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Auch Mischlinge sind liebenswerte Hunde

Oktober 2003 Vor einem Hundekauf sollte man genau überlegen, welcher Hund passt zu mir, meiner Familie und den Wohn- und Lebensverhältnissen? Tut man das nicht oder nicht gründlich genug, ist in jedem Fall der Hund der Leidtragende. Die erste Frage macht da schon die Wahl zur Qual: Mischling oder Rassehund?


Ganz augenfällig für einen Bastard spricht, dass er in der Anschaffung immer sehr viel günstiger ist als ein relativ teurer Rassehund. In den Tierheimen sind "Promenadenmischungen" in beliebiger Anzahl, Größe und Art versammelt. Es kann von besonderer Tierliebe zeugen, wenn man einen Hund zu sich nimmt, den keiner mehr haben will. Aber auch das sollte nicht wahllos geschehen. So kann es durchaus einen besonderen Grund dafür geben, weshalb der Hund im Asyl lebt. Ein Aussetzen und ein längerer Aufenthalt im Tierheim ohne direkte Bezugsperson haben meist zu Verhaltensstörungen des Tieres geführt. Aber auch ein störrischer, scheuer Asylhund kann sich in einer neuen und liebevollen Umgebung sehr wohl zu einem idealen Hausfreund entwickeln. Man muss nur bemüht sein, sich eine Zeitlang ganz für das Tier einzusetzen, um diese eben nicht geringen Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Die gute Absicht wird aber zur Tragödie, wenn man zu früh aufgibt und ein Tier erst aus seinem Elend holt, um es danach wieder zu verstoßen. Denn auch der Mischling bringt seine Abhängigkeit und Ergebenheit eindringlich zum Bewußtsein. Er ist genau wie der Rassehund ein lieber und angenehmer Kerl; er kann sogar sehr schön sein, auch wenn seine äußere Erscheinung in keiner kynologischen Reihe unterzubringen ist. Geht es um einen Mischlingswelpen, dann weiß man nicht einmal, mit welchen Charaktereigenschaften er heranwächst. Dann kann es schon passieren, dass man den "Hund im Sack gekauft hat".

Eine zuverlässige Charakterprognose ist vor allem wegen der unbekannten Ahnenerben nicht möglich: so kann es zu ganz unglücklichen Kombinationen kommen, wie etwa der Jagdpassion mit Kontaktarmut, die uns einen streunenden Wilderer bescheren kann. Genau dieser Problemkreis macht den größten Vorteil der Rassehunde aus: sein Aussehen liegt ganz und sein Charakter größtenteils fest. Im Laufe von Generationen ist es durch Zuchtauslese zur Festigung bestimmter Eigenschaften gekommen, mit denen man von vornherein rechnen darf. Dadurch kann man bei der Wahl des Hundes Bedürfnisse und Möglichkeiten sehr genau kalkulieren.

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© IVH
Die Entwicklungsgeschichte der meisten Rassen beweist, dass sie zu einem bestimmten Zweck gezüchtet wurden, zum gelehrigen Hütehund, zum treuen Wachhund, als scharfer Schutzhund, zum spurensicheren Jagdhund oder auch nur zum temperamentvollen, kinderlieben Gesellen.

Trotz allem haben Rassehundebesitzer keinen Grund, einen Bastard verächtlich als "Straßenköter" zu bezeichnen. Vieles, was heute als Rassehund standardisiert ist, war vor wenigen Jahrzehnten überhaupt noch nicht vorhanden und ist erst als Folge züchterischer Überlegungen oder auch Launen entstanden. Die aus wenigen Ausgangsformen im Laufe der Zeit herausgezüchteten über 300 Rassen und Varietäten – heute wohl charakterisiert und detailliert beschrieben – waren immer erst auch Mischlinge. Manche Züchter gehen heute so weit mit ihren Versuchen, neue Rassen einzukreuzen, dass man das Ergebnis gar nicht mehr der Tierart "Hund" zurechnen möchte. Da sollte man es lieber mit Thomas Mann halten, der in seiner Erzählung "Herr und Hund" seinen Bastard "Bauschan", einen Hühnerhund mit Pinschereinschlag, liebevoll schildert: "Aber Hühnerhund her und Pinscher hin, welch ein schönes und gutes Tier ist Bauschan auf jeden Fall, wie er da straff an mein Knie gelehnt steht und mit tief gesammelter Hingabe zu mir emporblickt!".

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Heimtier, Hund, Mischling

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