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Das Rebhuhn

Dezember 2003 Nicht überall gibt es bei uns das Rebhuhn noch in größerer Zahl. Schon seit Jahrzehnten ist dieses Feldhuhn eines der Sorgenkinder unserer heimischen Vogelwelt. Jahr für Jahr gehen die Bestände fast überall immer auffälliger zurück. Das Vorkommen des Rebhuhns (Perdix perix) beschränkt sich im allgemeinen auf Niederungen. Höhergelegene und waldreiche Gegenden werden von diesen Vögeln meist gemieden.


Rebhuhn
© Unfricht
Rebhuhn
Beide Geschlechter tragen ein fast gleiches Federkleid. Man nimmt allgemein an, dass der rostbraune, hufeisenförmige Brustfleck ein männliches Geschlechtermerkmal ist. Das trifft jedoch nicht in jedem Falle zu. Hier hilft nur die Kopffarbe bei der Klärung: Die Hähne sind am Kopf rostbraun gefärbt, während bei den Hennen ein fast fahles Braun auftritt. Das braune Federkleid verleiht den Rebhühnern einen ausgezeichneten Schutz. Das kommt besonders der Henne zugute, die beim Brutgeschäft so fest auf dem Gelege sitzt, dass man sie beinahe mit der Hand berühren kann. Leider wird ihr dieses Verhalten oft genug zum Verderben, denn immer wieder kommen brütende Hennen durch landwirtschaftliche Maschinen ums Leben.

Rebhuhngelege sind meist sehr stark. Zwanzig Eier und mehr sind keine Seltenheit. Wird das Erstgelege zerstört, dann legt die Henne noch einmal. Allerdings enthält das Zweitgelege weniger Eier. Die Bebrütung erfolgt nach Vollendung des Geleges durch das Weibchen. Sobald die Jungen geschlüpft sind, werden sie von beiden Elternteilen geführt und gehudert, sie nehmen auch verwaiste Küken auf, wenn diese so alt wie die eigenen sind.

Während der ersten Lebenswoche besteht die Nahrung der Küken zu 95 % aus tierischer und zu 5 % aus pflanzlicher Substanz. Ab der vierten Woche jedoch aus 5 % tierischer und zu 95 % pflanzlicher Kost. Eine erstaunliche Umkehrung. Es ist daher eine ernüchternde Feststellung, dass der Nachwuchs während seiner ersten vier Lebensmonate den Folgen landwirtschaftlicher Spritzungen nicht entgehen kann. Während der ersten Lebenswoche wird durch Insektizide seine Nahrung vergiftet oder abgetötet. Dann übernehmen die Unkrautvertilgungsmittel diese Rolle. In jedem Fall ist das Rebhuhn der verlierende Teil.

nach obenReaktionen bei Gefahr

Auch das Rebhuhn verfügt über die Verhaltensweise des Sich-lahm-Stellens oder Verleitens, wenn dem Nachwuchs Gefahr von Bodenfeinden droht. Aber meistens bedarf es dieser Sicherung nicht, denn bei einer Bedrohung bringen sich die Küken blitzschnell in Sicherheit. Da sie bereits im Alter von einigen Tagen ihre kleinen Flügel gebrauchen können, flattern sie, wenn man sie aufstöbert, nach allen Richtungen davon. Gefährlich wird es für die Küken, wenn eine Elster auf die Familie aufmerksam geworden ist. Im Nu eilen andere Elstern hinzu und attackieren die Jungen fortwährend. Hahn und Henne kämpfen zwar erbittert um ihre Kinder, doch bei der Übermacht dieser Rabenvögel müssen in der Regel einige Rebhuhnküken ihr Leben lassen.

Interessant ist das Unterscheidungsvermögen der Rebhühner zwischen gefährlichen und ungefährlichen Greifvögeln. Erscheint am Himmel ein Habicht, geht sofort alles in Deckung; auch die Küken reagieren augenblicklich. Ganz anders ist jedoch das Verhalten der Feldhühner, wenn sich ein Mäusebussard oder ein Turmfalke zeigt. Sie beobachten ihn zwar aufmerksam, verhalten sich aber ruhig.

Von der Erntetätigkeit der Landwirte abgesehen, sind die Monate Juli bis September eine stille Zeit für die Rebhühner: sie können aus dem Vollen schöpfen. Während dieser Wochen wird hauptsächlich Getreide aufgenommen. Gerste ist sehr beliebt, dann folgt Weizen, Hafer und Roggen. Ab Oktober rücken die nun wieder in Völkern auftretenden Feldhühner besonders als Jagd-Wild in den Blickpunkt des Interesses. Es ist einer der merkwürdigsten Züge im Charakter des Rebhuhns, dass diese klugen Tiere Jahr für Jahr erst wieder lernen müssen, vom Beginn des Herbstes an, im Menschen seinen gefährlichsten Feind zu erkennen, von dem sie verfolgt und beschossen werden. Sie sind deshalb erst zu Ausgang der Jagdzeit sehr scheu.

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