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Vogel des Jahres 2004: Der Zaunkönig

Januar 2004 Wenn an klaren Frühlingstagen die Sonne ihre wärmenden Strahlen auf die Erde sendet, kann man mit etwas Glück im Garten einen kleinen, oberseitig dunkelbraun, unterseits hell- bis gelblich-braun gefärbten Vogel auf die höchste Spitze eines Busches emporklettern sehen. Oben angelangt, schmettert das winzige Kerlchen stimmgewaltig seine Strophen in die Umgebung. Der Sänger dieses Liedchens ist unser Vogelzwerg, der Zaunkönig. Mit nur 8,5 bis 9 g Gewicht gehört dieser Gefiederte mit zu den kleinsten Vögeln Europas.


Den Namen Zaunkönig erhielt das Vögelchen durch seine kühn erscheinende Haltung, wenn es, knicksend und sich tief verneigend vor einem aufbaut, bevor es sich wieder im schützenden Gebüsch verkriecht.

Die Familie der Zaunkönige zählt 59 Arten, die sich auf 14 Gattungen verteilen und deren Gesamtverbreitungsgebiet sich von Kanada bis zum äußersten Süden Amerikas erstreckt. Nur unser Zaunkönig gelangte in die Alte Welt. Alle Vögel dieser Art ähneln einander stark und sind daher leicht als Angehörige ihrer Familie zu erkennen; die meisten erreichen noch nicht einmal 15 cm, und die größten werden nur knapp 23 cm lang; auch in Asien und Nordwest-Afrika leben einige Arten.

Zaunkönig
Zaunkönig
Das Leben der Zaunkönige charakterisiert lebhafte Beweglichkeit unter häufigem schnarrendem Lautgeben. Sie hüpfen am Erdboden mausartig dahin, schlüpfen gewandt durch die dichtesten Büsche, schwirren dicht über dem Boden nur kurze Strecken und verstecken sich, wenn Gefahr droht, eiligst im verbergenden Dickicht.

Ihre Nahrung besteht meist aus animalischer Kost in Form von Kerbtieren, die sie emsig in allen Stadien ihres Lebens von Büschen, Bäumen und anderen Pflanzen absammeln oder am Boden auflesen. Nur bei Mangel an Insekten während der kalten Jahreszeit nehmen sie mit pflanzlicher Nahrung vorlieb.

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Das Gepräge des Geländes, in dem sie sich wohlfühlen, bildet das dichte Gebüsch. Wasserläufe oder stehendes Wasser sind ihnen angenehm. Sie halten sich auch gern in der Verborgenheit des Waldes auf, kommen aber außerhalb der Brutzeit zahlreich in die Gärten, wo sie sich durch Abnehmen schädlicher Insekten als äußerst nützlich erweisen.

Im zeitigen Frühjahr baut das Zaunkönig-Männchen aus Moos, trockenen Farnblättern, Halmen usw. mehrere kugelige Nester mit rundem Einflugloch, gut versteckt im Wurzelwerk von Bäumen, im Efeugerank oder in Reisighaufen niedrig über dem Boden. Vom Gesang des Männchens angelockt stellt sich dann auch bald eine "Königin" ein, die ganz allein entscheidet, welches der Nester die Kinderstube abgeben wird und dieses dann mit Federn und Haaren auspolstert.

Aus fünf bis acht, auf weißem Grund rotgepunkteten Eiern, besteht das erste Gelege Ende April/Anfang Mai, das vom Weibchen allein etwa 14 Tage bebrütet wird. Die ausgeschlüpften Jungen nehmen täglich rund 1 g zu, bis sie nach 8 oder 9 Tagen das Gewicht der Eltern erreicht haben, die beide ununterbrochen Futter herbeischaffen müssen. Nach etwa 15 Tagen sind die Kleinen flügge und benutzen dann, nachdem sie innerhalb kurzer Zeit selbstständig geworden sind, die vom Männchen erbauten "Spielnester" als Nachtlager.

Das Weibchen ist dann bereits mit dem zweiten Gelege beschäftigt. Ist dann auch diese Brut hochgekommen, wird es einige Zeit still um die Zaunkönige. Die Jungen streifen durch das Land, die Alten wechseln ihr Federkleid.

Wenn sich aber die ersten Eisblumen an den Fenstern zeigen, wird für den kleinen Kobold die Nahrung knapp. Er verlässt sein Brutrevier und muss dann große Gebiete durchstreifen, um satt zu werden. Doch bei aller Härte des Winters ertönt sein schmetterndes Liedchen, das jedem sagen möchte – ich lebe noch und halte durch.

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Diesen Artikel kommentieren (1)

1
|
18. November 2016

S. Ende

Oh, wie liebevoll poetisch der Zaunkönig hier beschrieben wird!
Unser König wohnt in der Benjes-Hecke im Garten und kommt im Winter sogar bis ans Fenster um Mohnsamen zu fressen. Es braucht kaum mehr für des Menschen Glück ...

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