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Die Mönchsgrasmücke

Mönchsgrasmücke
© Unfricht
Mönchsgrasmücke

April 2004 Im Garten klingt Anfang April eine neue Stimme. Amsel, Star und Haussperling gaben vorher den Ton an, nun ist ein Sommergast aus dem Süden wieder in sein Brutgebiet zurückgekehrt. Es ist die Mönchsgrasmücke, ein heimlicher Sänger der dichten Vegetation.


Die Mönchsgrasmücke, auch Schwarzplättchen, Plattmönch oder Mönch genannt, gehört zur Familie Grasmückenartige Sänger. Die Oberseite des Männchens ist graubraun mit schwarzer Kopfplatte, die Unterseite aschgrau. Das Weibchen hat eine rotbraune Kopfplatte, bräunlichere Ober- und graubraune Unterseite. Die Länge beträgt 14 bis 16 cm bei einem Gewicht von meist 19 bis 21 g.

Der Biotop des Schwarzplättchens sind unterholzreiche Waldlichtungen, Gärten und Hecken aller Art, Fichtenschonungen und Parks. Sogar in Großstadtparks leben sie in beträchtlicher Dichte. Die aus der Winterherberge zurückgekehrten alten Männchen suchen meist ihr vorjähriges Brutrevier wieder auf, das gegen alle eindringenden gleichgeschlechtlichen Artgenossen vorwiegend akustisch behauptet wird, besonders heftig, wenn sich die Weibchen in der zweiten Aprilhälfte einstellen. Der Gesang der Mönchsgrasmücke zählt zu den besten Vogelgesängen überhaupt. Der mehr oder weniger leise vorgetragene "Vorgesang" ist mit vielen Bruchstücken aus den Gesängen anderer Singvögel vermischt. Besonders schön klingen Teile aus dem Repertoire der Amsel.

Ist die Paarbildung vollzogen, geht es an den Nestbau. In dichtem Gebüsch oder Gestrüpp wird das Nest meist niedrig von beiden Partnern aus feinen Würzelchen, Fasern und Hälmchen erbaut und innen weich ausgepolstert. Mitte Mai – eine zweite Brut folgt meist noch Anfang Juli – liegen 4 bis 6 bräunlich- bis grünlich-weiße, grau und braun gesprenkelte Eier darin, die zwei Wochen lang von beiden Partnern wechselweise bebrütet werden.

Das Füttern der Jungen setzt unmittelbar nach dem Schlüpfen ein. Nach 12 bis 14 Tagen verlässt der Nachwuchs ziemlich unvermittelt und plötzlich seine Kinderwiege und versteckt sich im umliegenden Gebüsch. Noch etwa drei Wochen füttern die Altvögel die inzwischen voll flugfähigen Jungen weiter. Mit dem Selbständigwerden des Nachwuchses auch der zweiten Brut löst sich der Familienverband auf. Die Brutperiode des Jahres ist beendet.

nach obenHelfer bei der Schädlingsbekämpfung

Die Nahrung der Schwarzplättchen besteht überwiegend aus Insekten, Spinnen und Würmchen, aber auch kleine Gehäuseschnecken werden verzehrt. Im Sommer nehmen sie auch gerne Beeren und Früchte auf.

Mönchsgrasmücken können im allgemeinen etwa 11 Jahre alt werden. Die tatsächlich jedoch sehr viel geringere Lebenserwartung hat ihren Grund in der hohen Sterblichkeitsrate der Jungvögel, von denen schon ungefähr zwei Drittel umkommen, ehe sie flügge und selbständig geworden sind. Die Chancen des Überlebens steigen natürlich mit zunehmendem Alter, da die älteren Mönche ihren geistigen Fähigkeiten entsprechend lernen, alle möglichen Gefahren rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Vor der großen Reise tritt eine Ruhepause bei den Plattmönchen im August ein. Sie wechseln ihr Federkleid und tun sich gütlich an überreifen Birnen, Äpfeln und anderen Früchten, besonders aber an Holunderbeeren, der Hauptnahrung der Mönchsgrasmücken im Spätsommer und Herbst.

Wer Schwarzplättchen in seinem Garten heimisch machen möchte, sollte im zeitigen Frühjahr "vogelfreundliche Gehölze" anpflanzen. Sie bieten den Gefiederten Schlafplätze, Schlupfwinkel, Nistgelegenheiten und dienen mit ihren Beerenfrüchten teilweise gleichzeitig als "Speisekammer". Geeignet sind neben manchen Baumarten vor allem Schlehdorn, Pfaffenkäppchen, Holunder, Heckenrosen, Mispeln, Schneebeeren, Berberitzen, Felsenbirnen, Feuerdorn, Wacholderbeeren und Heckenkirschen. Die Vögel nehmen diesen Kleinbiotop über kurz oder lang an und bleiben bis zur Zugzeit meist standorttreu, wenn man auch für eine Vogeltränke in möglichst freier Lage sorgt, wo Katzen und andere Raubsäuger sich nicht anschleichen können.

Ende September ziehen die Mönchsgrasmücken langsam in Richtung Süden. Sie verbringen den Winter am Mittelmeer oder fliegen weiter nach Afrika bis zum Äquator.

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Schlagworte dieser Seite:

Mönch, Mönchsgrasmücke, Plattmönch, Schwarzplättchen, Vogel, Wildtiere

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