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Gemeiner Nashornkäfer im eigenen Garten

Juni 2003 Nachdem vor einiger Zeit der Hirschhornkäfer in Familienheim und Garten vorgestellt wurde, ist nun der Gemeine Nashornkäfer aus dem Garten unseres Verbandsmitgliedes Winfried Dörr aus Karlsruhe-Neureut (Baden-Württemberg) an der Reihe.


Nashornkäfer
© Dörr, W.
Nashornkäfer
Nashornkäfer auf Holz
© Dörr, W.
Nashornkäfer auf Holz
Aufgetaucht ist dieser zu den Mai-, Rosen-, Dung- und Mistkäfern (Familie Scarabaeidae) zählende Käfer beim Umsetzen des Komposthaufens im Hausgarten. Das Männchen trägt auf dem Kopf ein nach hinten gebogenes Horn, auf dem Schild eine Vertiefung mit einem hohen Kamm. Das Weibchen hat anstelle des Horns nur ein kleines dreieckiges Plättchen.

Ursprünglich bewohnte der Nashornkäfer alte Eichenwälder, wo er mit seinen Larven in vermorschten Stämmen und Baumstümpfen lebte. Heute lebt er auch in unseren Hausgärten. Hier fühlt er sich im Komposthaufen, in Mistbeeten aber auch in Kleingewächshäusern wohl. Tagsüber vergräbt er sich mit seinen grabbeinartigen Vordergliedmaßen. An Frühlings- und Sommerabenden fliegt er durch die Lüfte. Die Entwicklung dieses Käfers ist in hohem Maße wärmeabhängig und dauert im Durchschnitt zwei bis drei Jahre.

Nashornkäfer Weibchen und Männchen
© Dörr, W.
Nashornkäfer Weibchen und Männchen
Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) gehören zu den besonders großen europäischen Käfern. Die Art wird bis 40 mm lang. Sie sind in ganz Europa, Nordafrika und einem großen Teil Mittelasiens verbreitet.

Sie leben in Tiefländern und warmen Vorgebirgen und suchen Waldsteppenbiotope und lichte Laubwälder, bei uns vor allem Eichenwälder auf. Man begegnet ihnen nur selten, weil sie zu den dämmerungsaktiven Tieren gehören, die erst nach Sonnenuntergang rege werden.

Das Weibchen legt gelbliche, bis 0,5 cm lange Eier in dem Mulm von Baumstümpfen, alten Laubbäumen und abgestorbenen Wurzeln ab oder in Komposthaufen, Frühbeete oder altes Sägemehl.

Die Larvenentwicklung dauert 3 bis 5 Jahre. Die Larve ist mit bis zu 12 cm Länge die größte Käferlarve Europas. Der Kokon ist so groß wie ein Hühnerei. Der geschlüpfte Käfer verlässt den Kokon erst im Spätfrühling nach der Überwinterung.

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Insekten, Käfer, Nashornkäfer
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