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Grüne Tipps im Februar 2022

Februar 2022 Winterschlaf war gestern. Jetzt sind einige Schnittmaßnahmen fällig: Auslichten der Obstbaumkronen und Ziersträucher, verjüngen von Hecken und der Rückschnitt von Beerenobst, Stauden und Ziergräsern.


Die Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) blüht von Dezember bis März.
© Roth
Die Christ- oder Schneerose (Helleborus niger) blüht von Dezember bis März.

nach obenZierpflanzen zurückschneiden

In „bunten Gärten“ mit Zierpflanzen, Obst und Gemüse ist es auch im Winter nicht langweilig. Geduckt in Bodennähe blühen Schneeglöckchen, Vorfrühlings-Alpenveilchen und Winterlinge. Eine Etage höher verströmen die Blüten des Duftschneeballs (Viburnum farreri), der Chinesischen Winterblüte (Chimonanthus praecox) und der Winter-Heckenkirsche (Lonicera purpusii) zarten Duft. Auf dem Gemüsebeet ist Feldsalat schnittreif, aber auch Pastinaken, Schwarzwurzeln, Porree und weitere Gemüsearten können geerntet werden. Und dann sind noch die vielen Schnittarbeiten zu erledigen.

Wenn Ziersträucher regelmäßig jeden Winter geschnitten werden, ist die Arbeit schnell erledigt. An Büschen, die seit Jahren nicht ausgelichtet wurden und total zugewachsenen sind, ist ein kräftiger Rückschnitt zur Verjüngung fällig. Dabei werden die alten und kranken Äste sowie die dünnen, aus Lichtmangel aufgeschossenen Triebe dicht über dem Boden abgeschnitten. Ferner werden die zu lang gewordenen Zweige eingekürzt. Setzen Sie dabei die Baumschere immer an der Basis einer Zweiggabelung an, damit die natürliche Wuchsform des Gehölzes erhalten bleibt. Der Einsatz einer Heckenschere würde die Arbeit stark beschleunigen, aber zu einem einheitlichen „Heckenschnitt“ führen. Dabei ginge das typische Aussehen der verschiedenen Gehölzarten verloren.

Die radikalste Art des Rückschnitts ist das Absägen aller Äste in ca. 20 cm Höhe. Die Folge ist eine vollständige Verjüngung. Bei Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen ist das eine durchaus gängige Methode.

Mit der Schneeglöckchen-Blüte beginnt nach dem Phänologischen Kalender der Vorfrühling.
© Roth
Mit der Schneeglöckchen-Blüte beginnt nach dem Phänologischen Kalender der Vorfrühling.
Die Schnittmaßnahmen müssen Sie bis zum 28. Februar erledigt haben. Denn aus Gründen des Vogelschutzes besteht vom 1. März bis 30. September grundsätzlich ein Schnitt- und Rodeverbot für Gehölze. Das gilt aber nicht für den Formschnitt von Hecken sowie den Pflegeschnitt bei Gartensträuchern und Obstbäumen.

Dort, wo der Winter dem Vorfrühling Platz macht, können Sie mit dem Rückschnitt von Stauden und Gräsern beginnen. Lassen Sie für den Fall eines Kälteeinbruchs einen Teil des Schnittguts als schnell verfügbaren Schutz griffbereit liegen.

Viele mediterrane Kübelpflanzen fristen ein leidvolles Dasein in oft zu warmen und lichtarmen Winterquartieren. Ende Februar können Sie mit dem Aufpäppeln beginnen. Zuerst entfernen Sie die trockenen Blätter, denen oft Pilzsporen anhaften. Danach werden die abgestorbenen und die im Winter entstandenen dünnen Triebe weggeschnitten und die intakten Zweige gekürzt. Das Umtopfen in neues Kübelpflanzen-Substrat ist ein weiterer Schritt zur Regeneration. Vor dem Topfen müssen verfilzte Wurzelballen oder Wurzeln mit Ringelwuchs gelockert werden. Wenn es mit den Händen nicht geht, nehmen Sie ein Messer zu Hilfe. Abschließend bringen Sie die Pflanzen an einen möglichst hellen Ort mit Temperaturen um die 15 °C. Noch ist der Wasserbedarf gering. Er steigt nur langsam mit zunehmendem Wachstum.

