Inhalt
Ihre Sucheingabe:

Sie befinden sich hier: Haus | Garten | Leben > Hatschi - Über den Umgang mit Allergien > Informationen zur Schmerzbehandlung > Gesundheit > Der Landarzt rät zum Gespräch mit dem betreuenden Arzt

Der Landarzt rät zum Gespräch mit dem betreuenden Arzt

Oktober 2003  


Schmerzen – ein schier unerträglicher Zustand

Sicherlich kann keiner von sich behaupten, niemals Schmerzen gehabt zu haben. Allerdings ist die Qualität des Schmerzes sehr unterschiedlich, wie auch die Intensität und Dauer. Durch Beurteilung dieser Kriterien ergibt sich eine Schmerztherapie, die sich nach medikamentösen Gesichtspunkten richtet.

Nahezu in jedem Haushalt finden sich Schmerzmittel, die frei verkäuflich sind und deren gelegentliche Anwendung gefahrlos ist. Anders verhält es sich natürlich mit Schmerzmitteln wie zum Beispiel Antirheumatika bis hin zu Morphin, deren Anwendung mit dem Arzt besprochen werden sollte und dessen Rezeptur der Patient natürlich zum Kauf benötigt.

Zu einer ausgewogenen Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen zählt, dass man die Therapie auf mehreren Medikamenten aufbaut, um so die Nebenwirkungsrate möglichst gering zu halten. Besonders geachtet wird auf die Verträglichkeit der einzelnen Medikamente. So wird beim Einsatz von Antirheumatika regelmäßig ein vorbeugendes Medikament zum Schutz vor Magengeschwüren oder Magenschleimhautentzündungen dazugegeben. Im Morphinbereich stehen uns seit Jahren Pflaster zur Verfügung, die auf der Haut aufgeklebt über drei Tage kontinuierlich eine gleichmäßige Menge Wirkstoff abgeben. Dieses führt ohne weitere Tabletteneinnahme häufig zu einer deutlichen Minderung des Schmerzes, wenn nicht zur Schmerzfreiheit. Inzwischen stehen uns zwei verschiedene Pflaster mit unterschiedlichen Möglichkeiten in der Anwendung aus dem Morphinbereich zur Verfügung.

Eine weitere Möglichkeit chronische Schmerzen auf Dauer zu behandeln ist die Morphinpumpe, die unter der Haut eingepflanzt wird und nur alle paar Wochen neu gefüllt werden muss. Die Grundlage hierfür sind schwere chronische Erkrankungen mit stärksten Schmerzen. Eine Tablettenmedikation würde hier eine hohe Zahl verschiedener Medikamenten notwendig machen und dann für den Patienten eine außergewöhnliche Belastung darstellen. Bei jeder Morphintherapie ist unabdingbar ein Abführmittel hinzuzufügen, um der drohenden Verstopfung vorzubeugen.

Dieser kurze Abriss gibt nur einen kleinen Überblick über unsere derzeitigen Möglichkeiten. Bei schweren chronischen Schmerzen steht vor allem das Gespräch mit dem betreuenden Arzt, mit dem sich dann eine Lösung für den individuellen Fall ergibt.

Die frei verkäuflichen Medikamente für leichte Schmerzen sollten ebenfalls nicht völlig kritiklos angewendet werden, so dass mögliche Nebenwirkungen gar nicht erst in Erscheinung treten. Bei längerer Anwendung ist unbedingt der Rat des Arztes einzuholen.
Bleiben Sie schmerzlos!

nach obenChronischen Schmerzen

Beschwerden lindern

Rund 7,5 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Zu den häufigsten Ursachen gehören Rücken- und Gelenkschmerzen, Rheuma- und Nervenschmerzen sowie Schmerzen durch Tumorerkrankungen, Gefäßerkrankungen und Osteoporose. Expertenschätzungen zufolge könnten neun von zehn Patienten erfolgreich behandelt werden. Doch die meisten Betroffenen sind heute immer noch nicht optimal versorgt. Nur jeder zehnte erhält eine passende Schmerztherapie.

Was sind chronische Schmerzen?

Chronische Schmerzen haben ihre schützende Warnfunktion verloren. Sie sind Dauerschmerzen, ständig spürbar, und ein Ende ist nicht absehbar. Dieser schmerzhafte Dauerzustand ist eine eigenständige Krankheit, denn häufig fehlt dem Schmerz eine erkennbare Ursache bzw. diese ist längst behoben. Chronische Schmerzen entstehen, wenn akute Schmerzen zu spät oder nicht ausreichend bekämpft werden. Werden die Schmerzen rechtzeitig und ausreichend behandelt, kann die Chronifizierung gestoppt werden.

Welche Faktoren beeinflussen chronische Schmerzen?

Jeder empfindet Schmerzen anders: Während der eine sich beispielsweise schon bei einer Prellung ins Bett begibt und leidet, können andere mit einem gebrochenem Schlüsselbein noch sportliche Hochleistungen vollbringen wie bei der diesjährigen Tour de France zu sehen war. Einen großen Einfluss auf das Schmerzempfinden hat die Psyche. Wer "gut drauf" ist und voller Tatendrang steckt, der nimmt Schmerzen viel weniger wahr als Menschen, die mit sich und ihrer Umwelt unzufrieden sind. Experten bezeichnen dieses Phänomen auch als Schmerzbremse. Die Schmerzbremse ist immer dann aktiv, wenn höherwertige Interessen als der Schmerz vorliegen.

