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Waldohreulen

nach obenHelfer bei Mäusegefahr

September 2004 Die vergangenen Jahre waren mäusefreundlich. Die Sommer zu niederschlagsarm und warm, die Winter zu mild und zu trocken. Wühl-, Wald- und Feldmäuse hatten ideale Vermehrungsverhältnisse und es schien eine viel vernichtende Heerschar kleiner Nagetiere zu werden.


Durch das große Angebot an Nahrung angelockt, kamen viele Mäusebussarde und Nachtgreife in unsere Gegend, eine Hügellandschaft mit Feldern und Wiesen, durchzogen von vielen Gehölzen jeder Größenordnung. Zu sehen bekam man die Eulen selten, doch unter den Bäumen, in welchen diese Vögel den Tag verbringen oder ein Sonnenbad nehmen, welches sie trotz der allgemeien Lichtscheue sehr lieben, liegen viele Gewölle, die unverdaulichen Reste ihrer Beutetiere.

In der Abenddämmerung der letzten Winterwochen beginnen die Waldohreulen ihre Balz. Buh, buh erklingt es schaurig und dumpf aus dem Wipfel einer alten Wetterfichte, dem Echo gleich, erschallt aus einer anderen Richtung die Antwort. Ein Schatten löst sich aus dem Dunkel, gaukelt gespenstisch lautlos zwischen Bäumen und Geäst, klatscht einige Male kräftig mit den Flügeln und ist dann verschwunden. Wieder ertönt der einsilbige Balzruf buh, buh, die ganze Nacht hindurch.

Nach der Balzzeit treiben die Waldohreulen wieder ihr heimliches, verstecktes Leben. Erst die Aufzucht ihrer Jungen und der damit verbundene erhöhte Nahrungsbedarf zwingt sie, noch in den Morgenstunden nach Beutetieren zu jagen, um den ständigen Hunger der Brut zu stillen.

nach obenZurück in die Kinderstube

Junge Eulen verlassen schon lange vor dem Erreichen der Flugfähigkeit ihre Kinderstube, um im lichten Gezweig und Geäst herumzuklettern. So verwundert es mich wenig, als ich auf einem meiner Streifzüge ein kleines, wolliggraues Flaumknäuel zwischen dem Bodengestrüpp entdecke. Das Waldohreulenjunge blickt mich mit starren, leuchtend gelborangen Augen an, knappert beängstigend mit seinem scharfen, stark gekrümmten Schnabel. Als optische Wirkung zur Abwehrstellung schlägt es mit den Flügeln ein Rad, das Gefieder wird aufgeplustert, sodass der zuvor so kleine Wicht nun noch einmal so groß erscheint. Da ich relativ schnell die Niststelle entdecke und der Baum einigermaßen leicht zu besteigen ist, beschließe ich, den Findling zu seinen Geschwistern nach oben zu bringen. Unten auf dem Boden wäre es sowieso zu gefährlich für den Jungvogel gewesen, Füchse, Iltisse, Wiesel, streunende Hunde oder Katzen hätten ihn finden und vernichten können.

Oben beim Horst angekommen, empfangen mich drei weitere Waldohreulenjunge in Abwehrstellung. Das von mir nach oben gebrachte gesellt sich zu ihnen, alle fauchen und knappen mit dem Schnabel. Da kommt eine alte Waldohreule, umflattert mich in geringer Entfernung. Erregt klingt ihr Fauchen, ihr Schnabelknappen und ihr eintöniges huhuhu. In einem Nachbarbaum lässt sie sich nieder und beobachtet mich aufmerksam. Schön sieht sie aus, wie die Kleinausgabe des so seltenen Uhus. Katzenartig wirkt das Eulengesicht, groß, starr nach vorn gerichtet blicken die leuchtend gelborangen Augen. Die Ohrfederbüschel stehen aufmerksam nach oben, der geheinmisvolle Gesichtsschleier schneidet seltsame Grimassen. Der rundliche Kopf sitzt auf einem sehr beweglichen Hals, welcher Verdrehungen bis zu 270 Grad zulässt. Das Gefieder ist flaumig weich und hat eine vorzügliche Tarnfärbung. Die Füße sind zum Schutz gegen Bisse wehrhafter Beutetiere bis zu den scharfen Krallen dicht befiedert.

Ich will nicht wieder Aufregung verursachen und steige eilig den Baum hinunter und verlasse die Umgebung.

Nach drei Tagen haben alle jungen Nachtgreife ihre Kinderstube verlassen, sie sitzen in den benachbarten Bäumen und betteln mit einem "Fiepen", einem langgezogenen "chie" nach Futter. Ihre Eltern streifen mit lautlosem Flügelschlag durch nächtliche Wälder, über Wiesen und Felder, und helfen mit, die große Schar von Nagetieren einzudämmen.

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