nach obenPlanung der Pflanzungen

Frisch und knackig ist Obst aus dem Garten. Und ohne Rückstände, wenn wir die Pflanzenschutzspritze beiseite lassen. Ein gewichtiger Grund, um das eigene Obstsortiment zu erweitern. Bevor die Pflanzzeit im nächsten Monat beginnt, ist vorweg einiges zu bedenken: Welche Obstarten sind für den Standort geeignet? Wie viel Platz steht zur Verfügung? Und mit welchen Arten lässt sich eine lange Erntesaison mit haushaltsüblichen Erntemengen erreichen?

Mit geschickter Planung kann die Erntesaison von Beerenobst weit ausgedehnt werden.

Sie beginnt im Mai mit Erdbeeren und endet mit der Ernte von Herbsthimbeeren Anfang November. Für ein rückenschonendes Pflücken eignen sich Johannisbeer- und Stachelbeer-Stämmchen sowie am Spalier gezogene Kiwis, Wein- und Brombeeren. Zum Naschen verführen Heidel- und Sommerhimbeeren. Die meisten Beerenobst-Arten sind selbstfruchtend und benötigen keinen Partner. Dennoch ist ein paarweises Pflanzen sinnvoll, weil durch Fremdbefruchtung die Erträge deutlich zunehmen.

In vielen Gärten sind Obstbäume gar nicht wegzudenken. Sehr beliebt sind schwachwüchsige Bäume, die schon nach wenigen Jahren gute Erträge bringen. Ein weiterer Vorteil ist, dass beim Rückschnitt nur wenig Astwerk anfällt. Schwachwüchsig und dennoch ertragreich ist die Baumform „Spindelbusch“ mit einem durchgehenden Mittelstamm ohne starke Seitenäste und der „Busch“ oder „Buschbaum“ mit einer Stammhöhe bis 60 cm. Bei der Sortenwahl ist neben dem Geschmack auch auf eine geringe Krankheitsanfälligkeit zu achten. Denn hohe Widerstandsfähigkeit in Kombination mit einer guten Pflege machen den Einsatz von Pestiziden überflüssig. In normalen Lagen gedeihen Apfel-, Pflaumen- und Sauerkirschbäume problemlos. Etwas wärmebedürftiger sind Birne, Pfirsich und Süßkirsche.

Es wird Zeit für den Rückschnitt von Kern- und Beerenobst. Warten Sie auf trockenes Wetter, um die Übertragung von Pflanzenkrankheiten gering zu halten. Und wählen Sie einen Tag mit einer Temperatur über –5 °C. Jährliches Auslichten von Baumkronen und Obststräuchern führt zu einer optimalen Durchlüftung und lässt mehr Licht ins Innere dringen. Dadurch trocknen Zweige, Blätter und Früchte gut ab und werden weniger von Mehltau, Schorf oder Monilia-Fruchtfäule befallen. Auch die Fruchtqualität nimmt wegen des höheren Lichteinfalls zu.

Steinobst ist schnittempfindlicher. Damit sich die Wunden noch in der Vegetationszeit schließen können, sollte das Auslichten gleich nach der Ernte erfolgen und nicht im Winter.

Zum festen Bestandteil des Rückschnitts gehört auch das Entfernen aller Fruchtmumien.

An den Herbsthimbeeren werden sämtliche Ruten wenige Zentimeter über der Erde abgeschnitten. Aus den verbleibenden Augen treiben neue Ruten, die bereits im Juli für die Ernte ab September blühen.

Schneiden Sie alle abgetragenen Triebe der Weinreben auf ein bis zwei Augen zurück. Im Frühjahr bleiben dann von dem Neuaustrieb nur die kräftigsten Fruchttriebe stehen. Dieser Schnitt sollte noch vor dem Verholzen der Triebe erfolgen.

Fruchtfeigen (Ficus carica) gewinnen zunehmend an Beliebtheit. Neue, weniger frostempfindliche Sorten treiben diesen Trend an. Feigen werden meistens als Büsche gezogen und nur mäßig geschnitten. Dadurch setzen sie mehr Früchte an und wachsen weniger stark. Zur notwendigen Pflege gehört das Entfernen aller durch Frost geschädigten, sich kreuzenden und zu dicht stehenden Zweige.

