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Wenn Hügel im Garten stehen…

Maulwurf - aus dem Loch
© Mesch
Maulwurf - aus dem Loch

Juli 2004 …dann stammen sie meist von einem scheinbar blinden "Untermieter": dem Maulwurf. Erfahrungsgemäß findet er es dort gut, wo er gar nicht so gerne gesehen wird, nämlich im Rasen oder im Blumen- und Gemüsebeet. Oftmals ruiniert er mit seinem Aushub die Ästhetik liebevoll angelegter und gepflegter Gartenflächen und macht sich daher nicht immer zum Freund des Gartenbesitzers.


nach obenIndikator für guten Boden – viel Nahrung wichtig

Der Maulwurf (Talpa europeae) ist jedoch ein äußerst nützliches Säugetier und kann als Indikator (Anzeiger) für einen guten bis sehr guten Boden angesehen werden. Siedelt er sich doch nur dort an, wo er viel Nahrung findet. Das ist auch wichtig, muss er aufgrund seines schnellen Stoffwechsels täglich etwa die Hälfte seines Körpergewichtes zu sich nehmen (etwa 50 g und mehr). Vornehmlich frisst er Regenwürmer, Asseln, Käfer, Engerlinge, weitere Insektenlarven, Schnecken und sogar manchmal Wühlmäuse.

Regenwürmer können teilweise 80 bis 100 % seiner Nahrung ausmachen. Da diese Wirbellosen jedoch recht fruchtbar sind, besteht keine negative Auswirkung auf deren Population im Garten. Durch seine hohe Fraßtätigkeit trägt der Maulwurf zu einer natürlichen Balance der Bodenfauna bei. Er ernährt sich ausschließlich von tierischer Kost. Gelegentlich kann es vorkommen, dass er beim Bau seiner Gänge an Kulturpflanzen vorbei gräbt und an den Wurzeln knabbert oder die Pflanzen freilegt.

nach obenEin Leben "unter Tage" – Netz aus Tunneln

Der Körper des etwa 17 cm langen Tieres, das als Einzelgänger lebt, ist absolut auf den Lebensraum "unter Tage" angepasst. Sein Fell ist schwarz und ohne Strich, was ihm die schnelle Bewegung im Tunnel in alle Richtungen ermöglicht. Er besitzt keine Ohrmuscheln. Die Ohren werden von Hautlappen vor Verschmutzung geschützt. Sauerstoff, im Boden niedriger als an der Oberfläche, wird vom Maulwurf in großer Menge im Blut gebunden. Die Augen sind klein und unscheinbar und sind fast unterm Fell verborgen. Ihre Sehtüchtigkeit ist nicht sehr ausgeprägt. Dafür riecht, fühlt und spürt er besonders gut. Vierundvierzig scharfe Zähne erleichtern den Beutefang und die Vorverdauung.

Maulwurf
© Mesch
Maulwurf
Seine Wohnanlage, ein Netz aus Tunneln und Kammern, gräbt er mit Hilfe seiner großen Grabhände. Hierbei gelingt es einem Maulwurf im lockeren Boden etwa 20 cm Gang/min zu graben (ergibt in 20 Minuten eine Masse von 6 kg verschobenen Erdreichs). Die unterirdische Ganganlage eines Maulwurfs kann bis zu 120 m Gesamtlänge betragen. Anfallende Erde wird nach oben gedrückt und sorgt für die kleinen Hügel an der Oberfläche. Im Boden verbindet er gezielt angelegte Wohn- und Vorratskammern mit Lauf- und Jagdgängen. Dort krabbelnde Kleinsttiere werden aufgespürt und direkt verzehrt oder in der Vorratskammer aufbewahrt. Luftkanäle sorgen für die Sauerstoffzufuhr der Anlage.

An der Oberfläche kann er nur äußerst selten beobachtet werden. Wenn, dann kriecht er nur nachts bei Nahrungsknappheit oder Trockenheit aus seinem Bau. Im Februar bis Mai paaren sich die Maulwürfe. Das Weibchen gebärt zwei bis fünf Junge. Nach etwa fünf Wochen im mütterlichen Bau müssen sie das Nest verlassen und fortan für sich selbst sorgen.

nach obenNur Vertreibung erlaubt

Der Maulwurf ist ein exzellenter Partner im Garten. Er vertilgt Schädlinge und hat somit Anteil am natürlichen Gleichgewicht des Bodenlebens. Durch die Gänge wird der Boden gelockert und durchlüftet. Die ausgeworfene Erde lässt sich z. B. für ein Blumenbeet verwenden. Wer dennoch einen Maulwurf und seine sichtbaren Grabaktivitäten nicht duldet, muss wissen, dass diese Tiere laut Bundesartenschutzverordnung § 1 Satz 1 unter besonderen Schutz gestellt sind. Auch nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist er geschützt. Demnach ist das Jagen, Fallenstellen und Töten in jeglicher Form der Tiere vollständig untersagt.

Allenfalls eine Vertreibung z. B. aus dem Garten ist geduldet. Die Geruchs- und Geräuschsensibilität des Maulwurfs ist hierbei das Ziel. Häufige laute Geräusche und Erschütterungen, wie etwa heftiges Trampeln auf dem Boden, kleine Windräder im Erdhaufen oder Schlagen gegen einen im Aushub steckenden Holzpfahl nerven den Maulwurf enorm und bringen ihn zum Umzug. Ebenso wenig mag er stinkende Brühen, die z. B. aus Holunder, Lebensbaum oder Knoblauch bestehen. Diese werden in kleinen Mengen in die Gänge geschüttet (nicht zu viel, der Maulwurf darf nicht ertrinken). Auch Molke und Buttermilch im Verhältnis 3:1 in den Gang gefüllt, fördert die Vertreibung. Doch Maulwürfe sind hartnäckig. Oftmals müssen jene Methoden mehrmals angewendet werden, um ihm vom notwendigen "Umzug" zu überzeugen. Wem diese Hausmittel nicht ausreichen, oder wem sie zu aufwendig erscheinen, der findet im gut sortierten Gartenfachhandel ausgewiesene und zugelassene Präparate zur Maulwurfsvertreibung.

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