Psychosoziale Belastungen, wie Probleme am Arbeitsplatz oder in der Familie üben einen negativen Einfluss auf das Schmerzempfinden aus. Eine Studie konnte beispielsweise zeigen, dass Arbeitnehmer mit einem schlechten Betriebsklima häufiger unter Rückenschmerzen leiden als solche mit angenehmen Arbeitsbedingungen.

nach obenSchmerztherapie

Wie sieht eine moderne Schmerztherapie aus?

Schmerzen muss heute niemand mehr aushalten. Die moderne Schmerztherapie ist weit fortgeschritten. Schmerzen können durch nebenwirkungsarme Medikamente und nichtmedikamentöse Begleitbehandlungen so weit vermindert werden, dass Schmerzkranke wieder ein Leben führen können, wie es vor der Erkrankung war. Das grundlegende Prinzip der modernen Schmerzbehandlung ist, Schmerzen so früh wie möglich zu behandeln.

Der modernen Schmerzbehandlung stehen viele verschiedene Mittel zur Verfügung, die – in der richtigen Dosierung – sehr wirksam und nebenwirkungsarm sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte in den 80er Jahren ein international anerkanntes Stufenschema zur Behandlung chronischer Schmerzen bei Krebserkrankungen, das inzwischen für die Behandlung aller chronischen Schmerzzustände Gültigkeit hat.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Opioide

Hinter dem Begriff Opioide verbergen sich höchst wirksame Substanzen zur Schmerzbekämpfung, die körpereigene Mechanismen nachahmen. Der Körper bildet kurzfristig zum Schutz vor unerträglichen Schmerzen selbst opioidähnliche Substanzen, die sogenannten Endorphine. Wie die von außen zugeführten Opioide sorgen sie dafür, dass Schmerzreize aus dem peripheren Nervensystem nur mit geringerer Empfindlichkeit oder gar nicht mehr wahrgenommen werden. Auch werden die Nervenimpulse weniger stark oder gar nicht mehr weitergeleitet. Wegen dieser Eigenschaften werden Opioide von der WHO für die Behandlung starker und stärkster Schmerzen empfohlen.

Rechtzeitige Schmerzbehandlung ist notwendig

Ganz wichtig: Die nächste Medikamentengabe sollte immer schon erfolgen, bevor der schmerzstillende Effekt des Schmerzmittels nachlässt. Dadurch bleibt der Wirkspiegel des Medikamentes immer gleich hoch und der Schmerz wird unterdrückt. Ständige Schmerzreize würden die Nerven verändern und ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entstehen lassen. Veränderte Nervenzellen reagieren empfindlicher auf Schmerzreize, so dass oft schon eine Berührung als Schmerz wahrgenommen wird. Eine ausreichende Schmerztherapie kann die Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses verhindern bzw. therapieren.

Welche begleitenden Maßnahmen gehören zur modernen Schmerztherapie?

Neben der medikamentösen Behandlung von Schmerzen gibt es eine Reihe nichtmedikamentöser Verfahren, die chronische Schmerzen lindern können. Hierzu zählen in erster Linie die physiotherapeutischen Verfahren (Krankengymnastik), aber auch die Lokalanästhesie, transkutane elektrische Nerven-Stimulation (TENS), Akupunktur und Akupressur, progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sowie Psychofonie. Auch der Patient selbst kann etwas tun, um seine Schmerzen in den Griff zu bekommen. Ein wichtiges Instrument der Schmerzbekämpfung ist das Führen eines Schmerztagebuchs. Hier werden Stärke, Art und Dauer der Beschwerden sowie Begleiterscheinungen notiert. Schmerzkranke können damit ihre Wahrnehmung der Vorgänge im Körper schulen und Zusammenhänge entdecken, die für die Behandlung von entscheidender Bedeutung sein können.

Darüber hinaus profitieren viele Betroffene von dem Besuch einer Selbsthilfegruppe. Der Austausch mit anderen Schmerzpatienten hilft, die eigene Situation besser einzuschätzen und vieles über die eigene Erkrankung dazuzulernen. Der Erfahrungsaustausch kann auch neue Behandlungswege eröffnen.



Arthrose - eine Volkskrankheit
Informationen zur Schmerzbehandlung

Schlagworte dieser Seite:

Schmerzen

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um alle Artikel mit diesem Schlagwort anzuzeigen.

Bitte melden Sie den Kommentar nur, wenn er andere Menschen beleidigt, beschimpft oder diskriminiert, oder Äußerungen enthält, die Gesetze verletzen (beispielsweise zu einer Straftat aufrufen).

Diesen Artikel kommentieren (0)

Ihr Kommentar


Datenschutz | Impressum | Kontakt
Die Website enthält Bilder von www.pixelio.de

Familienheim und Garten Verlagsgesellschaft mbH

Copyright

Familienheim und Garten
Verlagsgesellschaft mbH
Bonn, 2019

Entwicklung/Realisierung

MultimedaConcept, Bonn
Kennedyalle 17, 53175 Bonn
office@mmcm.de
www.mmcm.de