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Vögel im Winterwald (Teil 2) –
Überlebenskünstler mit vielseitigen Talenten

März 2004  


nach obenDie Winzlinge

Der kleinste Vogel in unseren Wäldern ist das nur fünf Gramm schwere Wintergoldhähnchen. Es ernährt sich auch in der kalten Jahreszeit von winzigen Blattflöhen, die es sogar rüttelnd von den Fichtenknospen lesen kann. Auch der nicht viel größere Zaunkönig sucht im Unterholz und an Bachufern nach verschiedensten Kleintieren. Dagegen suchen die Baumläufer (Kleiber) systematisch grobborkige Bäume wie Eiche, Kiefer oder Fichte nach unter der Borke verborgenen Kleinlebewesen ab, um so genügend Nahrung zu finden.

nach obenGrünspecht unter Tage

Grünspecht
Grünspecht
Eines der verblüffendsten Beispiele für eine sich von tierischer Kost ernährenden Vogelart ist jedoch der Grünspecht. Er lebt auch im Winter von Ameisen. Doch wie ist das möglich, sind doch im Winter die Ameisen tief im Boden bzw. im Inneren der Ameisenburg verborgen? Da bleibt dem Grünspecht nichts anderes übrig, als sich einen Stollen in das Innere einer Ameisenburg zu graben und dort in völliger Dunkelheit mit seiner Klebezunge die winterstarren Ameisen aufzulesen.

Schwarz- und Buntspecht suchen dagegen im morschen Holz nach Insektenlarven. Ihr kräftiger Meißelschnabel ist dafür ein ideales Werkzeug. In der nahrungsarmen Spätwinterzeit kann der Buntspecht als einzige heimische Spechtart aber auch auf pflanzliche Kost – nämlich den Samen von Fichte und Kiefer – umstellen.

Den Nahrungsengpass im Winterwald überleben viele Individuen der einzelnen Vogelarten nicht. Es ist eine gnadenlose Auslese der besten, die uns Menschen betroffen macht. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass durch diesen Auslesevorgang die einzelnen Arten sich immer wieder die bestmögliche Konkurrenzfähigkeit gegenüber ihren Konkurrenten sichern. Somit ist dies eine wichtige Voraussetzung für das langfristige Fortbestehen aus dem Blickwinkel der einzelnen Art.

nach obenTipps zur Vogelbeobachtung

Die zwei wichtigsten Utensilien für einen Ornithologen sind ein gutes Fernglas und ein handliches Bestimmungsbuch. Das Fernglas sollte nicht zu lichtstark (da sonst sehr schwer) sein und eine Vergrößerung mit dem Faktor 9 oder 10 haben (höher wäre zwar besser, lässt sich aber dann nicht mehr ruhig halten). Bei Bestimmungsbüchern sollte man darauf achten, dass es sich bei den Abbildungen um gemalte Bilder handelt, ähnliche Arten auf einer Tafel zusammengefasst und besondere Bestimmungsmerkmale gekennzeichnet sind. Sehr empfehlenswert sind die Werke aus den Verlagen Parey oder Kosmos.

Hat man einen Vogel sicher bestimmt, sollte man ihn länger mit dem Fernglas beobachten und sich seine Rufe einprägen. Denn auch hier gilt: Wenn man etwas sieht und hört, dann prägt es sich besser ein. Ein kleines Sitzkissen leistet hervorragende Dienste, da man sich dann auf den Boden setzen und seine Ellbogen auf den Knien abstützen kann. Örtliche Naturschutzvereine bieten oft auch Winterwanderungen an, bei denen unter fachkundiger Anleitung erste Beobachtungserfahrungen gesammelt werden können.

Sehr hilfreich ist es, wenn man sich in seinem Bestimmungsbuch erst einmal kennzeichnet, welche Vögel überhaupt in dem Gebiet zu welcher Jahreszeit vorkommen können. Dadurch kann man eine unbekannte Art oftmals schon stark eingrenzen. Weitere Informationen liefern oft der Lebensraum (Nadel- oder Laubwald) und das Verhalten (z. B. am Boden oder am Baumstamm).


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Vögel im Winterwald (Teil 1) - Überlebenskünstler mit vielseitigen Talenten Februar 2004
Im Winter lassen sich Vögel sehr einfach am Futterhäuschen beobachten. Für angehende Naturbeobachter ist es eine hervorragende Gelegenheit, die einzelnen Arten von Meisen oder Finken unterscheiden zu lernen und ihr Verhalten zu beobachten. Als besondere Gäste können wir dann manchmal etwa den Buntspecht oder den Eichelhäher begrüßen.

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Schlagworte dieser Seite:

Baumläufer, Buch-Tipp, Buntspecht, Grünspecht, Kleiber, Schwarzspecht, Vogel, Wildtiere, Wintergoldhähnchen, Zaunkönig

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