Bei alten Exemplaren führt ein starker Rückschnitt zu neuer Jugend. Sägen Sie die abgetragenen Äste direkt über dem Boden ab und kürzen Sie die verbleibenden ein.

nach obenGemüsebeete geschützt?

Unübersehbar ist das kraftvolle Rot des Mangolds.
© Roth
Unübersehbar ist das kraftvolle Rot des Mangolds.
Da sich der Winter in die Länge ziehen kann, ist es noch nicht zu spät, leere Gemüsebeete mit Laub, Häcksel oder anderen pflanzlichen Resten zu bedecken. Diese Mulchschicht schützt die im Boden lebenden Mikroorganismen vor Kälte und kann im März untergegraben werden. Dort wandeln Mikroorganismen die organischen Rückstände in Humus um. In diesem Prozess werden viele Pflanzennährstoffe freigesetzt, die der neuen Gemüsegeneration zugutekommen.

Die meisten Gemüsekulturen sind kurzlebig und bieten sich daher zum Ausprobieren an. In den aktuellen Gartenkatalogen finden Sie viele Neuheiten, von denen die eine oder andere zum Testen verführt und vielleicht zu Ihrem Lieblingsgemüse aufsteigt. Sollte sich eine neue Art oder Sorte als Fehlgriff erweisen, ist der Schaden gering, denn die Neuheit lässt sich schnell und mühelos durch bewährtes Gemüse ersetzen.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein milder Sonnentag im Februar noch keinen Frühling. Lassen Sie sich nicht verführen und warten Sie noch einige Wochen mit den ersten Aussaaten im Freiland. Es ist sicherer, Frühgemüse im März oder April auszusäen. Wer ein Risiko eingehen möchte, kann Ende des Monats Pferde- oder Puffbohnen (Vicia faba) im Freien aussäen. Die Pflanzen vertragen bis –4 °C. Weniger riskant ist die Anzucht auf der Fensterbank mit dem Ziel, die Jungpflanzen frühzeitig ins Beet zu setzen. Durch den frühen Kulturbeginn kann rechtzeitig geerntet werden, möglichst bevor im Sommer die Schwarze Bohnenlaus die Pflanzen befällt.

Nicht selten werden Fensterbänke als Kinderstube für wärmeliebendes Fruchtgemüse genutzt. Der Vorteil der eigenen Pflanzenanzucht ist die große Auswahl an Sorten, die beim Kauf von Jungpflanzen viel geringer ist. Eine lange Entwicklungszeit brauchen Auberginen, Paprika und Chili. Sie sollten Ende Februar ausgesät werden. Tomaten wachsen zügiger. Ihr frühester Aussaattermin ist Anfang März. Gurken, Kürbisse, Melonen und Zucchini im April ausgesät, werden Mitte Mai die optimale Pflanzgröße erreichen.

Bei günstiger Witterung können ab Monatsende Pflück- und Schnittsalat, Möhren, Radies, Spinat und Stielmus (Brassica rapa var. rapa) sowie die Kräuter Gartenkresse, Petersilie und Kerbel ins Frühbeet oder ungeheizte Gewächshaus gesät werden. Bei stärkeren Temperatureinbrüchen sollten Sie die Pflanzen kurzzeitig mit Gartenvlies abdecken.

Das Vorkeimen von Frühkartoffeln bringt einen Vorsprung von 8 bis 14 Tagen. Damit die Knollen kompakte 10 bis 15 mm kurze Keime bilden, brauchen sie einen hellen Standort mit Tageslicht und Temperaturen zwischen 10 und 15 °C. Wenn Sie Mitte April pflanzen möchten, müssen Sie Ende Februar mit dem Vorkeimen beginnen. Geeignet sind nur frühe Sorten. Eine lohnende Investition ist der Kauf von zertifizierten Saatkartoffeln.

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Beerenobst, Fruchtfeigen, Frühbeet, Gemüsekulturen, Herbsthimbeeren, Obstbäume, Rückschnitt, Stielmus, Ziersträucher
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