sehen lassen: Die Oberseite ist blaugrau, der Bauch beige, rostrot die Flanken und schwarz der Augenstreif. Kleiber sind sehr stimmfreudig: Am auffallendsten ist ein metallisches "Tuit-tuit-tuit …", das sie in Erregung hören lassen, ferner ein weiterhin hörbares "Wihe-wihe-wihe" und ein trillerndes "Trürrr".

Alle Rindenkletterer, von den zierlichen Baumläufern bis zu den großen Schwarzspechten sind sehr nützliche Insektenvertilger und die Spechte schaffen zusätzlich Wohn- und Nistplätze für andere Tiere.

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Baumläufer, Buntspecht, Kleiber, Schwarzspecht, Specht, Vogel, Wildtiere

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
15. Februar 2011

Albatros

Hallo,
bitte nicht alles durcheinander werfen. Vögel bilden eine eigene Klasse und gehören zum STAMM der Wirbeltiere. Die Klasse der Vögel umfasst ca. 280 Ordnungen.
Mfg
B.Salamon

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